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Erdöl in Kerzen - ein Klimakiller zur Adventszeit

Kerzen werden oftmals aus Erdöl hergestellt
Foto: Pixabay

Wenn die Tage im Herbst kürzer werden und die Temperaturen sinken, machen wir es uns zuhause gerne gemütlich und zünden Kerzen an. Doch herkömmliche Kerzen sind oftmals problematisch für unsere Umwelt. 

Was wäre die Adventszeit ohne Kerzen? Sie schmücken den Weihnachtsbaum, dürfen auf dem Adventskranz nicht fehlen und verbreiten Festtagsstimmung. Doch nicht nur während der Adventszeit haben wir Deutschen den höchsten Kerzenverbrauch in der gesamten Europäischen Union – pro Jahr werden hierzulande über 200.000 Tonnen Kerzen verkauft. 

Hauptbestandteil der Kerzen ist Paraffin

Die meisten Kerzen aus dem Handel, nämlich knapp 75 Prozent, bestehen aus Paraffin, einem Nebenprodukt, welches beim Raffinieren von Erdöl entsteht. Erdöl stell einen nicht nachwachsenden, fossilen Brennstoff dar, bei dessen Verarbeitung große Mengen CO2 freigesetzt werden. Die Klimabilanz des Erdölprodukts ist auch bei Kerzen negativ - Das Abbrennen von rund 150.000 Kerzen aus Paraffin pro Jahr, setzt mehrere tausend Tonnen CO2 in Deutschland frei. Man sollte die Kerzen aus Paraffin also möglichst meiden. Noch machen die Kerzen aus Paraffin zwar den größten Teil im Handel aus, allerdings wird der Rohstoff immer knapper und teurer. Grund dafür ist, dass das Raffinieren vom Erdöl derart verfeinert wurde, dass kaum noch Abfallprodukte und somit kaum noch Paraffin anfällt. Des Weiteren nimmt auch das Vorkommen an Erdöl immer weiter ab. 

Auch Palmöl wird oftmals für Kerzen verwendet

Man benötigt also andere Stoffe für die Herstellung von Kerzen. Bisher deutlich seltener wird Stearin für Kerzen verwendet, welches aus pflanzlichen oder tierischen Fetten hergestellt wird. Meistens wird für die Herstellung dieser Kerzen pflanzliches Fett, genauer gesagt Palmöl, verwendet.  Zwar ist Palmöl im Gegensatz zu Erdöl kein fossiler, sondern ein nachwachsender Rohstoff, allerdings werden zum Anbau der Ölpalmen, welche vor allem in den Tropen angebaut werden, riesige Flächen benötigt. So werden in Indonesien und Malaysia, welche fast 90 Prozent des Weltmarktes für Palmöl abdecken, Unmengen an tropischem Regenwald abgeholzt. Allein in Indonesien wurde für den Anbau der Ölpalme bereits eine Fläche doppelt so groß wie Bayern geopfert. Mehr als 400.000 Hektar dienen dabei allein dem Verbrauch von Palmöl in Deutschland. 

Welche Alternativen gibt es?

Kerzen aus Bienenwachs können als umweltfreundliche Alternative angesehen werden, insbesondere, wenn sie aus einer Bio-Imkerei stammen. Zwar sind die Bienenwachskerzen oftmals wesentlich teurer als Kerzen aus Paraffin oder Palmöl, allerdings handelt es sich auch um ein natürliches Produkt, welches keine Zusatzstoffe enthält. Ein weiterer Pluspunkt ist der wunderbare Geruch, den das Naturprodukt verströmt. Allerdings stellt auch das Wachs der Bienen nur einen begrenzt verfügbaren Rohstoff dar. Die Devise lautet also: Lieber seltener eine Kerze anzünden und diese dann bewusst wertschätzen. Man kann sich seine Kerze auch selber basteln. Hierbei kann man auf die Umweltfreundlichkeit der verwendeten Produkte achten und beispielsweise Wachs aus Raps oder Soja aus ökologischem Anbau verwenden. 

 

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