12. Think Tank: Tupperparty für den Waldgarten

Notizen zur Train-the-Trainer Ausbildung

Notizen zur Train-the-Trainer Ausbildung

Foto: Naturefund

Dynamischer Agroforst (Waldgarten) funktioniert im Tieflandregenwald von Honduras, im tropischen Madagaskar und sogar im Hochland von Bolivien in einer wüstenähnlichen Region. 

Umdenken - von alten Mustern lösen!

Beim 12. Naturefund Think Tank am 27. März 2014 saßen wir zusammen und sprachen darüber, wie ein Konzept für eine Train-the-Trainer-Ausbildung in der Aufforstungsmethode dynamischer Agroforst aussehen könnte, damit Naturefund sie in seinen Projekten weltweit einsetzen kann.

Zur Einstimmung fünf Bilder aus Honduras, wo wir 2011 zum ersten Mal dynamischen Agroforst einführten. Und vier Bilder aus Bolivien, wo mit dynamischen Agroforst aus einer Wüste im Hochland ein Wald wurde.

Fünf Bilder aus Honduras

Vier Bilder aus Bolivien

TRAIN THE TRAINER

Dynamischer Agroforst, auch Waldgartenmethode genannt, ist eine Aufforstungmethode, welche in kurzer Zeit zur Wiederbewaldung führt inklusive zahlreicher Produkte für den Menschen. Der Wald wird zum "essbaren Waldes". Die Artenvielfalt in den essbaren Wäldern, wie auch die Vielfalt an Produkten für die Kleinbauernfamilien erhöht sich drastisch. Die Menschen erleben die Vorteile von Wald als Solches.

Unser Ziel: Die schnelle und effiziente Verbreitung der Waldgartenmethode.

Unsere Grundüberlegung: Wie kann die schnelle und kostengünstige Verbreitung des Konzeptes dynamischer Agroforst – wenn möglich nach einem sich selbst multiplizierenden Konzept (Stichwort: Train the Trainer) - gefördert werden?

Anbei finden Sie unsere Notizen und Gedanken von diesem Abend.

Ideen-Sammlung

  • Lernen und Lehren will gelernt sein!
  • Aber: Trainer live trainieren ist teuer und zeitaufwändig und muss ggf. wiederholt werden. Es werden ebenfalls Coaches / Supervisionen benötigt.
  • Praktisch vor Ort muss es gemacht werden, das ist das Entscheidende!
  • Parallel-Bewirtschaftung als Anschauungsbeispiel: 100 m² konventionell und 100 m² Waldgarten, damit deutlich wird, wie groß der Unterschied ist bei gleichen Böden, gleichen klimatischen Voraussetzungen ...
  • Bisher werden Trainer jeweils Grüppchen vor Ort (Bolivien, Madagaskar, Honduras) vor Ort geschult, das ist teuer.
  • Alle zukünftigen Trainer an einem Ort trainieren – z. B. zentral nach Deutschland einfliegen ist aber keine Alternative, da Bedingungen vor Ort notwendig sind, um Training durchzuführen.
  • Wissen und Wissensvermittlung, beides muss rüber gebracht werden.
  • Didaktik: Medien einsetzen, die im Lebensalltag nutzbar sind: Poster nicht aus Papier, sondern auf Material, das nicht so schnell verwittert.
  • Fachlich didaktisch: Immer Teilnehmerorientiert - es sind keine studierten Westeuropäer, die einem zuhören, sondern Menschen, die von dem Ergebnis leben müssen!
  • Anreizsystem - Vorteil, es anderen beizubringen;
  • Multiplikatoren nicht nur Ausbildung zum Agroforst erstellen, auch Lehrer zu sein, der es weiter gibt - finanzielle Unterstützung (?) für die Wissensvermittlung.
  • Prestigegewinn für Teilnehmer und vor allem für den Trainer. Es ist ein Ehre, Auszeichnung durch Anerkennung durch anerkannte Schlüsselfiguren / anerkannte Autoritäten, vom Häuptling über den Schamanen bis zum „Reichsten“.
  • Nachahmen von Schlüsselfiguren.
  • Oder Auswahl und Initialzündung über den „Loser“, den Ärmsten - der sowieso nach anderen Lösungen gucken muss, um aus dem Tief herauszukommen.
  • Temporäre Bewirtschaftung von erkrankten / gehandicapten Mitbauern - ein Gemeinschaftsprojekt zu gemeinsamen lernen.
  • Earth University als offizieller Partner;
  • Gamefication - spielerisch - wer kann das mit den wenigsten nicht- endemischen Pflanzen - wie lernen Kinder Abgucken und Nachäffen - beim Wettbewerb;
  • Tupperparty für den Waldgatren, Gastgebergeschenk (Land / Samen / ...);
  • Wissensbibliothek bei Naturefund (als Schwamm, der alle Infos aufsaugt / zur Dokumentation von Projekten Erfolgen und Dingen, die nicht funktioniert haben) und Multiplikationskanäle und -mechanismen (-> siehe „andere Trainer“)  sind notwendig.
  • Beim Lernen und Anwenden zustande gekommenes Erfahrungswissen sammeln, wertschätzen: Der Erfahrene wird zum Teilspezialisten und kann sein Wissen in diesem Bereich (gewinnbringend für ihn und andere) weiterreichen.
  • Welche „anderen Trainer“ sind möglich?
  • Internet - Handy- Youtube Filme, Bilder, Comics ...
  • App als direkter Zugang zur Wissensbibliothek  (Analphabetismus bedenken –> Alternative Wege erarbeiten);
  • Comic auf Verbrauchsgütern, z. B. Wasserflaschen - mit dem Inhalt: Was ist wann im Waldgarten wie zu tun ist.
  • Wie Werbe-Einblendungen auf Handys, in Apps - als Natural-Sponsoring von Firmen;
  • Auf Kleidungsstücken, Decken, Planen (zur Abdichtung von Dächern und Wänden), Reis-Säcken ... immer wieder „So bewirtschafte ich einen Waldgarten“!
  • Anschauungsbeispiel für den Trainee;
  • Praktisches Beispiel muss über Monate wiederholt gezeigt werden, damit der Lernende nicht die Arbeit und den Weg, sondern auch das Ziel, die Früchte sieht.
  • Auch Parallelbeispiel (s.o.);
  • Auch Coach und Supervision (s.o.);

Überbrückungskredit" .... Nicht zwingend finanziell, sondern auch ideell, als Sicherheit - einen Art Versicherung: Du fällst nicht ins Nichts, wenn diese Art der Bewirtschaftung doch nicht gleich klappen sollte. Die Gemeinschaft fängt dich auf.

Umdenken! Von alten Mustern lösen!