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Biber breiten sich in Hessen aus

Der Biber Foto: Naturefund

Der Biber ist das größte europäische Nagetier. Er baut Burgen und Dämme, staut Wasser auf und verändert die Landschaft. Lange Zeit wurde der Biber erbittert gejagt, so dass er in Hessen bereits seit 200 Jahren als ausgestorben galt.

Über 200 Biber in Hessen

In den Jahren 1987 und 1988 wurde ein Wiederansiedlungsversuch gestartet. Achtzehn Elbe-Biber wurden an den Flüssen Sinn und Jossa in Osthessen ausgesetzt – mit Erfolg. Der Biber breitete sich schnell aus. Mittlerweile gibt es wieder über 200 Biber in Hessen!

Vor allem im hessischen und bayrischen Spessart entlang der Sinn und ihren Nebenflüssen, aber auch im Einzugsbereich der Kinzig und der Fränkischen Saale hat sich der Biber etabliert. In den letzten Jahren hat er von hier aus weitere Flusssysteme besiedelt.

Dort, wo der Biber vorkommt, gibt es noch naturnahe Auen- und Flusslandschaften. Und falls die Auen nur noch teilweise oder ganz verschwunden sind, das Gewässer aber für den Biber interessant ist, dann schafft er sich neue Auenlandschaften.

Der Biber lebt überwiegend im Wasser. Seine Körperlänge beträgt 80 bis 120 cm. Er kann bis 30 Kilogramm und etwa 20 Jahre alt werden. Seine großen, scharfen Schneidezähnen wachsen ständig nach. Das ist auch notwendig, denn allein mit seinen Zähnen fällt er Bäume, die er als Baumaterial und Winternahrung verwendet.

Der Biber hat kleine Vorderpfoten, aber große Hinterfüße mit Schwimmhäuten, die ihnen als Paddel dienen. Männchen und Weibchen sehen gleich aus und sind nur durch genauere Untersuchungen zu unterscheiden.

Dichtes Fell und Fett am Bauch halten warm

Biber machen keinen Winterschlaf. Das Fell des Bibers ist mit 23.000 Haare pro Quadratcentimeter besonders dicht und isoliert den Körper perfekt im eisigen Wasser. Am Bauch ist das Fell doppelt so dicht, wie auf dem Rücken. Der breite abgeplattete Schwanz, auch Kelle genannt, besteht vor allem aus Fettgewebe und ist mit Schuppen besetzt. Er dient beim Schwimmen als Ruder.

Der Biber ist ein reiner Vegetarier. In der Vegetationsperiode, also von Frühling bis Herbst lebt er vorwiegend von krautigen Pflanzen aller Art. Besonders gern frisst er Mädesüß, macht aber auch vor Disteln, Brennnesseln und Schilf nicht Halt.

Im Winter ist er auf Rinde und die feinen Zweige der Bäume angewiesen, die er im Herbst gefällt hat. Er legt einen Vorrat an Ästen in der Nähe seines Baues an, so dass er auch bei strengem Frost unter dem Eis schwimmend seine Winternahrung erreichen kann.

Die 'Nickhaut' ist die Taucherbrille des Bibers

Biber können bis zu 20 Minuten tauchen. Dazu legen sie die Ohren an den Kopf und schließen die Nasenlöcher. Über die Augen zieht sich eine Haut, die Nickhaut, durch die sie unter Wasser gut sehen können. Als Säugetiere haben Biber eine Lunge und müssen daher zum Atmen auftauchen.

Der Lebensraum des Bibers ist ein Mosaik aus fließenden und stehenden Gewässern, Auenwald sowie dichter Kraut- und Weichholzvegetation.

In der Umgebung seiner Baue braucht er eine Wassertiefe von 0,50 – 0,80 cm, damit die Eingänge immer unter Wasser liegen. Nur so ist er vor dem Eindringen von ungebetenen Gästen geschützt. Um diese Wassertiefe sicher zu stellen bauen Biber Dämme aus Ästen und Zweigen, die sie mit Schlamm und Pflanzenteilen abdichten. Ein solcher Biberdamm kann bis zu mehreren Metern hoch sein und ist ein wahres Kunstwerk aus Holz!

Biber legen neue Biotope an

Wo der Biber als Landschaftsarchitekt tätig ist, entstehen viele neue Lebensräume, die in unserer aufgeräumten Landschaft vielerorts verschwunden sind. Er renaturiert Bäche und Flüsse völlig kostenlos, wo der Mensch für Planung und Ausführung viele Tausend Euro investieren müsste. Das Einzige, was der Biber dazu braucht, ist  Platz und die Akzeptanz von uns Menschen.

Die Artenvielfalt in Biberbiotopen steigt in kurzer Zeit beträchtlich an.

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