Tropischer Trockenwald in Nicaragua

Jaguarundi

Jaguarundi

Foto: Bodlina

Naturefund schützt gemeinsam mit ADECA einen tropischen Trockenwald an der mittelamerikanischen Pazifikküste. In diesem einzigartigen Biotop kommt die seltene Raubkatze Jaguarundi vor.

Seltener Trockenwald am Pazifik

Tropische Trockenwälder sind einzigartige Biotope. Starke Regenfälle, Hitze und lange Trockenperioden schaffen Wälder, mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Doch jahrhundertelange Abholzungen ließen nur kleine Reste der einst großen Waldgebiete entlang der Pazifikküste Mittelamerikas zurück.

Mit den Wäldern verschwanden zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, wie die Raubkatze Jaguarundi, eine Pumaart, die mittlerweile auf der Roten Liste der IUCN steht.

Lebensraum für Jaguarundi & Co.

Naturefund schützt gemeinsam mit ADECA, einer gemeinnützigen Organisation aus Nicaragua, einen letzten Trockenwald im Südwesten Nicaraguas. Der Río Grande de Carazo fließt auf den letzten zwei Kilometern seines Weges zum Pazifischen Ozean mehrere Schluchten.

Eine Schlucht liegt auf einer Finca, die bisher kaum bewirtschafte wurde, so dass etwa 35 ha tropischer Trockenwald erhalten blieben. Zusammen mit ADECA haben wir den Trockenwald gekauft und langfristig geschützt.

Im Herbst 2012 haben wir in Nicaragua die Methode Waldgarten testweise eingeführt. Die Resonanz war sehr positiv. Mitte 2013 haben bereits 76 Bauernfamilien einen Waldgarten auf ihrem Land aufgebaut.

Grunddaten

Lage

Der Trockenwald befindet sich im Südwesten Nicaraguas in der Schlucht Barranco Bayo. Dort durchfließt der Río Grande de Carazo mehrere Schluchten und ist auf den letzten zwei Kilometern seines Weges zum Pazifischen Ozean.

Größe

Der Trockenwald umfasst etwa 35 ha. 90% dieser Fläche sind Trockenwald, 10% sind ehemalige Maisfelder und sollen langfristig aufgeforstet werden.

Tierwelt

Jaguarundi, Ozelot, Graufuchs, Pracht-Erdschildkröte, Leguan, Boa constrictor, Neunbinden-Gürteltier, Südopossum, Elfenbeinsittich und der schöne Türkisbrauenmotmot, der Nationalvogel von Nicaragua.

Pflanzenwelt

Verschiedene Kakteen und Akazien, Jiñocuabo (Bursera simaruba), Caoba (Swietenia humilis), Brasil (Haematoxylum brasiletto), Roble (Tabebuia rosea), Ceibo (Ceiba pentandra).

Besonderheit

Verschiedene Kakteen und Akazien, Jiñocuabo (Bursera simaruba), Caoba (Swietenia humilis), Brasil (Haematoxylum brasiletto), Roble (Tabebuia rosea), Ceibo (Ceiba pentandra).

Geschichte

Die intensive Nutzung der Wälder der Region haben die heimischen tropischen Trockenwälder bis auf wenige Reste reduziert.

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Region vor Allem für den Anbau von Baumwolle und als Weideland genutzt. Seit 1980 wurde Sorghum, Sesam und Tabak für den Export angebaut sowie weite Flächen für die Viehwirtschaft genutzt. Die Nutzung des Gebietes vor allem in Monokulturen, Abholzung und Erosion hat zu einer starken Degradierung der Böden geführt.

Seit den 90er Jahren war das Gebiet in Privatbesitz und die intensive Landwirtschaft wurde eingestellt. Kleinbauern bewirtschaften Teile der Finca mit Mais und Sorghum. Ein Großteil des Gebietes liegt seither brach und die verbliebenen Reste des tropischen Trockenwaldes konnten sich erholen.

Heute sind 90% des Gebiets ohne Nutzung und in den Hang- und Uferbereichen mit Wald bedeckt. Die restlichen 10% werden aktuell für den Maisanbau verwendet und werden langfristig wiederaufgeforstet.

Partner

Die lokale Naturschutz- und Entwicklungsorganisation ADECA setzt sich seit 20 Jahren für den Schutz der natürlichen Vielfalt und für Umweltbildung ein.

ADECA hat das erste ökologische Museum seiner Art in Mittelamerika aufgebaut, um die biologische Vielfalt Mittelamerikas und insbesondere den seltenen tropischen Trockenwald an der Pazifikküste den Menschen nahe zu bringen.

Betreuungskonzept

Die Einführung der Methode dynamischer Agroforst trägt dazu bei, dass der Naturwald nicht mehr abgeholzt wird. Degradierte Flächen wird ADECA mit einheimischen Bäumen zudem auch wieder aufforsten.

Langfristig möchte ADECA das Gebiet für den Ökotourismus öffnen. Ebenso möchten wir den Trockenwald mit anderen Naturreservaten vernetzen.