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Palmöl – der Tod des Regenwaldes?

Weltweit verschlingen Flammen die Wälder. Doch nicht alle Brände sind natürlichen Ursprunges, viele Brände sind menschengemacht. Es soll Platz geschaffen werden für den Anbau von Soya und Palmöl, oder den Aufbau von Weideflächen von Rindern. Für die Produktion lassen Palmöl-Konzerne stündlich eine Fläche von circa 300 Fußballfeldern roden, um Platz für neue Monokulturen der Ölpalme zu schaffen.

Die Nachfrage nach Palmöl boomt – doch weshalb?

Ob für Margarine und Pizza, oder Putzmitteln und Kosmetik die weltweite Nachfrage nach dem Rohstoff ist gigantisch. Schätzungen zur Folge stecken in der Hälfte aller Produkte, die wir im Supermarkt finden Palmöl. Doch ein Großteil, nämlich 40 % des von der EU importierten Palmöls landet in den Tanks von Fahrzeugen. Hintergrund dafür ist ein Beschluss des Jahres 2008. Demnach sollen 10% des Treibstoffs aus erneuerbaren Quellen stammen, wie Soja oder eben den Ölpalmen.

Verehrende Folgen für Natur, Mensch und Tiere..

Für die Produktion lassen Palmöl-Konzerne stündlich eine Fläche von circa 300 Fußballfeldern roden, um Platz für neue Monokulturen der Ölpalme zu schaffen. Dabei wird so viel CO2 und Methan freigesetzt, dass dies Schätzungen zu Folge 18% der vom Menschen verursachten Treibhausgase ausmacht. Nicht immer wird dabei legal gerodet. Vertreibungen und illegale Räumungen sind keine Seltenheit, denn Ölpalmen wachsen in Urwaldgebieten. Hier ist Landbesitz oft gar nicht oder nur ungenau, geschweige denn rechtlich bindend dokumentiert.

80 % des weltweit produzierten Palmöls stammt aus Indonesien und Malaysia. Die Arbeiter dort verdienen täglich nur wenige Euro, sind durchgehend den giftigen Unkrautvernichtungsmitteln ausgesetzt und unterstehen einem so enormen Lieferdruck, dass oftmals schon Kleinkinder zur Arbeit in die Plantagen ausrücken müssen. Hinzu kommt, dass bei immer stärkerer Nachfrage die Palmöl-Firmen dazu tendieren, auch auf andere Länder auszuweichen.

Ölpalmen brauchen zum Wachsen tropisches Klima, potentielle Anbauregionen liegen in Teilen Afrikas. Diese sind aber Heimat von 54 % der bedrohten Säugetierarten und fast zwei Drittel der bedrohten Vogelarten. Mit einem Zusammenbruch des Lebensraum würde auch ihre Überlebenschance schrumpfen.

Dennoch ist Boykott keine Lösung:

Es gibt bislang keine ökologisch sinnvolle Alternative für den kompletten Palmöl-Bedarf, denn die Öl-Pflanze ist im Vergleich zu den anderen Trägern von Pflanzenfetten scheinbar noch am effizientesten. Um den Bedarf an Öl durch Raps, Soja oder Sonnenblumen decken zu wollen, müssten Bauern eine neunfache Fläche anbauen.

Schnelle Lösung? Leider Nicht! Umdenken!

Die Palmöl-Produktion muss nachhaltiger gestaltet werden. Länder müssen sicherstellen, dass für neue Plantagen keine Urwälder gerodet werden. Die Frage stellt sich natürlich, wie dies durchzusetzen ist, wenn gleichzeitig die Nachfrage nach dem Rohstoff steigt. Momentane Überlegungen gehen dahin, die Produktivität der bestehenden Plantagen zu steigern, sowie endlich Transparenz in der gesamten Lieferkette zu schaffen.

Dinge mit denen wir als Verbraucher etwas bewegen können!

1) Das eigene Konsumverhalten ändern, indem wir den Verbrauch von Pflanzenölen einschränken: dabei so gut wie möglich, auf Produkte die viele Pflanzenöle enthalten verzichten und sparsamer mit Putzmitteln, Kosmetik und Bioenergien umgehen. Je niedriger der allgemeine Verbrauch an Pflanzenölen, desto weniger Fläche ist für den Anbau nötig!

2) Schreibe den Herstellern, wieso du nun auf ihre Produkte verzichtest und verlange von ihnen, dass sie zukünftig Palmöl aus der Liste streichen sollen.

3) Erzähle anderen von der Problematik die Palmöl mit sich bringt, je mehr Leute davon erfahren, desto mehr kann erreicht werden!

 

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