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Plogging – der „neue“ Sport aus Schweden

Photo: Pixabay

Wer sowieso zum Joggen vor die Tür geht, kann dabei noch der Umwelt helfen: mit der Mülltüte in der Hand unterwegs den Müll einsammeln. Und es verbrennt noch ein paar Kalorien mehr.

Müll an jeder Ecke

Wer kennt das nicht: man spaziert durch die Straßen, durch den Wald, über die Felder, und während man die frische Luft genießt, fällt einem an vielen Ecken der Müll auf. Mit Kindern oder Hunden unterwegs, wird einem das Gefundene mitunter auch noch in die Hand gedrückt. Da fragt man sich schnell: gibt es hier denn keine Mülleimer in der Nähe?

Der Umwelt zuliebe

Man sollte meinen dem wäre nicht so. Der effektivste und schnellste Weg, sich hier einzubringen, ist, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Beim nächsten Lauf eine Mülltüte eingepackt, wer mag noch ein paar Handschuhe, und schon kann es losgehen. Einziger Haken: das Gesammelte muss im eigenen Hausmüll entsorgt werden. Öffentliche Mülltonnen sind nur für eben genau diesen bestimmt (darunter fallen Zigarettenstummel, Coffee-to-go-Becher, Bierflaschen). „Ist doch öffentlicher Müll den ich da sammle“, fragen sich jetzt sicher einige. Stimmt - dennoch ist es eine private Aktivität. Anders ist die Regelung, wenn man eine öffentliche Sache daraus macht und sich als Gruppe zusammentut. Eine Abstimmung mit der städtischen Abfallwirtschaft birgt die Lösung, wo man seine Mengen an Müll entsorgen oder abgeben kann.

Gemeinschaftliches Engagement

Selbst in einer als sauber bekannten Stadt wie München hatten die Läufer beim ersten Plogging-Event im Sommer keine Probleme, Müll zu finden. Außerdem betätigt man beim häufigen Bücken die Rumpfmuskulatur, die sonst beim Joggen nicht beansprucht wird. Wer möchte, kann während dem Sammeln auch noch Kniebeugen oder Dehnübungen einbauen. Durch die Mischung aus Laufen und Stehen ergibt sich eine Form von Intervall-Training, die durchaus zu Muskelkater und intensiver Muskelbeanspruchung führen kann.

Der Begriff setzt sich zusammen aus dem schwedischen Wort „plocka up“ (aufheben) und natürlich „Jogging“. Den Trend ins Leben gerufen hat der Schwede Erik Ahlström, als ihm Stockholm zu dreckig wurde. Lange wurde er dafür belächelt, heute findet Plogging weltweit immer mehr Anhänger. Auch in Deutschland wächst der Zuspruch, auf Facebook finden sich vermehrt Gruppen, um die Mission in ihrer Stadt umzusetzen und sich zu treffen (u.a. „Plogging Germany“ oder städtebezogen).

Zu beachten ist neben dem sportlichen Aspekt auch der gesellschaftliche. Viele Leuten werden aufmerksam, einige kopfschüttelnd, andere bewundernd. Was Plogging auf jeden Fall erweckt: Aufmerksamkeit – und die lässt sich zumindest besser in Bewusstsein umwandeln, als stumpf an den Dingen vorbeizulaufen. Sollten Sie nachhaltig nicht zwingend Zuschauer zu Veränderung angeregt haben, so wird es zumindest in Ihrem Konsumverständnis hängen bleiben. Zusätzlich verspricht eine gemeinsame Laufrunde mehr Spaß, Gemeinschaftsgefühl und natürlich das gute Gewissen, etwas beigetragen zu haben.

Ist das die Lösung?

Nicht wirklich, da sind sich auch Vertreter der Naturschutzorganisationen einig. Sie plädieren dafür, generell weniger Müll zu produzieren. Dennoch lässt sich nicht abstreiten, dass jeder, der Müll sammelt – ob beim joggen oder spazieren gehen – einen wichtigen Beitrag für die Umwelt leistet. Letztendlich gilt es zudem, sein Konsumverhalten zu hinterfragen und Verantwortung zu übernehmen. Ein guter Start wäre doch eine kleine Runde durch den Wald, oder nicht?

 

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