· Naturefund-Landbrief

Die Gichtwespe auf der Streuobstwiese

Gichtwespe Foto: Dieter Stahl

Der Sommer zeigt sich noch einmal in seiner schönsten, einzigartigen und doch vielfältigen Pracht und mit seiner vollsten Wärme.

Musik auf den Streuobstwiesen

Liebe Patin, lieber Pate,

Fast den ganzen Tag ist ein feines, leises Summen auf unserer Streuobstwiese zu hören. Es stammt von den vielen Insekten, die von den blühenden Pflanzen auf dem Halbtrockenrasen angezogen sind. Zahlreiche Pflanzen sind allerdings schon verblüht und bilden die ersten Samen aus. Der Herbst kündigt sich an.

Die Gattung Gichtwespe

Immer wieder ist dabei ein zierliches, fast schwarzes Insekt zu beobachten - die Gichtwespe (Gasteruption jaculator). Sie gehört zu der Familie der Schmalbauchwespen (Gasteruptiidae), die weltweit etwa 500 Arten umfasst, wobei die größte Artenvielfalt in Australien vorkommt. In Mitteleuropa ist ausschließlich die Gattung Gichtwespe (Gasteruption) mit etwa 12 verschiedenen Arten vertreten. In Deutschland sind die Arten 'Gasteruption assectator' und 'Gasteruption jaculator' die bekanntesten Gichtwespenarten.

Die Gichtwespe ist gewöhnlich an Waldrändern, an Gebüschrainen, naturnahen Gärten und in Parks sowie auf Wiesen anzutreffen. Sie erreicht eine Körperlänge zwischen zehn und zwölf Millimeter und ist damit verhältnismäßig klein. Nur die Weibchen tragen einen Legestachel, der länger als der gesamte Körper ist. Das typische Merkmal dieser Wespenart ist der Ansatz des Hinterleibes an der Brust, der im Flug stets nach oben gerichtet ist, so dass sich diese Wespe trotz ihrer geringen Größe deutlich von anderen Insekten unterscheidet.

Die Entwicklung der Gichtwespe

Die Larven der Gichtwespe sind Parasiten. Das Weibchen der Gichtwespe legt seine Eier in die Nester verschiedener Bienen-, Wespen- und Schmetterlingsarten, wobei sie die Nester der Löcherbiene (Heriades truncorum) bevorzugt. Die Puppe der Gichtwespe ernährt sich dabei vom Futtervorrat ihres Wirtes, doch darüber hinaus frisst sie auch die Larven des Wirtes. Aus diesem Grunde wachsen die Larven der Gichtwespe sehr viel schneller heran, als die eigentlichen Larven des Wirtes. Doch auch die Nester der Lehmwespe (Ancistrocerus trifasciatus) oder der Kokon des Schmetterlings 'Kleiner Fuchs' (Aglais urticae) werden von der Gichtwespe häufig genutzt.

Die Vielfältigkeit dieses Wiesenbiotops und der dort gezielt erhaltenen, abgestorbenen Obstbäume bieten vielen Wildbienenarten, Hornissen und auch verschiedenen Wespenarten einschließlich der Gichtwespe, ideale Lebensbedingungen.

Herzliche Grüße
Ihr Naturefund-Team

Landbrief abonnieren

Protect Nature

Support Naturefund and protect nature!

Naturefund e. V.
Karl-Glässing-Straße 5
65183 Wiesbaden

+49 611 504 581 011
info(at)naturefund.de

Jetzt spenden

Registriert beim Registergericht Wiesbaden, VR 3739

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE 293241718

Freistellungsbescheid: Als gemeinnützige Körperschaft
befreit von der Körperschaftssteuer gem. §5 Abs.1 Nr.9 KStG
unter der Steuernummer 43/250/76281.

Ihre Spende an Naturefund kann steuerlich abgesetzt werden.