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Gestreifte Quelljungfer

Gestreifte Quelljungfer Foto: Friedrich Böhringer

Die Gestreifte Quelljungfer ist mit 10 cm Flügelspannweite eine der größten Libellen Mitteleuropas. Ihr bevorzugter Lebensraum sind Quellen und Hangquellmoore. In Mitteleuropa kommt diese Art nur inselartig vor und gilt als stark bedroht.

Winter im Hangquellmoor

Die Gestreifte Quelljungfer (Cordulegaster bidentata) wird 8 cm lang und hat eine Flügelspannweite von 10 cm. Sie liebt kühle, sauerstoffreiche Bäche und deren Quellen. Ihre Larven legt sie oft in winzige Quellrinnsale mit Kalktuffablagerungen, die von Moospolstern überwachsen sind und kleine, leicht durchströmte Wasserbecken bilden.

Jetzt im Januar 2014 ist unser Hangquellmoor in tiefer Winterruhe. An der Quelle des Hangmoores liegt ein Eispanzer, gebildet vom austretenden Quellwasser, das noch „warm“ als Grundwasser hervortrat, bevor es dann in eisiger Nacht Schicht um Schicht gefriert.

Dieser Eispanzer ist zugleich aber auch Schutzschild für die ruhende Flora und Fauna. So warten auch einige der Larven der gestreiften Quelljungfer auf „ihre besondere Zeit“ im Frühjahr.

Fünf Jahre für ihre Entwicklung

Diese Larven der gestreiften Quelljungfer benötigen fünf Jahre für ihre Entwicklung. Dabei bringen sie etwa 14 Häutungen hinter sich. Am Ende ist die Larve fünf cm lang. Aber Geduld ist bei der Larve der gestreiften Quelljungfer auch eine Überlebensstrategie. Sie wartet meist eingegraben auf dem Bachgrund und greift mit ihrer Fangmaske nach vorbei schwimmenden kleineren Insekten. Dann, wenn der Frühling in den Frühsommer übergeht, meist in den letzten Tagen im Mai, gehen die Quelljungfer-Larven an Land, um an nahegelegenen Bäumen dort im Uferbereich zu schlüpfen.

Nach dem Schlupf, fliegen die Quelljungfern in die umliegenden Wälder, wo sie ihre Reifeflugphase hinter sich bringen. Mit der Geschlechtsreife im Juni fliegen sie zurück zum Wasser. Finden ein Männchen dort ein Weibchen, wird dieses sofort begattet. Die Paarung hält meist mehr als eine Stunde an und findet oft in den Wipfeln der Bäume statt.

Eiablage im Bachgrund

Die Ablage der Eier durch das Weibchen geschieht allein. Hierbei wird zuerst der Bachgrund durch kräftige Stöße mit dem Hinterleib „geprüft“ um dann die Eier weit im  Sand eingebohrt abzulegen. Dazu benutzen die Quelljungfer-Weibchen den sehr langen und robusten Legebohrer an ihrem Hinterleib.

Nun beginnt erneut der Zyklus der Fünf-jährigen Entwicklungsphase als Larve, in welchem das Hangquellmoor zur unersetzlichen Heimstätte und Voraussetzung für den erneuten Flug der gestreiften Quelljungfer ist.

In Mitteleuropa kommt diese Art nur inselartig vor und gilt als stark bedroht.

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