· Potsdam-Institut für Klimaforschung

Als die Kohle entstand, hat das unseren Planeten beinahe in einen Schneeball verwandelt

Foto: Pixabay

Während heute das Verbrennen von Kohle zur Überhitzung der Erde führt, hat vor etwa 300 Millionen Jahren das Entstehen eben jener Kohle unseren Planeten an den Rand einer globalen Vereisung gebracht.

"Schneeballzustand"

Zum ersten Mal zeigen Wissenschaftler diesen massiven Effekt in einer Studie, die in der renommierten Fachzeitschrift Proceedings of the US Academy of Sciences veröffentlicht wird. Als in dem Erdzeitalter namens Karbon und Perm ausgedehnte Wälder starben, wurde das Kohlendioxid (CO2) unterirdisch begraben, das die Bäume während ihres Wachstums aus der Atmosphäre aufgenommen hatten. Die Überreste der Pflanzen bildeten im Laufe der Zeit den Großteil der Kohle, die heute als fossiler Energieträger genutzt wird. Die Folge: Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre sank damals drastisch und die Erde kühlte so weit ab, dass sie nur knapp dem entging, was die Wissenschaftler als „Schneeballzustand“ bezeichnen.


Ironie des Kohleproblems

"Es ist eine ziemliche Ironie, dass die Entstehung der Kohle, die heute ein wichtiger Faktor für die gefährliche Erderwärmung ist, einmal fast zur globalen Vereisung führte", sagt der Autor Georg Feulner vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. "Dies zeigt jedoch die enorme Dimension des Kohleproblems. Die Menge des in den Kohlereserven der Erde gespeicherten CO2 war einmal groß genug, um unser Klima aus dem Gleichgewicht zu bringen. Wenn durch die Verbrennung der Kohle dieses CO2 wieder freigesetzt wird, destabilisiert es das Erdsystem aufs Neue."


Das Verbrennen der Kohle erhöht gefährlich die Treibhausgasmenge in unserer Atmosphäre

Heute haben die CO2-Werte in der Atmosphäre mehr als 400 Teilchen pro Million erreicht. Kohlendioxid wirkt als Treibhausgas: Die Sonne erwärmt die Erdoberfläche, aber ein Großteil der von der Oberfläche ausgestrahlten Wärme entweicht in den Weltraum; CO2 und andere Treibhausgase hindern einen Teil dieser Wärme am Entweichen und erwärmen somit unseren Planeten.


Gefahr Erderwärmung

„Um unser Klima stabil zu halten, sollten wir auf jeden Fall versuchen, den CO2-Gehalt in der Atmosphäre auf maximal 450 ppm zu begrenzen – und idealerweise sogar noch weniger. Wenn wir die Menge an Treibhausgasen über diese Grenze hinaus erhöhen, bedeutet das, dass wir das Klima der Erde weit aus dem Bereich herausdrängen, in dem sich unsere Zivilisation entwickelt hat“, sagt Feulner. „Die Vergangenheit der Erde lehrt uns, dass Perioden schneller Erwärmung oft mit Massenaussterben verbunden waren. Dies zeigt, dass wir ein stabiles Klima schätzen und schützen sollten.“

Alle Details und Ergebnisse der Studie können Sie hier nachlesen: PIK - Als die Kohle entstand, hat das unseren Planeten beinahe in einen Schneeball verwandelt

Auszug aus der PIK Pressemeldung vom 10.10.2017

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