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Glyphosat - Das meistverkaufte Pflanzengift der Welt

Unkrautvernichtungsmittel wird gesprüht
Foto: Pixabay

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ist das am häufigsten eingesetzte Herbizid weltweit.

Glyphosat wurde 1974 erstmals vom US-Konzern Monsanto unter dem Namen „Round Up“ auf den Markt gebracht. Schätzungen zufolge werden weltweit jährlich 1,35 Millionen Tonnen des Gifts eingesetzt. In Deutschland werden 40 % der Ackerflächen mit diesem Herbizid behandelt.

Wirkungsweise des Gifts: 

Glyphosat ist ein nicht-selektives Totalherbizid. Durch die Hemmung von wichtigen Stoffwechselprozessen in Pflanzen, tötet es jede, die mit dem Herbizid in Berührung kommt. Weltweit nutzen Bauern das Gift, um ihre Felder vor der Neubepflanzung von unerwünschten Pflanzenbewuchs zu befreien. Die Forschung entwickelte daher gentechnisch veränderte Pflanzenarten, wie beispielsweise Gensoja oder auch Round-up-ready Soja. Diese Arten wurden so modifiziert, dass sie resistent gegen den Einsatz von Glyphosat sind. Dadurch kann das glyphosathaltige Herbizid großflächig auf den Feldern verteilt werden, auf denen die gentechnisch veränderte Pflanzen gerade auskeimen oder bereits schon wachsen. Um sie herum wird das unerwünschte Unkraut mit dem Herbizid vernichtet. Mehrere Studien weisen darauf hin, dass Glyphosat offenbar nicht nur Stoffwechselprozesse in Pflanzen hemmt oder stört, sondern dies auch bei Tieren, Insekten und Menschen verursacht.

Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt.

Im Oktober 2016 fand ein Tribunal in Den Haag statt, bei dem Opfer sowie Experten und Expertinnen aus fünf Kontinenten über die Schäden durch Glyphosat berichteten. 

Die Betroffene erzählten von Schädigung menschlicher Zellen, beim direkten Kontakt mit dem Gift -  so wurde von Verätzungen der Haut und von Atemnot berichtet. Insbesondere das Risiko an chronischen Krankheiten wie Asthma und Krebs zu erkranken, sei durch Einsatz von Glyphosat enorm angestiegen. Hinzu kommt, dass insbesondere in ärmeren Gebieten denjenigen, die mit Glyphosat arbeiten, häufig keine Schutzkleidung zur Verfügung stehen, sodass diese fast immer im direkten Haut-, Atem- und Augenkontakt mit dem Gift stehen.

Der Molekular Embryologe Prof. Andrés Carrasco der Universität Buenos Aires aus Argentinien, erforscht  z. B. den Zusammenhang der „durch Glyphosat verursachten Fehlbildungen bei Wirbeltieren“. Er konnte aufzeigen, dass Glyphosat wichtige Enzyme im Körper hemmt, was nachweislich zu Missbildungen von Organen und Gliedmaßen bei Tieren und Menschen führt. Tiere nehmen dabei die schädliche Menge Glyphosat überwiegend über die Nahrung auf. Zu wie vielen Missbildungen, Totgeburten und Krankheiten es bei Tieren kommt, die mit Glyphosat in Verbindung kommen, ist noch nicht erforscht. 

Gerade Gensoja enthält enorm viele Rückstände von Glyphosat. Für Menschen ist dies insbesondere dann riskant, wenn ein direkter Kontakt mit dem Gift über die Atemwege oder die Haut in den ersten Schwangerschaftswochen erfolgt. Betroffene berichteten beim Tribunal über die Fehlbildungen ihrer Kinder, die wahrscheinlich von dem Kontakt mit Glyphosat in den ersten Schwangerschaftswochen herrühren.

60% der argentinischen Ackerflächen werden heute mit Gensoja bewirtschaftet und entsprechend mit Glyphosat behandelt. Ab 1995 stieg der Einsatz von Glyphosat in Argentinien deutlich an. Die Statistik zeigt deutlich, dass ab 1995 die Rate der Fehlgeburtenrate in Argentinien um das Vierfache gestiegen ist und die angeborenen Fehlbildungen sich mehr als verdoppelt haben.

Zudem sind die Auswirkungen von Glyphosat auf die Böden und Pflanzen verheerend: Im Bericht von Don Hubers „ Falsche Versprechen und fehlerhafte Wissenschaft, der Einfluss von GVO und Glyphosat auf Boden, Tier, Mensch und Umwelt“ weist er nach , dass der massive Einsatz von Glyphosat zur Verbreitung von über 40 neuen Pflanzenkrankheiten geführt hat. Durch Glyphosat leiden die Pflanzen an Mineralstoffmangel, werden krank und bringen weniger Ertrag. Hubers spricht beim Einsatz von Glyphosat von einem regelrechten Ökozid, einem Verbrechen gegen das Ökosystem.

Gefahren waren bereits bekannt

Im März 2015 hat die internationale Agentur für Krebsforschung auf der Basis von 17 Expertenmeinungen Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Trotz dieser Ergebnisse hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (kurz EFSA) im November 2015 einer weiteren Zulassung von Glyphosat in Europa stattgegeben. Alle 10 Jahre erfolgt eine Prüfung und die EFSA entscheidet über die weitere Zulassung von Chemikalien. Nach der Entscheidung der EFSA im November 2015  verfassten 96 internationalen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen einen Brief an die zuständige EU- Kommission, in dem von fehlerhaften Ergebnissen, falschen Methoden bei der Auswertung und der Ignoranz von wichtigen Beweisen bei der Prüfung gesprochen wird. Die EFSA änderte ihre Entscheidung nicht.

Doch schon bei der Zulassung von Glyphosat im Jahre 1978 seien Studien nicht korrekt ausgeführt worden. Diese Studien dienen bis heute als Basis für Monsanto , ihre Produkte als ungiftig zu deklarieren. Eine Wiederholung dieser Studien durch den norwegischen Biologe Thomas Bahn ergaben jedoch, dass Glyphosat 100 - 300 mal giftiger ist, als es Monsanto dargestellt.

Ebenso wurden die Zulassungsunterlagen von Glyphosat bei der EPA, der amerikanischen Umweltschutzbehörde vom Biochemiker Anthony Samuel untersucht. Aus diesen Unterlagen wird deutlich, dass Monsanto bereits seit 1978 von den unterschiedliche Krebsarten wusste, welche durch die Verwendung von Glyphosat verstärkt werden können. Diese vertraulichen Informationen wurden von Monsanto aber nie veröffentlicht . Das bedeutet, das Unternehmen wusste seit 1978 von den gesundheitlichen Risiken durch Glyphosat und hat dieses Pestizid dennoch verkauft – bis heute. 

Zukunftsaussichten:

Die ersten Länder, wie beispielsweise Sri Lanka, haben Glyphosat als Herbizid verboten. Nun wurde auch der ersten Klage gegen Monsanto (heute im Besitz von Bayer) wegen verschleierter Krebsrisiken von Glyphosat stattgegeben. Ein krebskranker Betroffener soll nun Schadensersatz in Höhe von 79 Millionen Euro von Bayer erhalten. 

Allein in den USA laufen 8.700 weitere Klagen wegen möglichen Erkrankungen durch Glyphosat gegen Monsanto (Bayer) . Und auch in Europa klagen bereits krebskranke Glyhosat-Nutzer gegen den Chemiekonzern. Der Anfang des Falls eines milliardenschweren Giftvermarkters? 

 

 

 

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