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Das Tierwohllabel der Supermarktketten

Kühe in der Stallhaltung
Photo: Pixabay

Neben der Debatte, ob man Fleisch überhaupt essen sollte oder lieber doch nicht, gibt es noch eine weitere: Wenn man denn Fleisch konsumiert, worauf sollte man dann achten? Die Discounter wollen da einen Schritt in Richtung Transparenz gehen und bieten den Verbrauchern jetzt eine Möglichkeit, die Herkunft des Fleischs direkt am Produkt abzulesen. Mit ihrem neuen Tierwohllabel.

Der Zweck des Labels

Das Label soll vor allem den Verbrauchern Auskunft darüber geben, wie die Tiere, deren Fleisch sie konsumieren, gehalten werden. Damit versuchen die Discounter, die sich dafür zusammengeschlossen haben, der Nachfrage nach Transparenz zu folgen. Das Label ist dabei nicht für jeden Supermarkt unterschiedlich, sondern zumindest bei den großen Ketten einheitlich.

Initiiert wurde das Label von der Initiative Tierwohl.

Die Initiative Tierwohl

Es handelt sich hier um einen Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden aus der Land- und Fleischwirtschaft sowie dem Lebensmitteleinzelhandel, die eine tiergerechtere und nachhaltigere Fleischerzeugung erzielen wollen. Finanziert wird die Initiative von den teilnehmenden Einzelhändlern.

Als Anreiz für die Viehwirte, mehr als nur die gesetzlichen Mindestanforderungen bei der Tierhaltung umzusetzen, dient das Tierwohlentgelt.

Die unterschiedlichen Gütestufen

Insgesamt hat das Label derzeit vier Stufen, mit denen Geflügel-, Schweine- und Rinderfleisch bewertet werden.

  • Stufe 1 – Stallhaltung: Hier wird der gesetzliche Mindeststandard erfüllt. Sie bezeichnet grundsätzlich Massentierhaltung.
  • Stufe 2 – Stallhaltung Plus: Den Tieren wird zehn Prozent mehr Platz und zusätzlich Beschäftigungsmaterial angeboten. Außerdem ist die Anbindehaltung für Rinder untersagt. Es handelt sich damit um die Mindestanforderungen der Initiative Tierwohl.
  • Stufe 3 – Außenklima: Zwar haben die Tiere in dieser Stufe Zugang zur frischen Luft, aber keinen Freigang.
  • Stufe 4 – Premium: Zusätzlich zu mehr Platz im Stall haben die Tiere auch die Möglichkeit, nach draußen zu gehen. Laut Verbraucherzentrale ist das die Haltungsnorm eines EU-Bio-Siegels.

Kritik wird laut

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft arbeitet schon seit vier Jahren an einem eigenen Label, das aber frühestens 2020, also nächstes Jahr, auf den Markt kommen könnte, auf freiwilliger Basis beruht und außerdem vorerst nur für Schweinefleisch gedacht ist. Grünen-Politikerin Künast kritisiert mit dem Tierwohllabel, dass der Handel durch das eigene Label das freiwillige Label des BMEL als unnötig abstempeln würde.

Nach Foodwatch wird außerdem anhand der Kriterien nicht das wirkliche Wohl der Tiere, sondern nur deren Haltung bewertet und Dr. Bendel, Referentin für Ernährung der Verbraucherzentrale Sachsen, hält fest: „Wir haben im regionalen Marktcheck vorwiegend Produkte der Haltungsform 1 und 2 in den Läden gefunden.“ Für die Verbraucher bedeutet das, dass sie weiterhin am besten zu Biofleisch oder Fleisch vom regionalen Bauern, wo sie die Haltung betrachten können, greifen sollten, wenn sie tatsächlich Fleisch der Stufe 3 oder 4 kaufen wollen.

 

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