· Naturefund Baumbrief

Fledermäuse forsten Regenwald auf

Regenwald ist vielerorts nur noch in Resten vorhanden. Foto: Detlev Kelm

Die Bäume in Honduras wachsen und das ist auch bitter nötig, denn Honduras ist mit 3,1% jährlichem Verlust der Waldfläche zwischen 2000 und 2005 das Land mit dem höchsten jährlichen Waldverlust in Mittel- und Südamerika.

Vorallem Patuca ist schwer von Abholzung betroffen

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Bäume in unserem Projekt in Honduras wachsen und das ist auch bitter nötig, denn jährlich werden in Mittel- und Südamerika 0,5 bis 1,2% der Waldfläche gerodet. Honduras ist mit 3,1% jährlichem Verlust der Waldfläche zwischen den Jahren 2000 und 2005 das Land mit dem höchsten jährlichen Waldverlust in Mittel- und Südamerika und damit auch unter den „top ten“ der Länder mit den höchsten Waldrodungsraten in der Welt (Food and Agriculture Organization of the United Nations, 2005).

Die Abholzungsrate im Nationalpark Patuca ist besonders hoch. Die Auswertung von Satellitenbildern aus den Jahren 1996 bis 1997, 2000 und 2005 bis 2006 ergab, dass die jährliche Abholzungsrate im Nationalpark bei über 5% lag. Seit 2007 unterstützt Naturefund die Wiederaufforstung und es ist langsam eine Trendwende zu erkennen. In den letzten vier Jahren haben wir mit Ihrer Unterstützung über 100 Baumschulen im Nationalpark Patuca aufgebaut, in denen nun jedes Jahr 30.000 Baumsetzlinge heranwachsen. Langsam stellen die Bauernfamilien von einer Landwirtschaft mit Vieh und Mais auf eine nachhaltige Landwirtschaft mit Bäumen um.

Ein erster Schritt ist gemacht, um die Abholzung des Regenwaldes zu bremsen. Nun können wir den Blick von den Dörfern im Nationalpark auf die unglaublich große Fläche von 120.000 Hektar lenken, die mitten im Schutzgebiet bereits abgeholzt sind. Wie können wir diese Fläche sinnvoll und effektiv wieder aufforsten? Welcher kluge Mechanismus und welche Verbündeten können uns dabei unterstützen?

Eine Verbündete haben wir vielleicht gefunden, ihr Name: Fledermaus. Anders als bei uns in Europa gibt es in Mittel- und Lateinamerika zahlreiche fruchtfressende Fledermäuse. Sie gehören damit zu den wichtigsten Samenverbreitern in der Tropen Amerikas. Fledermäuse suchen tagsüber Hohlräume in alten Bäume auf, in denen sie ruhen können. Auf abgeholzten Flächen gibt es jedoch keine Bäume mehr. Die Fledermäuse bleiben in den noch bestehenden Waldresten. Auf den gerodeten Flächen sinkt der Sameneintrag daher gegen Null und die natürliche Wiederbewaldung stockt.

Vor einigen Jahren begann der Wissenschaftlern Dr. Detlev Kelm, künstliche Fledermausquartiere zu entwickeln und diese auf gerodeten Flächen in Costa Rica aufzubauen. Mit Erfolg: Die Quartiere wurden von 10 Fledermausarten angenommen und der Sameneintrag rund um die Fledermausquartiere stieg deutlich. Jetzt um diese Zeit, Mitte März 2011, ist Dr. Kelm mit Nelly Paz von der Asociación Patuca im Nationalpark. Sie wollen fünf Fledermausquartiere testweise nahe dem Dorf Bermudaz aufstellen. Sollten die Quartiere erfolgreich von den Fledermäusen angenommen werden, wollen wir diese Methode flächendeckend im Nationalpark einsetzen.

Mehr über die neue Aufforstungs-Methode erfahren Sie in dem Bericht von Dr. Kelm:
www.naturefund.de/fledermaus

Direkt Bäume pflanzen:
www.naturefund.de/baum

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