· Asociación Patuca

Wie man Geld spart: Billiger produzieren und weniger arbeiten

Familie Sauceda Foto: Asociación Patuca

Die Bauern im Nationalpark Patuca haben mit dynamischen Agroforst eine Aufforstungsmethode kennengelernt, mit der sie sparen können. Wie passen Sparen, Aufforstung und Naturschutz zusammen?

Natürliche Prinzipien der Sukzession nutzen

Ganz einfach, dynamischer Agroforst nutzt die natürlichen Prinzipien der Sukzession und der Vielfalt. Teurer chemischer Dünger oder Pestizide sind nicht mehr notwendig. Die Ausgaben für Gemüsepflanzen und Baumsetzlinge entfallen bei dynamischem Agroforst, weil alles direkt vor Ort produziert wird und das, ohne die übliche schwere, körperliche Arbeit. 

Klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Doch Naturefund hat diese Methode 2011 testweise im Nationalpark Patuca eingeführt und der Erfolg spricht für sich. Alle Flächen mit dynamischem Agroforst sind nach 18 Monaten wieder dicht bewachsen und die Menschen haben von diesen Flächen so viel zu essen, wie noch niemals zuvor.

Lázaro und Digna Sauceda erzählen

Lázaro Sauceda lebt mit seiner Familie im Dorf Las Milpas, das mitten im Nationalpark liegt. Er hat sich mit anderen Bauern in einer Genossenschaft  (APROCAMIL) organisiert, um gemeinsam ihre Produkte besser zu verkaufen.

Lázaro erzählt: "Bevor ich mit dynamischer Agroforstwirtschaft begann, musste meine Frau Digna mindestens einmal im Monat auf den Markt gehen, um etwa 75 US$ für die Ernährung der Familie dazu zu verdienen. Sehr oft gelang ihr das nicht und die Mahlzeiten bei uns in der Familie waren sehr einseitig."

Lebensmittel mit weniger Arbeit produzieren

Digna erzählt weiter: “Meine Familie besteht aus fünf Personen. Wir versorgen uns mit Milch selbst, denn wir haben einige Kühe. Doch manchmal musste ich ins Dorf, das etwa eine Stunde mit dem Boot entfernt liegt. Wenn ich ankam, gab es oft eine unangenehme Überraschung, weil, das, was ich brauchte, z. B. Kochbananen oder Yucca, nicht da war."

Digna, wie auch viele andere Mütter in Las Milpas, konnte für ihre Familie oft nur einseitige Mahlzeiten zubereiten. Seitdem sie und ihr Mann Lázaro dynamischen Agroforst auf ihrer Finca eingeführt haben, hat sich die Situation vollkommen gewandelt.

“Heute ist es so, dass wir fünf oft auf die Felder gehen, ohne, das wir wirklich etwas tun müssen. Tage, mit großer, körperlicher Anstrengung, kommen kaum noch vor. Gleichzeitig haben wir so viele Dinge zu essen, wie noch nie zuvor. Wir finden jetzt alles auf unserer Finca, auch Bananen und Yucca. Jetzt kommt es öfters vor, dass wir einen Teil unserer Ernte anderen Familien geben, die nur Kakao ohne dynamischen Agroforst anbauen. Ganz ehrlich, die Arbeit auf der Finca ist toll geworden," beendet Digna ihre Erzählung.

In Las Milpas stellen immer mehr Familien auf Agroforstwirtschaft um, weil sie sehen, dass sie damit Geld sparen können und zudem ihre bisherige Arbeit mit Unkrautjäten oder der Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten, sich sehr reduziert.

Dynamischer Agroforst ist eine Methode, die der Familie auch erlaubt, mehr Zeit miteinander zu verbringen. Es entsteht fast unmerklich ein neuer Zugang zur Natur, welcher die Menschen an vergangene Epochen erinnert, wo der Einklang der Menschen mit ihrer Umwelt die Grundlage für die Ernährung der Familien war.

Bilder von dynamischem Agroforst im Nationalpark Patuca

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