· Bericht Insel Kirr, September 2013

Wiesenbrüter-Experten über die Küstenvogelinsel Kirr

Vogelschützer bei im Herbst 2013 auf der Insel Kirr Nationalparkamt Vorpommern

Das Nationalparkamt Vorpommern berichtet über Wiesenbrüter-Experten im Dialog über die Insel Kirr, seine tierischen Bewohner und wie es ihnen ergangen ist. Die Resultate über die Lebensbedingungen lassen sich sehen.

Eine ideale Raststätte

Auch in diesem Jahr bietet der Herbstzug der Kraniche mit dem allabendlichen Einflug auf die Insel Kirr atemberaubende Erlebnisse. Als ideale Raststätte finden sich auf den Windwatten des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft und der Insel Kirr neben zahlreichen Watvögeln mehrere zehntausend Kraniche ein.

Die Rügen-Bock-Region ist mit der Insel Kirr einer der größten Rast- und Schlafplätze für Kraniche in Mitteleuropa. Die „Vögel des Glücks“ unterbrechen ihren Herbstzug in die wärmeren Winterquartiere hier wochenlang, um sich auf abgeernteten Maisfeldern mit den liegengebliebenen Resten für die lange Reise mit Energiereserven zu versorgen. Als Schlafplatz wird die Insel Kirr zunehmend beliebter, weil die vielen kleineren Gewässer mit niedrigem Wasserstand ausreichend Schutz vor Feinden bieten. So steigerte sich die Zahl der hier mit lautem Trompeten einfliegenden Kraniche in den vergangenen Jahren stetig. Bis zu 27.000 dieser imposanten Vögel zählten hier Ornithologen im vergangenen Jahr zur Hauptzugzeit.

Der Einflug auf die Insel ist besonders gut vom „Kirrblick“ bei Zingst zu beobachten. Der Deichweg zu den beiden rollstuhlgerechten Plattformen wurde in diesem Jahr erneuert und verbessert.

Anhaltende Schutzmaßnahmen

Mit der Unterstützung von Naturefund e. V. erwarb das Nationalparkamt Vorpommern in den Jahren 2011 und 2012 48.100 m² auf der 360 Hektar großen Küstenvogelinsel Kirr inmitten des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. In diesem Jahr konnte das Nationalparkamt weitere 14.400 m² auf der Insel erwerben. Finanziert wurde der Flächenkauf mit Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Um den Flächen im Schutzgebiet den wirtschaftsbestimmten Nutzungsdruck und damit die monetären Gewinninteressen zu nehmen, strebt das Nationalparkamt generell an, den Eigentumsanteil der öffentlichen Hand stetig zu erhöhen. Da dieser Wert Aussagen darüber zulässt, wie sicher und umfassend die Nationalparkziele erreicht werden können, dient er sogar als Indikator bei der einheitlichen Qualitätsbewertung deutscher Großschutzgebiete.

Der außergewöhnliche Artenreichtum an Wat- und Wasservögeln machte die Insel Kirr bereits in den 70er Jahren als eines der bedeutendsten Küstenvogelschutzgebiete an der südlichen Ostseeküste bekannt. Im Mittelalter durch Beweidung und Heugewinnung entstanden, blieben die großflächigen Salzweiden der Insel später weitgehend vor Entwässerung, Eindeichung und landwirtschaftlicher Intensivierung verschont. Durch das bis heute in seiner verästelten Ursprünglichkeit erhaltene Prielsystem fließen noch immer die salzigen Boddenwässer ab, die regelmäßig die Insel überfluten.

Der lang anhaltende Winter verzögerte den Start in die Brutsaison 2013 – bis Ende März lagen noch weite Teile der Insel unter einer geschlossenen Schneedecke. Doch insgesamt zeigte sich das Wetter in der Haupt-Brutsaison 2013 dann durchweg sommerlich, über lange Phasen sogar hoch sommerlich. Dafür sorgten mehrere Hochdruckgebiete, die sich kaum von Tiefdruckgebieten verdrängen ließen. Eigentlich ideale Brutbedingungen für die seltenen Wat- und Wasservögel wie Säbelschnäbler, Rotschenkel, Alpenstrandläufer, Kiebitz, Austernfischer und viele andere Wiesenbrüter des Salzgraslandes auf der Insel Kirr.
Dennoch zeichnet sich für die Küstenvogelbrutgebiete der Ostseeküste ein rückläufiger Bestandstrend ab, von dem auch die Insel Kirr nicht verschont bleibt.

Gute natürliche Bedingungen

Aus diesem Grund hat sich im Juni 2013 ein Expertenkreis mit internationaler Beteiligung zusammengefunden. Ziel war es, den Zustand der Bruthabitate auf der Insel zu bewerten und gegebenenfalls gemeinsam nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Untersucht wurde hauptsächlich der Zustand der Bruthabitate für Alpenstrandläufer und Uferschnepfe. Denn die Ergebnisse können auch auf weitere Watvogelarten wie Säbelschnäbler, Austernfischer oder Kampfläufer angewandt werden, deren Lebensraumansprüche sich sehr ähneln.

Es stellte sich heraus, dass die natürlichen Bedingungen für die Küstenvögel auf der Insel meist ausreichend und zufriedenstellend sind. Nur vereinzelt ist das Beweidungsregime anzupassen, um weitere Bereiche der Insel als potenzielle Brutgebiete neu herzurichten oder zu verbessern. In Vorbereitung auf die kommende Brutsaison wollen alle Beteiligten im Dialog an diesem Unterfangen mitwirken. Alljährliche Weidebegehung: Zu Beginn der Brutsaison stimmen sich Vogelwärter, Landschaftspflegebetrieb und Nationalparkamt über die bevorstehende Weideperiode ab.

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Kontakt

Nationalparkamt Vorpommern
Im Forst 5
18375 Born
Telefon: 038234 502-0
Telefax: 038234 502-24
E-Mail: poststelle@npa-vp.mvnet.de

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