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Das Meer - der größte Lebensraum der Erde

Fischernetz in der Nordsee
Foto: Pixabay

Meere und Ozeane bieten mehr als Hunderttausend Arten ein Zuhause, gleichzeitig sind die Habitate stark bedroht. Die Situation der Meere wird immer schlimmer und auch Deutschland unternimmt nichts.

Der Lebensraum Meer

Meere und Ozeane bedecken gut 2/3 der Erdoberfläche, ebenso wie auch der Mensch zu fast 2/3 aus Wasser besteht. Das flüssige Gut hat einen essenziellen Stellenwert für alle Lebewesen der Erde. Denn während man mehrere Wochen ohne Nahrung überleben kann, schafft man es ohne Wasser nicht mal eine. Und es gibt Lebewesen auf der Erde, die ohne Wasser nicht mal ein paar Stunden überleben können – der Lebensraum Meer ist einer der größten und am wenigsten erforschten überhaupt.

Die aktuelle Situation

Anfang des 20. Jahrhunderts schienen die Fischgründe der Meere unendlich. Doch mit dem Fortschritt der Technik erweiterte sich auch der industrielle Fischfang. Es ist nur knapp 70 Jahre her, dass man dachte, man könne die Menschheit auf Dauer durch die Bewohner der Meere ernähren. Heute grenzt das an Utopie. In den 1950er Jahren betrug sich der weltweite Fischfang auf gut 12,8 Millionen Tonnen. Mittlerweile ist die Menge sechsmal so hoch – 80 Millionen Tonnen Fisch werden jedes Jahr gefangen. Das dezimiert nicht nur die Zahl unserer klassischen Speisefische, sondern auch die derjenigen Räuber, die diese Fische ebenfalls auf dem Speiseplan haben. Von den Tieren, die als Beifang im Netz landen, mal ganz zu schweigen.

Durch die hochsensiblen Sonare, die mittlerweile eingesetzt werden, haben die Fische keine Rückzugsorte mehr und werden mehr und mehr ausgerottet. Allein in Nord- und Ostsee gilt jede dritte Art als bedroht.

Das Problem der Schutzgebiete

Bereits 2014 hat das Institut GEOMAR Studien vorgelegt, die beweisen, dass marine Schutzgebiete durchaus einen positiven Effekt auf die Fischbestände haben. Die Artenvielfalt nimmt demnach deutlich zu, wenn die Gebiete ausreichend groß und nur wenig genutzt werden. Deshalb hat es sich die UN zum Ziel gesetzt, bis 2020 zehn Prozent der globalen Meeresflächen zu Schutzgebieten zu erklären. Was nach wenig klingt, scheint dennoch eine Herausforderung zu sein, denn von dieser Marke sind wir noch weit entfernt. Und das trotz der Bemühungen von Forschern und Schutzorganisationen, mehr als 30 % schützen zu lassen. Es sollen nur ungefähr 5 % tatsächlich unter Schutz stehen.

Das Problem geht weiter, denn die Gebiete, die eigentlich geschützt sind, erfahren kaum nennenswerte Maßnahmen für den Schutz. Überwachungen finden so gut wie nicht statt – und Deutschland darf sich da mit als Erstes an die Nase fassen.

Meeresschutz in Deutschland

In Nord- und Ostsee gibt es zehn ausgewiesene Meeresschutzgebiete. Was nach viel klingt, bringt fast nichts. Denn die Schutzgebiete erfahren keine besonderen Schutzmaßnahmen. Sogar das Walschutzgebiet bei Sylt kann nicht auf Unterstützung hoffen. 

Obwohl diese Gebiete dem Schutz der Meeresbewohner dienen sollen, ist dort nach wie vor die Fischerei mit Stell- und Grundschleppnetzen erlaubt. Und auch das Militär führt weiterhin Übungen in den Schutzgebieten durch und der Kiesabbau wird ebenfalls nicht verboten. 

So sterben in unseren Schutzgebieten zehntausende Vögel als Beifang, ebenso wie Robben und Schweinswale – die einzige heimische und streng geschützte Walart.

Es gibt noch Hoffnung

Nicht überall ist die Situation so schlimm wie in Deutschland. In Irland sprach man bereits 2003 ein Verbot für die Fischerei mit Grundschleppnetzen in der Nähe von Kaltwasserriffen, die eine enorme Artenvielfalt bieten, aus. Schweden geht sogar weiter und setzt Steine am Meeresgrund gegen illegale Fischerei ein. Nur ein paar der Länder, die mit positivem Beispiel vorangehen und unseren Meeresbewohnern eine Chance geben wollen.

 

Wollen auch Sie Schutzgebiete für bedrohte Arten sichern? Spenden Sie hier für den einmaligen Lebensraum der Insel Kirr, eine Heimat für Säbelschnäbler und den bedrohten Kampfläufer.

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