· Naturefund Baumbrief

Lernen, auf die Natur zu hören

Mehr über Waldgärten lernen Photo: Asociación Patuca

Naturefund nutzt die Methode Waldgarten, um die Urwälder dieser Erde dauerhaft zu bewahren. Im Mai fuhren fünf Personen aus Honduras zu einer Fortbildung. Lesen Sie hier den persönlichen Bericht von Candy Alvarado, die Leiterin der Aufforstung im Nationalpark Patuca.

Workshop in Bolivien

Im Mai fuhren wir nach Bolivien, um an einem Workshop über Waldgärten teilzunehmen. Im letzten Jahr haben wir mit Hilfe von Naturefund im Nationalpark Patuca eine neue Aufforstungsmethode getestet. Sie nennt sich dynamische Agroforstwirtschaft oder kürzer: Waldgarten.

Mit dieser Methode kann Wald entstehen, während die Menschen gleichzeitig Landwirtschaft auf den Flächen betreiben. Was in unseren Ohren fast unglaublich klang, wir haben es ausprobiert und – es funktioniert. Auch die Bauern im Nationalpark sind sehr an dieser Methode interessiert.

Daher hat Naturefund uns die Teilnahme an einer Fortbildung in Bolivien ermöglicht. Mit fünf Leuten fuhren wir nach La Paz: Zwei Mitarbeiter der Asociación Patuca, zwei Bauern aus dem Nationalpark und ein Professor von der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität in Catacamas, der nächst größeren Stadt nahe dem Nationalpark Patuca.

Waldgärten werden überall auf der Welt eingesetzt

Mittlerweile werden Waldgärten überall auf der Welt eingesetzt, auch in zwei Projekten von Naturefund, in Madagaskar und eben in unserem Nationalpark.

Einmal im Jahr gibt es einen Workshop über diese Methode. Unsere Freude war sehr groß, als wir erfuhren, dass wir dieses Jahr daran teilnehmen konnten. Am 6. Mai kamen wir in La Paz, der Hauptstadt von Bolivien, an und fuhren gleich am ersten Tag ins Tiefland, nach Alto Beni und Sapecho, dort, wo tropischer Regenwald ist.

Wir sind Teil der Natur und verdanken ihr unser Leben

Der erste Tag vom Workshop begann mit einer Dankeszeremonie an die “Pachamama”, die Mutter Erde. Es wurde gesagt, dass wir Menschen oft so weit von der Natur entfernt sind, dass es gut ist, uns daran zu erinnern, dass wir Teil der Natur sind und ihr unser Leben verdanken.

In den kommenden Tagen lernten wir die Grundprinzipien von Waldgärten kennen und besuchten Bauern, die schon seit Jahren mit der Methode arbeiten. Sie zeigten uns, wie Bäume für die Landwirtschaft genutzt werden können. Neben Schatten und organischem Material als Dünger für die Pflanzen, liefern sie auch Früchte und Holz. Unter Bäumen wachsen zum Beispiel gut Maniok, Tannia (eine stärkehaltige Pflanze), Ingwer und verschiedene Kartoffelsorten.

Waldgärten imitieren die Natur in ihrer Vielfalt und im Nebeneinander verschiedener Pflanzenarten. Die Bauern können das ganze Jahr über in ihren Waldgärten ernten. Dabei setzen sie keine Chemikalien ein, nutzen den Dünger der Natur und haben meisten auch weniger Arbeit als bei den herkömmlichen Anbaumethoden.

Bäume helfen uns

Der Höhepunkt des Workshops war für mich, als wir selbst Parzellen nach diesen innovativen Anbau-Ideen anlegen konnte. Wir lachten und diskutierten dabei viel. Wir staunten über das einfache Prinzip, die kostengünstigen Betriebsmittel der Natur zu nutzen, nämlich Äste, Blätter und Samen. Die Bäume helfen uns.

In Zukunft werden wir diese Methode an die Bauern im Nationalpark Patuca weitergeben, damit sie sie anwenden, verstehen lernen, überprüfen und selbst erfahren können, wie sie funktioniert. Sie sollen wie ich erfahren, dass Bäume nicht nur zum Abholzen gut sind, sondern ihnen auch helfen können.

Bilder von der ersten Waldgärten im Nationalpark Patuca

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Die neuen Parzellen vom Workshop, 6 Wochen später
(in Spanisch):

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