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Cradle to Cradle – Von der Wiege zur Wiege

Recycling für die Natur
Photo: Pixabay

In einer Welt, in der Nachhaltigkeit und Zero-Waste Alltagsbegriffe werden, ist ein Konzept, das Müll zu einem Fremdwort macht, längst überfällig. Der deutsche Chemiker Michael Braungart und der amerikanische Architekt William McDonough haben sich dem Thema schon seit Langem angenommen und das Cradle-to-Cradle-Prinzip (C2C) entwickelt – zu Deutsch: von der Wiege zur Wiege.

Was steckt hinter C2C?

Die Idee ist, in Produktkreisläufen zu denken, die keinen Müll im eigentlichen Sinne verursachen. Stattdessen sollen alle in dem Produkt verwendeten Materialien nach Gebrauch entweder weiterverwendet oder kompostiert werden können. So könnte eine abfallfreie Wirtschaft entstehen, die keine schädlichen Stoffe mehr benutzt, und unser derzeitiges Cradle-to-Grave-Prinzip, bei dem alles auf dem Müll landet und nicht verwertet wird, wäre Geschichte. Das braucht allerdings auch ein ganzheitliches Denken der Produktionsfirmen und eine Menge Kreativität und Innovationsdenken.

Zwei Kreisläufe

Als Grundlage für C2C gelten zwei Kreisläufe, die sich auch miteinander kombinieren lassen: der biologische und der technische Kreislauf.

Der biologische Kreislauf läuft von der Pflanze zum Produkt, wieder zur Pflanze und ewig so weiter. Organische Stoffe eines Produkts landen also auf dem Kompost, um Nährstoff für neue Pflanzen zu bilden und somit Grundlage für neue organische Produkte zu werden.

Der technische Kreislauf ist dagegen etwas komplizierter. Dort werden intakte Gebrauchsgüter durch chemische oder mechanische Prozesse in ihre technischen „Nährstoffe“ zersetzt, um neues altes Material für neue Produkte zu gewinnen.

Wichtig sind dabei eben auch schadstofffreie Rohstoffe, die sich im Zweifelsfalls nicht erst nach Jahrhunderten zersetzen.

Der Begriff Ökoeffektivität

C2C ist ein prägender Begriff für Ökoeffektivität und steht damit gegen Ökoeffizienz.

Man kann natürlich die Anteile an recyceltem Plastik eines Produkts steigern, den Verbrauch von Ressourcen verringern und so ökoeffizient handeln, aber viel wichtiger ist es doch, Müll überhaupt erst zu vermeiden, wenn wir langfristig agieren wollen. Ökoeffektiv ist also die kontinuierliche Nutzung von Rohstoffen in Kreisläufen. Man könnte Produkte also so entwickeln, dass sie demontiert werden können, ihre Komponenten recycelt und so wieder zur Verfügung für neue Produkte gestellt werden können.

Herausforderung für die Zukunft

Natürlich ist es schwer, jedes bisher verfügbare Produkt so zu konzipieren, dass es in die beiden Kreisläufe passt. Das erfordert viel Einfalls- und Ideenreichtum. Trotzdem gibt es schon einige Produkte, die das C2C-Prinzip versuchen umzusetzen – kompostierbare Kleidung, Bürostühle, usw. Mittlerweile gibt es über 8.000 Produkte, die sich an den Ansatz heranwagen.

Die Innovation geht weiter: Man kann das Konzept auch auf den Häuser- und Städtebau erweitern. In den Niederlanden in der Provinz Limburg gibt es ein Testgebiet, den GreenPark Venlo, das als Vorreiter in Sachen C2C-Gewerbegebiet gilt. Die dort ansässigen Firmen sind so positioniert, dass sie den größten Nutzen auseinander ziehen und sich so gegenseitig bereichern können.

 

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