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Ankunft in Toliara

Sonnenuntergang in Toliara Foto: Naturefund

Am Sonntag, den 26.2.2012, geht es weiter. Wir fliegen in den Süden in die Küstenstadt Toliara, denn mit dem Auto würde es anderthalb Tage dauern, bis wir dort sind.

Wald und Mangroven im Südwesten

Morgens sind wir früh gestartet und bereits um 9.00 Uhr in Toliara. Hier im Südwesten ist die Bewaldung in den Tälern und Schluchten noch ein wenig vorhanden, auch an den Küsten sind einige Mangrovensümpfe zu sehen.

Viele Stelle sind jedoch karg und versteppt. Anthony von Ho'Avy, unserer Partnerorganisation vor Ort, holt uns ab und zeigt uns auf dem Weg in die Stadt eine kleine Farm, die mit dem Agroforstprinzip arbeitet.

Wir sehen große Bäume, verstreut stehen Papayas und Orangen, doch der Boden ist an vielen Stellen nackt und unbedeckt, teilweise wächst spärlich Gras, das eine Herde Kühe gerade abfrisst. Nicht gerade ein Waldgarten, denke ich, doch Joachim meint, das dies eine gute Grundlage ist.

Toliara - eine Stadt am Meer

Wir kommen heute in einem kleinen Hotel direkt am Pazifik unter. Anthony muss seinen Pick-up reparieren, der irgendwo liegengeblieben ist. Die Aussicht ist traumhaft, die Temperatur angenehme 27 Grad und Toliara selbst?

Die kleine Stadt am Meer ist sehr einfach, überall stehen kaputte, leerstehende Gebäude, die Straße ist voller Schlaglöcher. Auf der Straße bekommen wir frische Vanillestengel angeboten, die Menschen sind freundlich und zurückhaltend.

Die Amtssprache in Madagaskar ist Französisch, doch sonst ist überall Madegassisch zu hören, dass einer Sprache aus Indonesien ähnelt. Eine der erste Besiedlungen der Insel fand vermutlich bereits vor über 4.000 Jahren statt, doch gesichert ist vor allem im 5. Jahrhundert nach Christi statt. Es waren Seefahrer vor allem aus Borneo, die auf der Suche nach neuen Lebensräumen waren.

Geld und Vertrauen sind wichtige Faktoren

Am Nachmittag kommt Anthony zurück, glücklich, dass sein Auto wieder heil ist. Wir trinken Kaffee und fangen an zu erzählen. Anthony berichtet von der Entstehung des Projektes mit Ho'Avy vor vier Jahren, was sie seitdem erreicht haben und von Schwierigkeiten, Gelder zu bekommen.

Er erzählt, dass die kontinuierlichste Unterstützung von Naturefund kam, sowohl finanziell und durch den regelmäßigen Austausch auch inhaltlich und dass dies dem Projekt sehr geholfen hat. Das freut mich natürlich und ich bin ein wenig stolz. Aktuell stehen sie wieder am Scheideweg, Geld ist kaum da, es gab viele Versprechungen von großen Geldgebern, doch die lassen auf sich warten.

Vielversprechende Entwicklung

Dabei ist die Entwicklung vielversprechend. Der Spiny Forest rund um Toliara ist der größte, noch zusammenhängende Wald in ganz Madagaskar. Er enthält unglaublich viele endemische Arten und ist einzigartig. Gleichzeitig dient es als Quelle für Holzkohle und wird jedes Jahr weniger.

In Zusammenarbeit mit Ho'Avy wurde bei Ranobe ein Schutzgebiet von 500 Hektar eingerichtet und zahlreiche Baumschulen aufgebaut. Mehr als 20.000 Bäume wurden seitdem ausgepflanzt. Auf die Frage an Anthony, was der größte Erfolg für Ho'Avy in den letzten Jahren war, überlegt er eine Weile und sagt dann: Der größte Erfolg war, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen.

Grüne Waldgärten auch in Madagaskar

Ho'Avy hat die entschiedene Grundlage aufgebaut. Die Menschen haben Vertrauen, sie begreifen selbst, dass es wichtig ist, den Wald zu schützen, ein Schutzgebiet ist eingerichtet, Baumschulen sind aufgebaut.

Anthony erzählt auch, dass bei den lokalen Behörden Interesse am Schutz der Waldes und auch eine Bereitschaft zur Zusammenarbeit besteht. Dann kommen wir auf das System der sukzessionalen Agroforstwirtschaft zu sprechen.

Joachim erzählt bis es dunkel wird, zeigt Fotos von Farmen in Bolivien und wie sich diese innerhalb kurzer Zeit in grüne Waldgärten mit zahlreichen landwirtschafltichen Produkten verwandelten. Anthony ist beeindruckt.

Schnell kommen wir ins Träumen … wenn es gelänge, solche Waldgärten auch in Madagaskar aufzubauen und die Menschen mit diesen Gärten erleben, wie wichtig Bäume sein könnten.

Wie kann sich die Idee verbreiten?

Wenn es gelänge, an verschiedenen Standorten kleine Anwendungsbeispiele, Flächen von 4 mal 4 m, nach dem Waldgartenprinzip bepflanzen, vielleicht kann sich diese Idee von alleine verbreiten?

Anthony sagt, wir könnten solche Flächen in dem Dorf Ranobe aufbauen, die Menschen dort sind informiert und am Montag wollen wir dorthin aufbrechen. Am Freitag planen wir einen Workshop in Ranobe, wo Joachim mehr über die Methode erzählt und am Nachmittag im Feldversuch die Anwesenden die Methode selbst ausprobieren.

Wunderbar wäre es natürlich, wenn bei dem Workshop auch Studenten und Studentinnen aus Toliara, andere NGOs und auch die Behörden dabei wären. Wir verabreden, dass Anthony am kommenden Morgen noch einmal die Studenten anspricht und die Behörden. Ihre Teilnahme könnte dabei helfen, die Methode zu verbreiten.

Was unterscheidet einen Waldgarten von herkömmlichen Agroforstsystemen, frage ich? Das kommt beim nächsten Bericht …

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Weiter zum 3. Bericht vom Tal der Baobabs

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