· Stiftung Wilde Argen

Neues vom Hangquellmoor in Bayern

Unser Projekt zum Hangquellmoor in Bayern haben wir Ende 2014 erfolgreich gesichert. Seitdem hat sich viel getan, wie die Stiftung Wilde Argen, unser Partner vor Ort berichtet.

Unser Hangquellmoor

Nun sind wir auf „unserem“ Hangquellmoor. Viele Leute wissen ja gar nicht, was eigentlich ein Hangquellmoor ist. Kurz gesagt, es kommt aus einer alten Terrasse des früheren Flussverlaufs, also aus dem Hang einer Quelle. Diese läuft dann in vielen kleinen Rinnsalen den Hang hinunter und vernässt dabei eine große Fläche.

Ein Ökosystem entsteht

Im Laufe der Jahrhunderte siedelten sich in diesen nassen Bereichen mehr und mehr Pflanzen an, die diese Nässe brauchen. So bildeten sich auch moorartige Strukturen heraus. Mit den Pflanzen folgten spezialisierte Tiere für diese Art von Lebensraum.

Eingriff durch den Menschen

Unser Hangquellmoor wurde später dann landwirtschaftlich genutzt. Zwar waren die Pflanzen und Gräser nur bedingt als Viehfutter geeignet, aber der Bauer brauchte früher auch Pflanzen und Gräser, die er zum „Einstreuen“ in seinen Stall brauchte, damit die Tiere und deren Mist gut „ver- und entsorgt“ werden konnten. So wurden aus solche nassen Wiesen und unserem Hangquellmoor sogenannte „Streubewiesen“ wie sie bei uns im Allgäu heißen.

Nasse Flächen gingen aber auch nur bedingt gut zu mähen, daher hat man die Quelle in Beton „eingefasst“. Das war gut für den Bauern, aber schlecht für die Natur.

Nach dem Kauf der Flächen

Das erste, was wir nach dem Kauf des Hangquellmoores mit Naturefund gemacht haben: die Bäume um die Quellfassung wurden gelichtet und anschließend die Betoneinfassung entfernt. Nun kann das Moor sich wieder natürlich entwickeln. Insgesamt 89 Pflanzenarten haben wir auf den gut 0,8 ha bisher bestimmen können. Artenvielfalt pur! Und die Tiere werden dies natürlich auch nutzen. Aber nicht nur hier, sondern das kommt auch dem Hangquellmoor 2 km weiter zugute, denn solche Moore reihen sich wie eine Perlenkette hier im Argental aneinander.

Die Tiere haben wieder Raum

So kann die gestreifte Quelljungfer, eine seltene Libelle, auch dorthin fliegen und wird so vor Inzucht geschützt, was die Art sonst aussterben lassen könnte. Die Libelle braucht solche Quellen, in der sie 5 Jahre im Wasser als Larve heranwächst, um im Jahr, in welchem sie sich in eine Libelle verwandelt, dann in den nahestehenden Auwaldbäumen dort hinter der Quelle zur geschlechtsreifen Libelle heranreift. Danach schließt sich der Kreis mit der Paarung und Eiablage im Quellwasser.

Die Natur stärkt sich selbst

Damit der Auwald prächtig gedeiht, belassen wir unser Totholz dort, statt die Bäume abzutransportieren. In diesem Totholz wachsen dann eine Vielzahl anderer darauf angewiesener Insektenarten heran. Das Hangquellmoor ist ein Ort üppigen Lebens, auch wenn es Moor und Totholz heißt.

Naturschutz anfassbar machen

Weil viele Leute das nicht wissen, machen wir Führungen zur Aufklärung und stoßen auf Staunen und Begeisterung. Die Leute begreifen dabei den Sinn von Naturschutz. Wenn man ihnen dann auch noch darlegt, dass solche nasse Flächen mit dazu beitragen, Hochwasser zu vermeiden bzw. es nicht so schlimm werden lässt, weil sich das Regenwasser länger staut und nicht so schnell abfließt, dann wird klar: Das Hangquellmoor nützt auch direkt uns Menschen.

Eine tolle Entwicklung, wenn man zurückdenkt, dass es Kaufinteressenten gegeben hat, die darauf eine Fichtenmonokultur anpflanzen wollten.

Stiftung Wilde Argen
www.wilde-argen.de

 

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