· Naturefund Pressemitteilung

Ein extrem seltener schräger Vogel: Harpyie entdeckt

Junge Harpyie beim Nest Foto: Herbert Dohlen

Erstmalig wurde im Nationalpark Patuca in Honduras eine Harpyie mit Nachwuchs beobachtet. Der zweitgrößte Vogel der Erde versteckt sich in den dichten Urwäldern Mittel- und Südamerikas und ist extrem selten.

Das 3. Harpyien-Nest nördlich von Panama

Wer jemals eine Harpyie zu Gesicht bekommt, kann sich extrem glücklich schätzen. Der zweitgrößte Vogel der Erde versteckt sich in den dichten Urwäldern Mittel- und Südamerikas und zieht nur alle 3 bis 4 Jahre ein Junges groß, das er in Nestern in 25-30 Metern Höhe versteckt. Beobachtung: Bisher fast unmöglich.

Umso sensationeller die Nachricht aus Honduras, dass dort im Nationalpark Patuca ein Harpyien-Nest mit einem Jungtier gefunden wurde. Dieses Nest ist der erste Nachweis in dem mittelamerikanischen Land überhaupt und eigentlich fast ein Zufallsfund: Der deutsche Fotograf und Filmemacher Herbert Dohlen war im Rahmen einer Studie auf den Spuren des Jaguars im Nationalpark unterwegs.

Dabei entdeckte er und der US-amerikanische Tropenmediziner Dr. Louis Perrinjacket fast nebenbei die Sensation. Das Harpyien-Nest ist nur eines von drei dokumentierten Nestern nördlich von Panama in ganz Mittelamerika. Weitere Sichtungen gab es bisher ausschließlich in Belize und Guatemala.

Dieser Fund, so außergewöhnlich er ist, zeigt jedoch nach Expertenmeinung weitaus mehr: Nämlich die große Bedeutung von Regenwaldschutzmaßnahmen, von denen auch der Artenschutz profitiert. Genau das trifft auf den Nationalpark Patuca in Honduras zu. Die deutsche Naturschutzorganisation Naturefund engagiert sich dort seit fünf Jahren. In dieser Zeit hat sie zusammen mit dem Nationalparkmanagement, der Asociación Patuca, mehr als 100 Baumschulen errichtet, Tausende von Bäumen wurden jedes Jahr gepflanzt und die Abholzung unzähliger weiterer Bäume verhindert, denen der Kahlschlag drohte.

Intensive Zusammenarbeit mit der Bevölkerung

„Das hat nur funktioniert“, erklärt Katja Wiese von Naturefund, „weil wir intensiv mit der einheimischen Bevölkerung zusammenarbeiten und sie vom unschätzbaren Wert ihres Regenwaldes überzeugen konnten.“ Neben den Baumschulen hat Naturefund daher auch die so genannten „Waldgartenmethode“ im Nationalpark eingeführt, mit der zerstörte Waldflächen kostengünstig wieder aufgeforstet und gleichzeitig landwirtschaftlich genutzt werden können.“ Satellitenbilder aus dem Sommer 2011 zeigen, dass in den Regionen, in denen Naturefund aktiv ist, der Regenwald wieder zunimmt.

Dass die jahrelangen Mühen mit so einem außergewöhnlichen Fund belohnt werden, damit haben auch die Naturschützer nicht gerechnet. Sie werten die Harpyie als Symbol dafür, dass sie sich auf dem richtigen Weg befinden, den sie unbedingt weiter beschreiten müssen.

„Wir wissen, dass die Harpyie große Reviere von mindestens 150 km² dichtem, zusammenhängendem Wald ohne menschliche Störungen benötigt. Dies gemeinsam mit den Menschen vor Ort dauerhaft zu gewährleisten, das ist unser großes Ziel“, erklärt Nelly Paz, Direktorin der Asociación Patuca.

Ein junger und großer Nationalpark

Der Nationalpark Patuca wurde erst am 1. Januar 1999 eingerichtet und ist damit ein relativ junger Nationalpark, jedoch mit einer Fläche von 375.584 Hektar der größte Nationalpark in Honduras. Es dauerte eine Weile, bis er und der hohe ökologische Wert des Waldes von den Menschen wahrgenommen wurde. Seit der Sichtung des Harpyien und ihres Jungtiers, die natürlich das Interesse internationaler Experten erregt, entwickeln die Menschen jedoch einen gewissen Stolz auf „ihren Nationalpark“. Gleichzeitig wurde in Honduras ein Komitee zum Schutz der Harpyie gegründet aus Naturschutzorganisationen und Regierungsvertretern. Ihr Ziel für die Zukunft ist es nun, weiterhin mit aller Kraft die Regenwaldabholzung zu verhindern und dort kostbare Lebensräume für die Harpyie und viele andere Arten zu sichern. 

Wer für die Schutz der Harpyie und den Regenwald spenden möchte, kann dies unter folgendem Spendenkonto: Naturefund e. V., Konto: 101261352. BLZ: 51050015, Nassauische Sparkasse, Stichwort: Patuca.

Mehr über das Regenwaldprojekt: http://www.naturefund.de/baum

Zu den Pressefotos: www.naturefund.de/pressefotos

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