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Keine neuen Zäune im Dörrebachtal

Eine Wiese kann geschützt werden - auch ohne Zäune! Foto: Naturefund

Unerwartet großen Zulauf hatte die Pressekonferenz für das Projekt "Rettet das Dörrebachtal". Etwa 50 bis 60 Interessierte drängten sich zu der gemeinsamen Präsentation des Vereins Naturefund und des BUND Rheinland-Pfalz.

Dörrebachtal in Gefahr

Eine Fläche von elf Hektar des insgesamt 120 Hektar großen Dörrebachtals wollen die Naturschutzorganisationen kaufen, um es vor weiteren Eingriffen zu sichern.

Einen entsprechenden Antrag hatte man Ende Dezember an den Stromberger Stadtrat gestellt. Die Naturschützer sehen das Tal insbesondere durch die Bestrebungen der Firma Schaefer-Kalk bedroht, die im vergangenen Jahr weitere Flächen für den Abbau zukaufen wollte. Dieser Antrag wurde vom Stromberger Stadtrat abgelehnt. Für die Naturschützer sei das Thema dennoch nicht vom Tisch, da die Pläne bereits erstellt seien und jederzeit wieder aus der Schublade geholt werden könnten, begründete Dr. Erwin Manz, Landesgeschäftsführer des BUND, die Initiative.

Keine neuen Zäune

Nach Ansicht von Naturefund und BUND lässt sich das Dörrebachtal mit seiner besonderen geologischen Formation und den dort heimischen Pflanzen- und Tiergemeinschaften durch den Erwerb am besten auf Dauer sichern. Manz betonte, dass der Naturschutz keinesfalls mit neuen Zäunen verbunden sein soll, sondern, dass man dabei auch das Naherholungsgebiet für die Menschen erhalten wolle.

Der Verein Naturefund habe bereits mit anderen, gleich großen Projekten Erfahrung gesammelt, betonte dessen Vorsitzende Katja Wiese. Der Ankauf soll mit Patenschaften finanziert werden, die Pflege der Flächen übernimmt der BUND. Dabei stütze man sich bei der Planung auf die örtlichen Gruppen, erklärte Dr. Manz. Beispielsweise soll der vorhandene Pfad als Naturerlebnispfad und für Exkursionen genutzt werden.

Ein Stück Lebensqualität sichern

Die Naturschützer wollen keine Erhaltung der Arten um ihrer selbst Willen betreiben. Vielmehr bedeute die Sicherung des Dörrebachtales, das zu den europäischen Flora-Fauna-Habitaten zähle, auch ein wichtiges Stück Lebensqualität für die hier lebenden Menschen, sagte Manz.

Auf die Besonderheiten der Pflanzenwelt in dem mit 1,5 Kilometer längsten Trockental im Nahe-Hunsrückraum ging Hans Faus ein. Eine Reihe von schutzwürdigen Pflanzen ist hier verbreitet wie Wanderveilchen, Alpen-Ziest oder Vogel-Nestwurz. Für Tiere hat das Dörrebachtal hohe Bedeutung, weil es in einem der wichtigsten europäischen Wildtierkorridore liege, führte Andreas Kiefer aus. Von dem Gebiet um Stromberg aus bestehe für viele Arten die einzige Möglichkeit, den Rhein zu überqueren und nach Osten zu wandern. Kiefer wies ferner darauf hin, dass die Höhlen im Dörrebachtal als Winterquartiere von Fledermäusen genutzt werden. Neben vielen anderen seltenen Tier- und Pflanzenarten leben hier die vom Aussterben bedrohte Bechsteinfledermaus oder die ebenfalls sehr rare Fransenfledermaus. Von Bedeutung sei das Tal zudem als Lebensraum der Wildkatzen.

Über den Antrag von Naturefund und BUND wird der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 6. Februar im nichtöffentlichen Teil beraten.

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