Blog aus Bolivien

Vom 9. bis 23. August besucht Katja Wiese von Naturefund das Projekt in Bolivien und wird hier regelmäßig über ihre Erlebnisse berichten.

Blog 5 - Reiserückblick, 22.08.2014

Blog 4 - Ein Nadelöhr, 19.08.2014

Blog 3 - Projektstart, 15.08.2014

Blog 2 - Angekommen, 11.08.2014

Blog 1 - Reisevorbereitungen

Blog 5 - Reiserückblick, 22.08.2014

Kontakt mit Kakaobauern

Kontakt mit Kakaobauern

Foto: Naturefund

Verfolgen Sie anhand der Bildergalerie die ersten konkreten Schritte des Agroforstprojektes vor Ort in Cochabamba, Bolivien.

Die Reise nähert sich dem Ende

Der Rückflug naht, Zeit einmal Bilder zu zeigen: www.naturefund.de/erde/bildergalerien.html

Blog 4 - Ein Nadelöhr, 19.08.2014

Kakaoanbau im dynamischen Agroforst

Kakaoanbau im dynamischen Agroforst

Foto: Naturefund

Reise ins tropische Tiefland. Besuch verschiedener Agroforst-Parzellen. Eine zentrale Frage: Wie kann das Wissen vom dynamischen Agroforst erhalten und verbreitet werden?

Unbekannte Vielfalt Boliviens

Wer an Bolivien denkt, denkt an die Anden. Doch das Land neigt sich im Osten dem Amazonasbecken zu und Zweidrittel der Landesfläche sind Tiefland, darunter große dünnbesiedelte Gebiete mit tropischem Regenwald. Das Land ist arm und reich zugleich. Reich an Bodenschätzen und unterschiedlichsten Landschaften. Arm an Einkommen. Neben Haiti und Nicaragua gehört Bolivien zu den ärmsten Ländern des amerikanischen Kontinents.

Wir sind für zwei Tage nach Rurrenabaque ins tropische Tiefland gereist, um PRISA Bolivia zu besuchen. Sie helfen seit fast 20 Jahren Bauern, ihr Land mit Agroforst zu bewirtschaften, am besten mit dynamischem Agroforst. Insbesondere im Kakaoanbau bewährt sich dynamischer Agroforst. Wir besuchen eine Kakaoparzelle und Senora Geyza Chuqui zeigt uns Wildkakao und Hybridkakao.

Wildkakao ist aromatischer, aber auch kleiner. Hybridkakao erzielt mehr Ertrag, ist jedoch anfälliger für Krankheiten. Dynamischer Agroforst schützt vor Krankheiten und – das ist ein sehr wichtiger Aspekt – erzeugt auf derselben Parzelle Nahrungsmittel und andere Produkte zum Verkauf für die Bauern.

Was ist dynamischer Agroforst?

Und hier beginnen meine Gedanken zu kreisen, suche ich immer wieder nach Lösungen, ohne eine endgültige Antwort gefunden zu haben. Zum Verständnis: Als Agroforst kann jede Landwirtschaft bezeichnet werden, die mit Bäumen arbeiten, wie z. B. eine Streuobstwiese mit Obstbäumen. Auch dynamischer Agroforst arbeitet mit Bäumen und doch unterscheidet sich diese Methode von fast allen, die ich bisher gesehen haben. Hier die zentralen Aspekte:

 

  • Es werden keine Reihen von Bäume gepflanzt, sondern Pflanzensysteme aufgebaut.
  • Der Zustand ist nicht statisch – also ich pflanze einen Baum und beernte ihn dann – sondern es wird ein Pflanzenkonsortium gepflanzt, dass sich ständig verändert, daher der Begriff “dynamisch”.
  • Schneiden von Pflanzen ist ein wichtiger Aspekt, weil das System damit gezielt im Status der “Jugend” gehalten wird, denn auch bei den Pflanzen erfolgt der größte Wachstumsschub in der Jugend. Durch das Schneiden wird die Pflanze animiert, immer wieder auszutreiben, wodurch im System die Produktivität und der Aufbau an Biomasse wie auch an Früchten gesteigert wird.
  • Alte Individuen werden gekappt, damit sie wieder jugendlich wachsen, oder sie werden ganz gefällt, um Platz für die Jungen zu schaffen.
  • Das Schneiden der Pflanzen führt dem Boden ständig Biomasse zu und baut damit Humus auf.
  • Vielfalt im System wird gefördert und die natürliche Sukzession meist zugelassen. Das schafft ein gesundes System mit einem intakten Boden und wenigen Krankheiten.
  • Das dynamische Pflanzensystem, was sehr oft einem Naturwald ähnelt, wird ständig beobachtet und es wird permanent gelernt. Wie reagieren die Pflanzen, warum wächst die eine gut und die andere nicht ...?

Kurzum, die Grundprinzipien sind einfach: Beim Anbau von Produkten für den Menschen werden Vielfalt und natürliche Dynamik gefördert und es wird regelmäßig geschnitten. In der Summe erhält der Bauer genauso viel, in vielen Fällen sogar mehr Ertrag, wie von konventionell bewirtschafteten Flächen. Langfristig hat er weniger Arbeit und er hat ein gesundes System geschaffen, das keinen Dünger und keine Pestizide benötigt. Für all das sind allerdings Wissen und Erfahrungen nötig, um die optimale Kombination an Pflanzen einzusetzen, welche den meisten Ertrag bringen, und ebenso das Wissen, wann und wie geschnitten werden muss.

Das Nadelöhr sind drei Orte in Bolivien

Und hier ist das Nadelöhr. Das Wissen für diese Methode wurde den indigenen Völkern Lateinamerikas abgeschaut und in den 1990er-Jahren in Bolivien mit Unterstützung des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) weiter ausgebaut. Doch wie das dann so mit manchen guten Methoden ist, sie wurde nicht systematisch weiterentwickelt und vor allen Dingen nicht effektiv verbreitet.

Heute sind es insbesondere drei Orte in Bolivien, wo dieses Wissen angewendet wird: In Rurrenabaque und in Sapecho im Tiefland sowie im Hochland auf dem Forschungsbetrieb Mollesnejta bei Cochabamba. Nahe Sapecho wird auf der Finca Sara Ana seit Jahren diese Methode wissenschaftlich erforscht mit besonderen Fokus auf den Anbau von Kakao. Doch Sapecho ist ein kleines Dorf im Dschungel ohne Flughafen. Dorthin gelangt man nur über die gefährlichste Straße der Welt, die von La Paz über die Anden ins Tiefland führt und an der seit zwei Jahren gebaut wird. Zudem haben Regenfälle im März 2014 die Straße nach Sara Ana fortgespült. Jetzt kommt man nur noch auf dem Fluss mit dem Einbaum dahin. Kein Ort für Massentourismus. Eher einer für Abenteurer und Doktoranden, denn zahlreiche Doktorarbeiten entstanden auf dieser Kakaofinca. Viele Arbeiten untersuchten, ob und wie sich Agroforst, inbesondere der dynamische, auf den Anbau von Kakao auswirkt.

Auch in Combuyo wird geforscht. Hier sind mittlerweile 36 unterschiedliche Agroforst-Parzellen angelegt worden, doch anders als in den Tropen, wachsen die Pflanzen aufgrund von Trockenheit und der Höhe von 2.800 m über NN nur langsam. Die ersten Ergebnisse lassen sich zwar schon sehen, doch es braucht noch mehr Zeit.

Eine Lösung für die Menschheit?

Dabei kann diese Methode eine Lösung für die Menschheit sein vor allem in Zeiten des Klimawandels ... darf ich so vermessen denken? Doch ich sehe und erlebe seit drei Jahren in den verschiedenen Naturefund-Projekten, dass dynamischer Agroforst funktioniert.

Vielleicht ist es gut, dass wir jetzt in Bolivien ein Aufforstungsprojekt beginnen und dabei zusammen mit AGRESCOL Andes, ECO-SAF und Mollesnejta in zwei Dörfern im Nationalpark Tunari 20 Familien bei der Einführung von dynamischen Agroforst auf ihrem Land unterstützen. Vielleicht klappt das Projekt und wir können im nächsten Jahr in weiteren Dörfern die Einführung von dynamischen Agroforst fördern. Und dann darüber berichten, über die Methode, über die positiven Effekte für Mensch und Natur...? Es ist ein Anfang.

Blog 3 - Projektstart, 15.08.2014

Setzlinge

Setzlinge

Foto: Joachim Stadler

Das Projekt beginnt: Bewerbungsgespräche, erste konkrete Planungen vor Ort...

Bewerbungsgespräche

Am Montagnachmittag fanden Bewerbungsgespräche bei Agrecol Andes statt. Wir suchen einen Projektleiter. Aus zwanzig Bewerbungen wurden fünf ausgewählt und nun sitzen wir hier, warten auf die Bewerber. Leider war keine einzige Frau darunter.

Der Erste kommt rein, David Tovar. Der erste Eindruck: Wettergegerbtes Gesicht, langer Zopf, gewinnendes Lächeln. David lebt in Tiquipaya, dem  Distrikt, wo wir dynamischen Agroforst einführen wollen. Abgesehen von mir, kennt er alle Anwesenden persönlich, begrüßt herzlich.

Als er sich setzt und die ersten Fragen beantwortet, fällt mir seine Begeisterung für den dynamischen Agroforst auf und mit welcher Liebe er von seinem Land spricht. David hat bereits vor 12 Jahren seine Parzelle nach diese Methode umgewandelt und Noemi sagt, sein Land sähe sehr gut aus.

David spricht fließend Quechua, eine Bedingung für diese Stelle. Zudem kennt er die Bauern vor Ort, noch ein Vorteil. Fast scheint er zu gut zu passen. Als er geht, stellt einer der Anwesenden die Frage, ob David gut genug Berichte schreiben kann, professionell genug ist?

Die nächsten Bewerber kommen. Einer ist sehr jung und hat kaum Erfahrungen mit Agroforst. Einer kennt sich vor allem mit großen Programmen für Entwicklung und Landwirtschaft aus, hat jedoch ebenfalls kaum Erfahrungen im dynamischen Agroforst und einer ist zu teuer. Der letzte Bewerber ist dann eine Überraschung: Offen, überzeugend und erfahren in der Umsetzung von Programmen.

Zudem hat er in verschiedene Kurse bei Noemi die Methode gelernt und war immer begeistert, hatte viele Ideen. Doch er hat seine vielen Ideen dann nie auf seiner Parzelle umgesetzt, vermutlich weil er in seinem Beruf sehr engagiert war. Doch ihm fehlt die Praxiserfahrung und er spricht kaum Quechua. Am Ende fällt die Wahl einstimmig auf David.

Das Projekt nimmt konkrete Formen an

Am nächsten Tag treffen wir uns wieder und gehen gemeinsam Punkt für Punkt die einzelnen Schritte des Projektes durch. Wo gibt es Fragen, Ideen oder auch mögliche Hindernisse? Auch die Abrechnung und der Nachweis im Form von Belegen besprechen wir ausführlich. Es ist gut, dass ich hier bin. Viele Fragen kann ich beantworten und vor allem bei der Abrechnung vereinbaren wir eine enge Zusammenarbeit.

Am Nachmittag kommt David und wir gehen die einzelnen Schritte des Projektes noch einmal durch: Auswahl der Familien durch die Gemeinden, Aufbau einer Baumschule, um Baumsetzlinge zu ziehen, Vorbereitung der Parzellen, Pflanzung, Evaluierung.

Da wir schon Mitte August haben und spätestens im November die Parzellen bepflanzt werden müssen, wird uns klar, dass es für den Aufbau einer eigenen Baumschule zu spät ist. Wir werden alle Setzlinge kaufen müssen.

Hier zeigt sich, wie wichtig die Erfahrungen von David sind. Er und Noemi diskutieren, dass wir darauf achten müssen, für die jeweiligen Höhenlagen und Bodenbeschaffenheit der einzelnen Parzellen die passenden Baumsetzlinge inklusive Pflanzenkombinationen auszuwählen. Zudem sollte das schon im September geschehen, da sonst im November die Gefahr besteht, dass nicht mehr ausreichend Setzlinge in den vor allem staatlichen Baumschulen vorhanden sind.

Gegen Abend haben wir dann sogar einen Zeitplan für die einzelnen Schritte und es beginnt sofort, denn wir müssen möglichst bald mit den Bürgermeistern der Gemeinden den besten Weg für die Auswahl der Familien besprechen.

Gemischte Gefühle - die Zuversicht siegt

Es ist halb sieben, von morgens früh bis jetzt haben wir intensiv gearbeitet. Ich bin k.o. Und auch zufrieden. Das war ein guter Tag. David scheint eine gute Wahl zu sein. Wir machen uns auf den Rückweg, zwei Stunden mit öffentlichen Sammeltaxis durch überfüllte Straßen.

Ich blicke raus auf das bunte Gewirr an Menschen, kleinen Straßenläden, offenen Feuerstellen. Überall wird gebaut, stehen Gerippe von Häusern. Cochabamba ist eine riesige, unfertige Stadt im Aufbruch. Auf einmal komme ich mir so klein vor. Wie will ich etwas dieser Überzahl entgegensetzen, Alternativen aufzeigen für einen achtsameren Umgang mit der Natur? Es scheint unmöglich.

Die letzten acht Kilometer gehen über unbefestigte Sandpiste, schließlich steigen Noemi und ich gut einen halben Kilometer den Hügel zu ihrem Haus hinauf. Ich komme schnell aus der Puste, die Luft ist dünn. Über uns ein atemberaubender Sternenhimmel und der schattenhafte Umriss des Tunaris, dem höchsten Berg der Anden hier. Freude über die Schönheit steigt in mir hoch und ich denke bei mir ... vielleicht klappt es doch.

Blog 2 - Angekommen, 11.08.2014

Vollmond in Cochabamba

Vollmond in Cochabamba

Ankunft in Cochabamba. Die Berge der Anden erheben sich majestisch und kahl. Die Forschungsfarm Mollesnejta beeindruckt mit einer Vielzahl von Agroforstparzellen.

Angekommen in Cochabamba

Der Flug war angenehm und am Sonntag, den 10.8.2014 um 8.15 Uhr - mit sechs Stunden Zeitunterschied ist es jetzt 14.15 Uhr in Deutschland - komme ich in Cochabamba an. Noemi Stadler-Kaulich und ihr Mann Joachim holen mich am Flughafen ab.

Vom Flugzeug hatte ich einen wunderbaren Blick auf die Anden und bin erstaunt: Große Gebiete von Bolivien scheinen menschenleer und die Bergehänge und -täler sind dicht bewaldet. Später erfahre ich, dass wir über einen Nationalpark gepflogen sind. Je näher wir der Millionenstadt Cochabamba kommen, um so nackter werden die Berge, nur noch rote Erde, verstreute kleine Dörfer und nackte Felsen sind zu sehen.

Wir steigen ins Auto und fahren über holprige Pisten, vorbei an niedrigen, meist einstöckigen Häusern. An vielen Stellen wird gebaut, denn im Oktober sind Wahlen und die Politiker versuchen zu guter Letzt noch ein paar Wohltaten zu verteilen. Es ist überall dasselbe, denke ich.

Auf dem Markt holen wir noch frisches Obst. Viele Indios begegnen uns, die Frauen mit langen gepflochtenen Zöpfen und bunten Röcken. Eine Frau spricht mich auf Quechua an und lächelt, ich kann nur zurück lächeln.

Die Anden sind majestätisch und kahl

Im Tal von Cochabamba leben etwa zwei Millionen Menschen. Die Anden erheben sich majestätisch, sind aber fast kahl. Noch vor Hundert Jahren waren die Hänge auch hier bewaldet. Abholzung und traditiionelle Landwirtschaft mit einer Vielzahl an Vieh führte zu einer zunehmenden Entwaldung.

Jetzt fehlen die Bäume und speichern kein Wasser mehr. Die Erdkrumme ist fortgespült und der Boden steinig. Ohne Bäume reicht ein Starkregen, um 1 cm Humus wegzuspülen, doch es dauert 100 Jahre, um diesen einen Zentimeter an Erde wieder aufzubauen. Nun herrscht oft Wasserknappheit, die Landwirtschaft ist mühselig und das Leben karg. Auch hier denke ich, das es wie an vielen Orten der Welt ist.

15 Jahre Forschung mit dynamischen Agroforst

Die Fahrt geht weiter zum Forschungsbetrieb Mollesnejta im 30 km entfernten Combuyo, direkt unterhalb des Tunari, dem höchsten Berg der hiesigen Anden. Seit 15 Jahren wird hier mit dynamischen Agroforst experimentiert.

Mit welchen Bäumen und Pflanzenkombinationen kann ein völlig degenerierter und steiniger Boden wiederaufgebaut werden? Eine Landwirtschaft mit Bäumen wird Agroforst genannt. Werden dabei gezielt die vielfältigen Mechanismen der Natur genutzt und ein Naturwald aufgebaut, der zugleich Lebensmittel produziert, spricht man von dynamischen Agroforst oder auch dem "Essbarem Wald".

Die Techniken und Methoden von dynamischen Agroforst wollen wir in zwei Dörfern einführen. Dabei ist es besonders wichtig, einen einfachen Weg zu finden, der schnell zu einer Wiederbewaldung führt und gleichzeitig landwirtschaftlliche Produkte erzeugt.

Kleine Wälder, Obstbäume und sogar Kaffee

Am Nachmittag wandern wir durch die verschiedenen Versuchsflächen auf der 16 Hektar großen Farm Mollesnejta. Ich bin beeindruckt, der Boden ist so karg und steinig und doch wachsen hier kleine Wälder, Obstbäume und sogar eine tropischen Parzelle mit Kaffee und Avocado gedeiht hier.

Wir reden bis spät in die Nacht über das Projekt, unsere Träume und wie wir am besten die Menschen und die Natur unterstützen können. Dabei geht der Vollmond über dem Tal von Cochabamba auf.

Am nächsten Morgen ist das Tal von Cochabamba nebelverhangen. Heute Mittag fahren wir in der Stadt zu AGRECOLES Andes, denn heute Nachmittag sind Bewerbungsgespräche für die Position des Projektleiters. Ich bin gespannt.

Blog 1 Reisevorbereitungen

Spanisch lernen

Spanisch lernen

Foto: Naturefund

Vorbereitung mit Spanisch lernen, in verschiedenen Skypekonferenzen mit dem Partner vor Ort meinen Besuch vorbereiten und mehr über Bolivien erfahren.

Flug ist gebucht

Ich bin mitten in den Vorbereitungen. Der Flug ist gebucht und die Flugzeiten sind angenehm. Start ist am Samstag, den 9.8. am frühen Abend, und am nächsten Morgen komme ich laut Plan um 8.15 Uhr in Cochabamba an. Dazwischen liegen acht Stunden Zeitunterschied.

Egal, ich fliege in die Anden und besuche unser Aufforstungsprojekt. Die Bücher meiner Kindheit und Karl May mit dem "Schatz der Kordilleren" begleiten mich im Gedanken.

Ich freue mich sehr und bin gespannt, wie dynamischer Agroforst im Hochland unter sehr schweren Bedingungen - kaum Regen, Boden ist steinig und sandig, viel Wind - funktioniert. Der Forschungsbetrieb Mollesnejta arbeitet schon fast 15 Jahre mit dieser Methode und ich will mehr sehen.

Noemi Stadler-Kaulich hat den Forschungsbetrieb aufgebaut und die ersten zwei Tage werde ich mit ihr die verschiedenen Agroforstparzellen besuchen. Ich habe darum gebeten, dass ich auch praktisch arbeiten kann, damit die Methode einfach besser kennenlerne, verstehe.

Vorbereitungen bei Naturefund

Davor ist natürlich noch einiges zu erledigen, damit in den zwei Wochen, in denen ich nicht da bin, meine Aufgaben bei Naturefund weiterlaufen.

Das Team ist wieder wunderbar und irgendwie ist neben all der Vielfalt die Stimmung entspannt. Wir finden in jedem Fall genug Zeit zum Mittagessen und natürlich auch für den obligatorischen Kuchen am Nachmittag.

Essen ist bei uns sehr wichtig. Wie das wohl in Bolivien sein wird?