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Ein Jagdrevier für den Uhu

Der Uhu kehrt langsam zurück
Foto: Dr. H. Fried

Der Uhu war in Mitteleuropa aufgrund von Verfolgung und dem starken Einsatz von Pestiziden fast ausgerottet. Durch Auswilderung von einigen in Gefangenschaft gezüchteten Uhus stabilisiert sich sein Bestand langsam.

Der Uhu

Das typische Uhurevier hat im Durchschnitt eine Größe von 40 Quadratkilometern. Er bewohnt reich gegliederte Landschaften mit bewaldeten und offenen Flächen, wie z. B. die Obstbaumwiese in Steeden, gern auch in der Nähe von Gewässern, und ist sehr standorttreu. Er kommt in Europa vor allem in den Mittelgebirgen und in den Alpen vor.

Mit 60 bis 75 cm Größe und einer Spannweite von 160 bis 170 cm ist der Uhu die größte europäische Eule. Er ist fast so groß wie ein Steinadler. Deswegen wird er auch der 'König der Nacht' genannt.

Das Uhu Weibchen ist größer als das Männchen

Das Weibchen ist deutlich größer als das Männchen. Es wiegt durchschnittlich 2.600 Gramm, während das Männchen etwa 1.900 Gramm wiegt. Der Uhu hat auffällige Federohren und leuchtend orangegelbe Augen. Das Gefieder ist rostbraun mit dunkler Längs- und Querstreifung. Das Brustgefieder ist heller als der Rücken.

Der Uhu ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Zur Zeit der Jungenaufzucht jagt er jedoch auch am Tage. Männchen, die noch keine Partnerin haben, rufen sehr ausdauernd und intensiv. Dabei ist ihre Kehle gebläht, so dass ein weißer Kehlfleck sichtbar wird. Intensives Rufen hat man auch bei Uhuweibchen festgestellt, deren Partner verstorben ist und die im ursprünglichen Revier allein zurückblieben.

Der Uhu liebt felsiges Gelände

Zum Balzverhalten gehört es auch, dass das Männchen versucht, das Weibchen mit Lock- und Fütterungslauten zum ausgewählten Nistplatz zu locken. Nimmt das Weibchen den Nistplatz an, beginnt das Männchen das Weibchen mit Beute zu versorgen, und zwar häufig schon Wochen vor dem eigentlichen Brutbeginn.

Der Uhu bevorzugt für die Brut felsiges Gelände. Im Flachland jedoch ist er auch Bodenbrüter oder nutzt alte Greifvogelhorste. Er lebt in monogamer Dauerehe. Balz und Eiablage erfolgen im Februar bis März. Das Weibchen legt 2-5 Eier. Nach einer Brutdauer von 32 - 36 Tagen folgt eine Nestlingszeit von 30 - 45 Tagen.

Tagsüber verbirgt der Uhu seine Augen

An ihren Ruheplätzen tarnen sich Uhus mit steil aufgerichteten Federohren und zu schmalen Schlitzen verengten Augen. Damit verbergen sie ihre auffälligen Gesichtskonturen mit den großen Augen auch gegenüber Tagvögeln, die auf einen tagsüber entdeckten Uhu mit aggressivem Verhalten reagieren, laut lärmend auf den entdeckten Uhu aufmerksam machen und teilweise sogar Scheinangriffe auf den nächtlichen Räuber fliegen.

Der Uhu jagt kleinere Säugetiere bis zur Größe von Igeln, Hasen und auch Rehkitzen sowie mittelgroße Vögel (Krähen, Habicht, Graureiher und alle kleineren Eulen). Uhus können Beutetiere im Flug wegtragen, die bis zu zwei Drittel ihres Körpergewichts wiegen.

Immer noch werden Uhuhorste bewacht

Der Uhu ist Such- und Ansitzjäger. Das für den Uhu ideale Jagdrevier hat eine abwechslungsreiche Struktur und ist von Hecken, Gewässern und Feldgehölzen sowie offenen Feldflächen durchzogen. Während Uhus den engeren Bereich rund um das Nest verteidigen, gilt dies nicht für ihr Jagdrevier. Dieses überlappt sich zum Teil mit dem benachbarter Individuen.

Der Uhu kann in der freien Natur mindestens 19 Jahre alt werden, in Gefangenschaft sogar bis zu 60 Jahre. Er hat in der Natur keine natürlichen Feinde. Hauptursachen für seine Bestandsgefährdung sind heute vor allem Unfälle an Stromleitungen sowie durch den Schienen- und Straßenverkehr. Da der Uhu sehr empfindlich auf Störungen an den Brutplätzen reagiert, werden noch häufig die Horste zum Schutz des Uhus überwacht.

7 Brutpaare brüten in Limburg-Weilburg

Der Uhuhorst nahe der Streuobstwiese wurde von den HGON während der Brutzeit in den Jahren 1977 bis ins Jahr 1985 durchgehend bewacht. Der intensive Schutz wie auch die stete Aufklärungsarbeit der HGON führten dazu, dass einstige Uhu-Skeptiker vor Ort und in der Jägerschaft die Uhus im Landkreis Limburg-Weilburg akzeptierten.

Jedes Jahr brüten Uhus im Steinbruch bei der Streuobstwiese. Im gesamten Landkreis Limburg-Weilburg brüten sieben Uhupaare.

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