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Das Artensterben nimmt zu

Luchs Foto: Naturefund

Die IUCN hat in Barcelona die aktuelle Rote Liste vorgestellt. Die traurige Bilanz: Ein Fünftel der bekannten Säugetierarten stehen auf der Roten Liste. Einige davon, wie etwa der chinesische Davidshirsch, gelten (in der Wildnis) als ausgestorben.

188 Säugetiere sind vom Aussterben bedroht

Die Krise der Säugetierarten, zu denen biologisch gesehen auch der Mensch zählt, offenbart sich vor allem daran, dass allein für 188 Säugetierarten bereits die höchste Gefährdungsstufe 'vom Aussterben bedroht' gilt.

Auch für den Iberischen Luchs, dessen Population auf gerade einmal 84 bis 143 erwachsene Tiere geschätzt wird, gilt noch immer diese Einstufung. Die Lage der grazilen Wildkatze könnte sich in naher Zukunft weiter verschlechtern, denn auch die Bestandszahlen seines bevorzugten Beutetiers, dem Europäischen Wildkaninchen, sind rückläufig.

Baumkängurus und Tasmanischer Teufel

Doch nicht nur in Europa sind Säugetiere in Gefahr. Im gleichen Umfang geht es ihnen am anderen Ende der Welt an den Kragen: So finden sich auf der aktuellen Roten Liste alleine vierzehn Baumkänguruarten in den Kategorien 'gefährdet' und 'stark gefährdet'.

Lebensraumzerstörung in Australien und eine schonungslose Bejagung in Neuguinea sind die Hauptursachen für deren Rückgang. Auch der Tasmanische Teufel, ein Raubbeutler, steht unter Druck. Die Bestandzahlen sind allein in den vergangenen zehn Jahren um 60 Prozent eingebrochen.     

Unsere nächsten Verwandten sind "stark gefährdet"

Unsere nächsten Verwandten im Tierreich, die Menschenaffen, könnten bald vom Antlitz der Erde verschwunden sein. Die Bestände von Gorillas, Schimpansen und Bonobos sind mindestens 'stark gefährdet'. Noch kritischer ist es um das Überleben des Orang-Utans bestellt. Während die Art auf Borneo als 'stark gefährdet' eingestuft wird, ist der Sumatra Orang-Utan bereits akut 'vom Aussterben bedroht'.

Irawadi-Delphin endet als Beifang

Auch der neue Status des Irawadi-Delphins, ein Flussdelphin aus Südostasien, kann als Alarmsignal gewertet werden. Während der Delphin zuletzt - aufgrund mangelnder Informationen und lückenhafter Datenlage - noch mit dem Status 'unbekannt' versehen war, wird er auf der neuen Roten Liste als 'gefährdet' geführt. Neben Staudammprojekten und Lebensraumzerstörung ist vor allem die Fischerei ein Hauptbedrohungsfaktor. Die Delphine verenden qualvoll als nutzloser Beifang in Fischernetzen.

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