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Die Überfischung der Weltmeere

Ein hochtechnologisierter Trawler
Foto: Pixabay

Noch in den 1950ern galt der Reichtum der Meere als nahezu unerschöpflich. Innerhalb weniger Jahrzehnte haben es die Menschen jedoch geschafft, die Bestände der Meeresbewohner stark zu reduzieren.

Aktuelle Situation

Die weltweite Überfischung der Meere gilt heute als größte Bedrohung für das Überleben der darin lebenden Tierwelt. Insgesamt gelten mittlerweile 33 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände als überfischt, 60 Prozent als maximal genutzt. Dabei ist insbesondere die Situation in den Gewässern Europas dramatisch – So gelten im Mittelmeer und im Schwarzen Meer mehr als 60 Prozent der Fischbestände als überfischt. Wie viele Fische innerhalb eines Jahres aus den Gewässern gefangen werden dürfen, bestimmt in Europa die Europäische Union, wobei sie vom Internationalen Rat für Meeresforschung beraten wird. Häufig ist es jedoch so, dass die politisch festgelegten Fangquoten den Rat der Meeresforscher weit überschreiten, im Durchschnitt um 35 Prozent.

Gründe für die Überfischung

Die Lust nach Fisch auf unserem Speiseplan nimmt immer weiter zu. Wurden im Jahr 1950 noch um die 13 Millionen Tonnen Fisch pro Jahr gefangen, hat sich dieser Wert in den letzten Jahren drastisch erhöht. So werden seit der Jahrtausendwende circa 80 Millionen Tonnen Fisch gefangen – Der Wert hat sich in 60 Jahren also mehr als versechsfacht. Sollte sich an diesem Trend nichts ändern, werden laut Wissenschaftlern die meisten Fischbestände bis zum Jahr 2048 überfischt sein. Doch auch die Technologisierung trägt einen Teil zur Überfischung bei. Hochtechnologische Fischerboote, sogenannte Trawler, können mit 3D-Sonargeräten und Satellitennavigation Fischschwärme metergenau aufspüren und bis auf den letzten Fisch aus dem Wasser ziehen. Dadurch werden bestimmte Fischarten in zu großen Mengen gefangen, wodurch sich die natürliche Zusammensetzung des Nahrungsnetzes und des ökologischen Gleichgewichts verändern kann.

Durch sinkende Fangquoten in europäischen Gewässern gibt es für die Trawler außerdem einen immer größeren Anreiz, illegal in fremden Gewässern zu fischen. Dabei haben es die Fischer verstärkt auf die Gewässer von Entwicklungsländern abgesehen, da die einheimischen Fischer dort nicht mit den hoch modernisierten Trawlern konkurrieren können und sie nur selten über Möglichkeiten verfügen, die Piratenfischer aufzuhalten. Den ansässigen Fischern wird nicht nur ihre Arbeit sondern auch ihre Lebensgrundlage entrissen. Außerdem werden die illegalen Fänge nicht verbucht. Da die politisch vorgegebene Fangquoten sich aus den vermuteten Beständen der Meerestiere errechnet, wirkt sich das somit auch negativ auf die verbleibenden Fischbestände aus. Nur 44 Prozent des in Europa konsumierten Fisch stammt auch aus europäischen Gewässern.

Ein weiteres Problem: Der Beifang

Bei vielen Methoden der Fischerei wird nur sehr wenig Rücksicht auf die Natur und die Meeresbewohner genommen. Mehr als 27 Millionen Tonnen Beifang jährlich werden bei den derzeitigen Fischereipraktiken in Kauf genommen, was ungefähr einem Drittel am gesamten Fischfang entspricht. Viele Fischer sehen erst an Bord, was wirklich alles in ihren Netzen gefangen wurde. So werden beispielsweise Delfine, Wale oder Schildkröten als „Abfall“ bereits tot oder sterbend wieder zurück ins Meer geworfen. Beim Fischen nach Scholle, Seezunge oder Krabben werden mehr als die Hälfte der gefangenen Tiere wieder über Bord geworfen. Werden Grundschleppnetze eingesetzt, welche über den Meeresboden gezogen werden, zerstört das überdies die Bodenflora und die Laichgebiete der Fische und auch Seesterne oder Korallen landen dann in den Netzen der Fischer. Zusätzlich werden Vögel zum Opfer der Fischerei: Diese ertrinken wenn sie nach den Ködern an den Netzen tauchen. Der Beifang wird als Hauptursache für den Rückgang von knapp 90 Prozent der Hammerhaie und 80 Prozent der Weißen Haie aus dem Nordostatlantik angesehen.

 

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