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Arzneimittel im Wasser

Rückstände von Medikamenten landen oftmals in Gewässern.
Foto: Pixabay

Medikamente sind sowohl für die menschliche als auch die tierische Gesundheit unabdingbar. Die Folge, aus dem oftmals sehr unkritischen Umgang mit Arzneimitteln, ist jedoch eine zunehmende Belastung für die Umwelt.

Arzneimittel sind zu einem unverzichtbaren Teil unseres Lebens geworden. Sie lindern Schmerzen, heilen Krankheiten und steigern unsere Lebensqualität. Jedoch sollte auf einen sorgsamen Umgang mit ihnen geachtet werden, da mit ihrer positiven Wirkung auch Risiken einhergehen. In Deutschland wurden bereits mehr als 150 Arzneimittelwirkstoffe in Flüssen, Bächen oder Seen nachgewiesen. Dabei lag die Konzentration der Wirkstoffe in den meisten Fällen zwischen 0,1 und 1 Mikrogramm pro Liter. Am häufigsten wurden Antibiotika, blutdrucksenkende Medikamente und Schmerzmittel in den Gewässern gefunden. Immer wieder werden auch in unserem Trinkwasser Medikamentenrückstände nachgewiesen, wenn auch nur in kleinen Mengen.

Wie gelangen die Medikamente in die Gewässer?

Die Rückstände der Arzneimittelwirkstoffe gelangen nach der Einnahme über die Ausscheidungen von Mensch und Tier in Böden und Gewässern. Der menschliche Körper kann die Wirkstoffe der Medikamente häufig nicht komplett verwerten, weswegen sie über den Urin mit ausgeschieden werden. Dabei gelangen sie dann über Abwasserkanäle in unsere Gewässer, wobei auch die Klärwerke nicht alle Rückstände der Arzneien herausfiltern können. Über die als Dünger verwendete Gülle von mit Medikamenten behandelten Nutztieren, gelangen die Rückstände außerdem auch auf landwirtschaftliche Böden. 

Auch eine nicht fachgerechte Entsorgung von Medikamenten sorgt dafür, dass diese in unseren Gewässern landen. Nur ein geringer Teil der deutschen Bevölkerung entsorgt nicht verbrauchte Medikamente artgerecht –  so werfen 43 % der Bevölkerung Medikamente und flüssige Arzneimittel, wenn auch nur gelegentlich, in die Toilette oder den Ausguss. Ein Zehntel tut dies sogar regelmäßig. Dies ergibt jährlich eine Menge von mehreren hunderten Tonnen Medikamente, welche unsachgemäß im Abwasser entsorgt werden und dadurch dann wieder direkt im Wasserkreislauf landen. 

Folgen

Von den rund 100.000 zugelassenen Wirkstoffen in Deutschland sind nach Aussage des Umweltbundesamts 1.200 Wirkstoffe umweltrelevant, da sie entweder toxisch oder schwer abbaubar sind. Dies ist sehr bedenklich, da beispielsweise Antibiotika dazu beitragen können, dass Krankheitserreger in der Umwelt resistent werden. Sie töten außerdem Bakterien ab und hemmen oftmals das Wachstum von Algen und Pflanzen. Auch Hormone, die beispielsweise in der Anti-Baby-Pille vorhanden sind, schaden der Umwelt: Sie bringen den Hormonhaushalt von männlichen Fische durcheinander, wodurch diese verweiblichen und sich nicht mehr fortpflanzen können. Auch Schmerzmittel sind schädlich für Fische, da diese Leber und Niere schädigen. Ein großes Problem ist außerdem die Vielzahl unterschiedlicher Medikamentenrückstände im Wasser – so kann es passieren, dass Effekte durch Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Wirkstoffe auftreten, die bisher noch nicht bekannt sind.

 

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