· Kreisanzeiger Wildeck- Obersuhl

Eine Parzelle zum Paradies

Ein See mit Sumpflandschaft Foto: Naturefund

Ein Sumpfwald nahe Obersuhl an der hessisch-thüringischen Grenze soll für die Natur gekauft und auf Dauer in Ruhe gelassen werden. Katja Wiese hat eine Vision: "Bis 2020 sollen in jedem Land der Erde zehn Prozent der Fläche unter Naturschutz stehen".

Land für Natur kaufen - ein Kindheitstraum 

Liebe Leserin, lieber Leser

Der Traum für dieses Ziel begann für sie als 13-Jährige. Damals sah sie die eigentümlich gewellten Wiesen in Friesland, die ursprünglich einmal Sumpfgebiete waren. Die Bauern hatten tiefe Gräben angelegt, um die Sümpfe auszutrocken und für die Landwirtschaft zu nutzen. Wiese versprach sich damals: "Wenn ich einmal groß bin, kaufe ich Land für Natur". Heute ist sie groß und kauft Land für Natur!

Für ihr ehrgeiziges Ziel gründete die Wiesbadenerin gemeinsam mit anderen Naturanhängern im April 2003 den gemeinnützigen Naturschutzverein Naturefund. Dessen Ziel ist die Erhaltung von Lebensräumen und der Schutz der Artenvielfalt. "In Deutschland sind nur etwa drei Prozent des Landes geschützt. Unberührte Gebiete, in denen sich die Natur ohne menschlichen Einfluss entwickeln kann, gibt es viel zu wenige", so die 37-Jährige.

Ein solcher wilder Platz ist ein besonderes Fleckchen Lebensraum an der ehemaligen innerdeutschen Grenze bei Obersuhl. Das knapp acht Hektar große Areal – davon sind über 80 Prozent Sumpfwald, der Rest sind Feuchtwiesen und ein Teich in den Werra-Auen ist das erste Projekt des jungen Vereins.

Eine kuriose Geschichte

Der dortige Wald hat eine kursiose Geschichte hinter sich. Er gehört zu Dankmarshausen, einer Gemeinde in Thüringen, liegt aber in Hessen. Aufgrund der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze wurde er 40 Jahre in Ruhe gelassen und konnte sich wieder zu einem richtigen Sumpf- und Auenwald zurückentwickeln.

"Solche Sumpf- und Auenwälder sind in Deutschland äußerst selten geworden. Und Wälder, die alt werden können und wo die Bäume, dick und schwer geworden irgenwann von alleine fallen und vermodern und damit vielen Arten Lebensgrundlage bieten, gibt es so wenige, dass man sie kaum im Promillebereich nennen kann. Und genau solch ein Wald soll dieser werden", erklärt Wiese. Das Gebiet sei ohnehin einzigartig; es stelle einen wichtigen Rastplatz für Zugvögel dar. Von den 430 in Europa vorkommenden Vogelarten, können man nur in diesem Bereich unberühter Natur über 230 Arten entdecken.

Wiese: "Damit dieser Märchenwald für die Vielfalt der dort lebenden Arten dauerhaft gesichert wird, brauchen wir 2.500 Paten, die bereit sind, eine Patenschaft zu übernehmen und für 30 € ganze 30 Quadratmeter Natur zu schützen.

80 Prozent von jeder Spende werden direkt zum Kauf und Erhalt von Land für die Natur verwendet. Das übrige Geld dient der Betreuung der Paten und für den Aufbau des Vereins.

Naturefund arbeitet eng mit dem NABU Hessen zusammen. "Da die öffentliche Hand sich mehr und mehr zurückzieht, haben wir uns gemeinsam entschlossen, neue Wege zu gehen. Die Idee ist dabei einfach und einfach gut! Man kaufe ein Stück Natur, werde Eigentümer eines schönen Fleckens Erde und bewahre somit einen Lebensraum, der einzigartig ist und möglicherweise zerstört werden könnte", erklärt die Gschäftsführerin von Naturefund die Idee, Lebensräume für Flora und Fauna zu sichern.

Großes Interesse am Projekt

Bereits jetzt sind über 600 Parzellen (18.000 Quadratmeter) von Paten für dne Natur gesichert. Und wöchentlich kommen neue Paten hinzu. Auch Anfragen aus europäischen Nachbarstaaten und von anderen Naturschutzorganisationen liegen Katja Wiese vor.

Noch gehört das unberührte Stück Natur der Gemeinde Dankmarshausen. Auf einer Gemeinderatsversammlung in dem thüringischen Ort Ende August stellte Wiese das Naturefund- Projekt vor. "Die Gemeinde hat dann abgestimmt, ob sie den Wald an Naturefund/NABU verkaufen möchte und sich mit großer Mehrheit für den Verkauf zum Schutze der Natur entschieden" freute sich Wiese über die Zustimmung aus Dankmarshausen.

"Pate werden ist ganz einfach", weiß die 37-Jährige. Auf www.naturefund.de reicht ein Klick auf die Projektkarte und schon surft man durch den kleinen Sunpfwald Nahe Obersuhl. Man sieht Fotos, erfährt Wissenswertes über das Gebiet und kann direkt auswählen, welches Land man mit einer Patenschaft schützen möchte: den Sumpfwald, die Feuchtwiese oder die Graureiher-Kolonie. Unter 0611 / 504581011 kann man sich auch telefonisch bei Katja Wiese als Pate bewerben. Natürlich kann man eine Patenschaft auch verschenken! Für einen kleinen Aufpreis gibt es eine wunderschöne Patenurkunde, mit dem gewünschten Namen. Jeder kann mithelfen, das kleine Paradies zu erhalten", sagt Wiese.

Direkt zum aktuellen Landkauf-Projekt

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