· Gastbeitrag Energieinitiative

Ökostromlabels und worauf dabei zu achten ist

Sonnenenergie Foto: Dr. H. Fried

Seit dem Reaktorunglück in Fukushima ist das Umweltbewusstsein der deutschen Energieverbraucher stark gestiegen, was der Kundenzuwachs bei den Ökostromanbietern beweist, der direkt danach stattfand.

Die Wahl fällt auf Ökostrom

Die Wahl fällt dabei insbesondere auf Ökostrom, weil dadurch der Anteil an konventionell hergestelltem Strom sinkt und langsam vom Markt verdrängt wird, was schlußendlich zum Atomausstieg führen wird. Dadurch ließen sich ähnliche Katastrophen hierzulande verhindern.

Doch nicht nur die Ökostromanbieter liefern Ökostrom. Mittlerweile hat auch fast jeder konventionelle Stromanbieter mindestens einen Ökostromtarif im Angebot. Es ist jedoch nicht sicher, ob der angebotene Ökostrom auch dazu führt, dass der Anteil im Strom-Mix steigt, da die Anbieter gerne tricksen und dazu haben sie die Möglichkeit, weil der Begriff Ökostrom in Deutschland nicht einheitlich definiert ist.

Gerne wird mit RECS-Zertifikaten getrickst

Besonders gerne wird auch mit RECS-Zertifikaten getrickst, die europaweit gehandelt werden dürfen. Durch die Zertifikate bekommen die Stromanbieter sogar die Möglichkeit ihren konventionell hergestellten Strom umzuetikettieren und als Ökostrom zu bewerben. Dieser Strom wird Graustrom genannt. Das passiert besonders oft bei konventionellen Stromanbietern, die hauptsächlich aus Kohle oder Atomkraft hergestellten Strom verkaufen.

Wer sich trotzdem einen Ökostromtarif eines konventionellen Stromanbieters buchen möchte, weil dieser vielleicht günstiger ist oder der Vertrag bessere Konditionen liefert, sollte darauf achten, dass der Tarif mit einem der Folgenden Labels ausgezeichnet ist:

  • OK-Power Label
  • Grüner Strom Label
  • TÜV Süd Zertifikat
  • TÜV Nord Zertifikat

In neue Ökostromprojekte investieren

Besonders beliebt sind das OK-Power Label und das Grüner Strom Label. Beide Labels haben besonders strenge Kriterien. Stromanbieter müssen die Herkunft des Stroms nachweisen und darüber hinaus in neue Ökostromprojekte investieren, um den Ausbau zu fördern. Außerdem müssen die Anlagen regelmäßig modernisiert werden, um den ökologischen Mindestvoraussetzungen gerecht werden zu können.

Auch der TÜV hat ähnlich strenge Kriterien an die Stromanbieter und die gleiche Aussagekraft wie das OK-Power Label und das Grüner Strom Label. Allerdings werden die Labels vom TÜV gerne von den Stromanbietern missbraucht. So werden unter anderem Ökostromtarife mit TÜV-Labels beworben, die nicht für Ökostrom stehen. Ökostromlabels vom TÜV haben entweder die Bezeichnung „Zertifizierter Ökostrom durch TÜV Nord CERT“, „EE01“ oder „EE02“. Sollte ein anderes Label vorliegen, steht dieses nicht für Ökostrom.

Reine Ökostromanbieter wie Naturstrom beispielsweise lassen sich ihre Produkte nicht zertifizieren. Sie werden ohnehin von verschiedenen gemeinnützigen Organisationen getragen und betrieben und legen daher ihr Geschäft offen dar, so dass sich jeder selbst davon überzeugen kann, dass es richtiger Ökostrom ist. Außerdem wollen sie sich mit dem Schritt von konventionellen Stromanbietern abheben, die trotz der Herstellung von konventionellem Strom solch ein Label erhalten können.

Details zu den Zertifikaten

Das Grüner Strom Label

Das Grüner Strom Label wird unter anderem vom NABU (Naturschutzbund Deutschland) und dem BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) getragen. EUROSOLAR gründete 1999 die Vergabestelle, um eine höhere Transparenz auf dem Energiemarkt zu erreichen. Daneben zertifiziert die Vergabestelle einzelne Ökostromtarife unterschiedlicher Stromanbieter und sorgt dafür, dass die Energiewende vorangetrieben wird, indem der Stromanbieter einen gewissen Betrag, der durch den Verkauf von Ökostrom gewonnen wird, in neue Ökostromprojekte investiert. Natürlich muss er auch beweisen, dass der verkaufte Ökostrom auch aus erneuerbaren Quellen stammt.

Das OK-Power Label

Das OK-Power Label wird von Energie Vision e. V. vergeben. Der Verein existiert seit 2000 und wurde ursprünglich ebenfalls gegründet, um die Transparenz auf dem Strommarkt zu erhöhen. Der von verschiedenen Umweltorganisationen getragene Verein zertifiziert mittlerweile ebenfalls Ökostromtarife und sorgt für den Ausbau erneuerbarer Energien Projekte, indem er die zertfizierten Stromanbieter dazu verpflichtet in neue Ökostromprojekte zu investieren.

Die Zertifikate vom TÜV

Der TÜV fungiert auch als Vergabestelle für Ökostromzertifikate. Die Zertifikate gliedern sich dabei in mehrere Varianten mit unterschiedlichen Kriterien.

Neben der Pflicht nachzuweisen, dass der Ökostrom aus erneuerbaren Quellen stammt, müssen die zertifizierten Stromanbieter auch in neue Ökostromprojekte investieren und ihre Anlagen zur Gewinnung von Ökostrom erneuern, da sie nicht älter als sechs, bzw. zwölf Jahre alt sein dürfen.
Ökostromlabels vom TÜV tragen dabei folgende Bezeichnungen:

  • TÜV Süd: „EE01“, „EE02“
  • TÜV Nord: „Geprüfter Ökostrom durch TÜV Nord CERT)

Sollte ein anderes Zertifikat einen Ökostromtarif bewerben, sollte dies auf der Webseite des TÜV nachgeprüft werden.

Weitere Informationen zu Ökostrom und Ökostromlabels sowie dem Stromanbieterwechsel gibt es unter:

http://energieinitiative.org/stromanbieter-wechseln/

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