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Das Geschäft mit dem Sand

Brandung am Sandstrand
Photo: Pixabay

Wenn man von knappen Ressourcen spricht, werden die wenigsten an Sand denken – nicht umsonst ist der Ausdruck „wie Sand am Meer“ fest in unserem heutigen Sprachgebrauch verankert. Doch die wertvolle Ressource wird langsam zur Mangelware und damit zum Problem für Mensch und Umwelt.

Häufig genutztes Gut

Sand ist eines der meist verbrauchten Naturgüter der Welt. Hauptverbraucher ist dabei die Bauindustrie. Denn wer baut, braucht Sand. Um ein Familienhaus zu bauen, braucht man circa 200 Tonnen Sand, bei einem Kraftwerk sind es schon 12 Millionen Tonnen. So werden pro Jahr global mehr als 40 Milliarden Tonnen Sand beispielsweise in Zement und Beton verarbeitet – Tendenz steigend. Wüstensand ist dabei weitestgehend nutzlos, da er vom Wind rund geschliffen wird. Auch in Glas, Plastik, Shampoo und anderen Alltagsgegenständen steckt Sand drin. Die größer werdende Knappheit des Sandes bleibt nicht ohne Folgen – so hat sich inzwischen eine regelrechte Sandmafia entwickelt, die illegalen Sandabbau betreibt.
Dabei werden Schätzungen zufolge allein in Indien umgerechnet mehr als 220 Millionen Euro mit den illegalen Geschäften umgesetzt. Sandräuber aus Singapur bauen bereits seit Jahren Sand vom Meeresgrund vor den indonesischen Inseln ab. Diese schrumpfen dadurch immer weiter und drohen nicht mehr nur wegen des ansteigenden Meeresspiegels zu versinken. 

Woher kommt die Knappheit?

Auf der Erde entstehen durch das Abtragen von Felsen oder Gesteinen durch Wind, Regen, Hitze und Kälte pro Sekunde etwa eine Milliarde neue Sandkörner. Über Flüsse finden diese dann ihren Weg an den Strand. Wie kann es also sein, dass der Sand plötzlich knapp wird?

Viele Flüsse wurden im Zuge der vermehrten Bebauung verlegt, umgeleitet oder eingemauert. Dadurch änderten sich auch die natürlichen Strömungen der Flüsse und die Sandkörner werden nicht mehr wie vorher an den Strand gespült. Außerdem führt der stetig wachsenden Energieverbrauch dazu, dass häufiger Staudämme gebaut werden, was das Wasser und eben auch den Sand aufhält.   Rund ein Drittel der abgetragenen Sandkörner bleibt dadurch auf dem Weg zum Strand liegen und erreicht diesen nicht mehr.

So wird zum einen durch die Verbauung der Nachschub an Sand immer knapper, zum anderen führt eine dichtere Besiedlung, beispielsweise auch durch den ansteigenden Tourismus, und der steigende Meeresspiegel dazu, dass die Sandvorkommen immer weiter schrumpfen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass mittlerweile etwa doppelt so viel Sand abgebaut wird, wie die Natur nachliefern kann.

Ökologisches Risiko

Der illegale Sandabbau in Flüssen und Buchten stört das Ökosystem erheblich und stellt ein extremes ökologisches Risiko dar, da es zur Zerstörung des natürlichen Lebensraums von Tieren und Pflanzen der Unterwasserwelt führt. So werden sandige Verstecke vernichtet und die im Sand lebenden Organismen durch das Ansaugen des Sandes getötet. Größere Fische finden dadurch keine Nahrung mehr und verschwinden aus den betroffenen Gebieten. 

Die Sandstreifen an den Küsten dienen außerdem eigentlich als eine Art natürlicher Puffer – so werden Hurrikans und Sturmfluten durch den Sand abgeschwächt. Aufgrund dessen greifen viele Regionen nun darauf zurück, die Strände künstlich wieder aufzuschütten. Der Sand hierfür wird oftmals direkt vom Meeresboden abgesaugt. Neben dem Problem der Umweltzerstörung gibt es hier noch ein weiteres: Sandkörner vom Meeresboden erodieren bis zu zehnmal schneller, wodurch der Sand sehr viel schnell wieder abgetragen wird und verschwindet. Die Sandkörner vom Meeresgrund sind außerdem leichter als die Sandkörner des natürlichen Strands. Werden die Körner zurück ins Wasser geschwemmt, sinken sie wegen ihrer Leichtigkeit nicht direkt auf den Meeresgrund, sondern verfangen sich oftmals in Korallen, die daran verenden. 
 

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