· Naturefund Pressemitteilung

Katzen im Visier der Jäger

Im Visier der Jäger: Die Hauskatze

Es gibt wenig öffentlich zugängliche Zahlen über die Zahl getöteten Katzen durch Jagdausübung. Offizielle Statistiken weisen z. B. für Nordrhein-Westfalen für das Jagdjahr 2010/2011 eine Katzenstrecke (Katzentötung durch Jagd) von 12.249 Tieren aus.

Dunkelziffer bei über 200.000 getöteten Katzen

„Eine Hochrechnung der offiziellen Zahlen anhand der Anzahl der Jäger ergäbe für Deutschland etwa 55.000 bis 110.000 getötete Katzen, inklusive Dunkelziffer dürfte deren Anzahl aber weit über 200.000 liegen“ erläutert Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland.

Wie auch immer – einhundertausend oder zweihunderttausend bedeuten emotional gesehen tausendfaches Leid für Familien, die geliebte Familienmitglieder verlieren, und ist rechtlich gesehen nicht nur einen Widerspruch zu geltendem Tierschutzrecht, sondern auch ein Eingriff in das Eigentumsrecht.

Der Gesetzgeber hat die entsprechende Regelung weitgehend unverändert aus dem Reichsjagdgesetz von 1934 übernommen, davor war die „Tötung revierender Hunde und Katzen“ bereits im Preußischen Jagdgesetz von 1848 geregelt.

Hauskatzen gefährden keine Tierart

Zur Rechtfertigung des Katzenabschusses gibt es keine nennenswerte Literatur – was schon die geringe Bedeutung des Themas für den Artenschutz belegt. In einigen von Jägern zitierten Studien, wird die Auswirkung von Katzenprädation auf Singvögel allenfalls am Rande erwähnt. Es gibt aber keinerlei Belege dafür, dass Hauskatzen in Deutschland irgendeine Tierart im Bestand gefährden könnten.

Selbst wenn man einräumt, dass Katzen eine besondere Gefahr gerade für Jungvögel sind, so muss man doch wissen, dass zahlreiche Vogelarten ihre Jungtierverluste von Natur aus mittels mehrerer Bruten im Jahr ausgleichen.

Ineffizienter Artenschutz

Die Sinnlosigkeit des Tötens von Katzen aus vermeintlichen Gründen des Artenschutzes verdeutlichen auch folgende Zahlen:

Insgesamt gibt es in Deutschland etwa sechs Millionen Katzen, die als Freigänger und potenzielle Vogeldiebe unterwegs sind. Durch den jagdlichen Eingriff werden weniger als 5 % dieses Bestandes getötet, was aus Sicht des vorgegaukelten Artenschutzes daher vollkommen ineffizient ist.

Zwei Millionen verwilderte Katzen

In einer Pressemitteilung spricht der Deutsche Jagdschutzverband davon, dass etwa zwei Millionen verwilderte Katzen jährlich sechs Millionen Singvögel erbeuten –  nach Berechnungen des Deutschen Rates für Vogelschutz kommen in Deutschland jedes Jahr über 300 Millionen Jungvögel zur Welt.

Auch diese Relation macht anschaulich, dass das Töten von Katzen nicht einmal ansatzweise dem Artenschutz dient. Selbst wenn man davon ausginge, dass freigehende Katzen jedes Jahr theoretisch die Hälfte des Jungvogelbestandes erbeuten würde, wie es Vogelschützer vorrechnen - der Jagdschutz würde diese Menge lediglich um 5 % reduzieren.

Dazu Wildtierschutz Deutschland: „Der konservativen Jägerschaft ist es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, eine grundlegende an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientierte Novellierung der Jagdgesetzgebung zu verhindern. Man könnte den Eindruck haben, ihnen das Privileg des Jagdschutzes zu nehmen, also des Tötens von Katzen und Hunden, sei für sie die Vorstufe zum Weltuntergang.“

Pressefotos über die Jagd: www.naturefund.de/pressefotos

Pressekontakt Wildtierschutz Deutschland e. V.

Lovis Kauertz (Vorsitzender)
Am Goldberg 5, 55435 Gau-Algesheim, Tel.: +49 177 723 008 6
lovis.kauertz(at)gmail.com, www.wildtierschutz-deutschland.de

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