Regenwald wieder aufforsten in Honduras

Ein Tucan blickt neugierig in die Kamera.

Ein Tucan blickt neugierig in die Kamera.

Foto: Asociación Patuca

Seit 2007 forstet Naturefund im Nationalpark Patuca in Honduras wieder auf. Satellitenbilder zeigen, dass dort, wo wir arbeiten, der Wald wieder zunimmt. Doch immer noch wird der Regenwald großflächig abgeholzt.

Der letzte große Regenwald Mittelamerikas

Naturefund unterstützt seit 2007 den Schutz von Regenwald im Nationalpark Patuca in Honduras. Vom Südosten Honduras bis in den Norden von Nicaragua erstreckt sich eines der letzten großen Waldgebiete Mittelamerikas. Der Nationalpark Patuca ist mit seiner Fläche von 3.776 km² eines der größten Schutzgebiete in der Region. Zahlreiche seltene Arten wie Jaguar, Tucan und Großer Ameisenbär konnten hier überleben.

Doch dieser letzte große Regenwald ist akut durch Abholzung und Siedlungsdruck bedroht. Von 2000 bis 2010 verlor der Nationalpark jedes Jahr etwa 5% von seinem Waldbestand.

Dynamik des Regenwaldes nutzen

Gemeinsam mit dem Nationalparkmanagement und den Menschen vor Ort hat Naturefund in den letzten Jahren über 100 Baumschulen aufgebaut und Tausende von Baumsetzlingen gepflanzt.

In den kommenden Jahren wollen wir vor allem Mechanismen der natürlichen Wiederbewaldung stärken und einheimische Samenverteiler nutzen, wie z. B. fruchtfressende Fledermäuse.

Einführung dynamischer Agroforst

Seit 2011 fördert Naturefund außerdem in fünf Dörfern im Nationalpark die Aufforstungsmethode dynamischer Agroforst. Die ersten Versuche 2011 waren erfolgreich und stießen auf großes Interesse bei den Menschen.

Die Methode soll in den kommenden drei Jahren ausgebaut und weiter entwickelt werden. Begleitet wird die Einführung der neuen Methode von der Universität Tegucigalpa und dem "Instituto Nacional de Conservación y Desarrollo Foresta".

Grunddaten

Lage

Der Nationalpark Patuca liegt im Süden von Honduras an der Grenze zu Nicaragua.

Größe und Zahl der Bäume

Der Nationalpark Patuca umfasst eine Größe von 3.776 km². Etwa 60 Prozent davon ist noch von unberührten Wald bedeckt. Doch 40 Prozent des Schutzgebiets sind mittlerweile entweder degradiert oder komplett abgeholzt.

Naturefund und die Asociación Patuca wollen den noch bestehenden Wald schützen und abgeholzte Flächen wieder aufforsten.

Tierwelt

Harpyie, Jaguar, Großer Ameisenbär, Baumozelot, Tucan und viele andere;

Pflanzenwelt

Caoba, Ceiba, Laurel, Cedro, Guanacaste, Mango Insorto, Aguacate, Mazica, Guapino und viele andere;

Besonderheit

Der Regenwald, der früher große Teile Mittelamerikas bedeckte, wurde in den letzten Jahrhunderten bis auf wenige Reste vernichtet. Das letzte große, zusammenhängende Waldgebiet von etwa 10.000 Quadratkilometern soll in drei großen Schutzgebieten erhalten werden: Im Nationalpark Tawahkas-Asangni, im UNESCO-Biosphären Reservat Rio Platano und im Nationalpark Patuca.

Von besonderer Bedeutung ist auch, dass die Tier- und Pflanzenwelt Nord- und Südamerika hier aufeinandertreffen. Im Nationalpark Patuca gibt es daher neben tropischen Tieflandregenwald in höheren Lagen auch ausgedehnte Nadelwälder.

Dieser einzigartige Wald ist akut durch Abholzung bedroht. Viehfarmen suchen Weideflächen für ihre Rinder, seltene Tropenhölzern erzielen hohe Preise auf dem Schwarzmarkt und zahlreiche arme Bauernfamilien leben in den Schutzgebieten, die für ihre karge Subsistenzwirtschaft den Regenwald stetig abholzen.

Doch die traditionelle Anbaumethode der Subsistenzbauern ist für die Tropen ungeeignet. Nach wenigen Jahren ist der Boden ausgelaugt und kann nur noch als Weideland genutzt werden. Auf der Suche nach neuen Einkommensquellen holzen die Menschen weitere Waldflächen ab.

All dies führte dazu, dass im Zeitraum 2000 bis 2010 im Nationalpark Patuca der Waldbestand jedes Jahr um etwa 5 Prozent abnahm.

Partner

Projektpartner ist die Asociación Patuca, eine gemeinnützige Naturschutzorganisation aus Honduras, die im Auftrag der Regierung von Honduras den Schutz und Erhalt des Nationalparks Patuca gestaltet und umsetzt.

Betreuungskonzept

Mit Hilfe von Wiederaufforstungen werden kahle Flächen wieder bewaldet und der bestehende Regenwald geschützt. In den letzten Jahren hat Naturefund den Aufbau von Agroforstwirtschaft mit Kakao, Kaffee, Mangos u. a. gefördert. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort versuchen wir auch, ein neues Verständnis für die Vorteile von Wald und Agroforstwirtschaft zu fördern.

Im Frühjahr 2011 wurde die Methode dynamischer Agroforst im Nationalpark testweise eingeführt, welche in kurzer Zeit zur Wiederbewaldung führt und gleichzeitig Nahrungs- und auch Einkommensmöglichkeiten für die Menschen bietet. Die Methode stieß auf großes Interesse und soll in den kommenden Jahren ausgebaut und weiter entwickelt werden.

Schützen Sie mit uns den Regenwald Patuca und pflanzen Sie Bäume mit uns:

Die Einführung von dynamischen Agroforst (SAFS) im Nationalpark Patuca ist ein UN-Dekade Projekt

Die Einführung von dynamischen Agroforst (SAFS) im Nationalpark Patuca ist ein UN-Dekade Projekt

Foto: UNESCO