Ein Trockenwald für die Rotohr-Papageien
Rotohr-Papageien
Foto: Milenuisz Spanowicz
Nächste Schritte
Die für das Projekt gesammelten Spenden ruhen aktuell auf einem Extrakonto. Seit Februar 2010 diskutieren wir intensiv mit der Asociación Armonia, ob und welche Möglichkeiten es gibt, das Land doch noch langfristig zu sichern. Es zeichnet sich eine Lösung ab, doch bevor diese nicht unterschriftsreif ist, haben Naturefund und Armonia vereinbart, keine Informationen über den Prozess zu veröffentlichen.
Die Asociación Armonia hatte in den letzten Monaten die Aufgabe, die umliegenden Dörfer zu überzeugen, dass ihnen keine Nachteile durch das Schutzprojekt entstehen, sondern vielmehr auch die Honigproduktion von einer Rückkehr der ursprünglichen Vegetation profitiert. Eine Überlegung ist, die Fläche zukünftig an einigen Stellen gemeinsam mit den Dörfern wieder aufzuforsten.
Papageien am Fuße der Anden
Worum es in diesem Projekt geht: Der vom Aussterben bedrohte Rotohr-Papagei (Ara rubrogenys) lebt in den Trockentälern Boliviens auf einer Höhe von 1.000 bis zu 2.700 Metern über den Meeresspiegel.
Diese mittelgroße Papageien-Art ist dabei in seiner Verbreitung auf die Einzugsbereiche von nur vier Flussläufen beschränkt und damit auf eine Gesamtfläche, die gerade mal halb so groß ist wie das Bundesland Hessen.
Der natürliche Lebensraum ist stark geschädigt
Der natürliche Lebensraum der Rotohr-Papageien sind saisonale Trockenwälder der Anden mit einem hohen Anteil an Akazien, Säulenkakteen und anderen Dornenbüschen. Doch diese Wälder sind aufgrund Jahrhunderte langer starker Übernutzung durch den Menschen stark geschädigt.
Kleinbauern wandelten den Wald in landwirtschaftliche Nutzflächen um oder die Überweidung durch Ziegen und der selektive Einschlag für die Herstellung von Holzkohle richteten große Schäden an.
Weniger als 1.000 Tiere in freier Wildbahn
Daher sind die natürlichen Nahrungsressourcen des Rotohr-Papageis, wie zum Beispiel die bohnenartigen Früchte des Soto-Baumes (Schinopsis haenkeana), selten geworden. Nur ein Teil der erwachsenen Rotohr-Papageien brütet daher, weil nicht genug Nahrung für die Jungtiere vorhanden ist.
Zählungen haben ergeben, dass pro Jahr etwa 150 bis 200 Brutpaare ihre Jungen großziehen. Die Gesamtpopulation wird mittlerweile auf unter 1.000 Tiere geschätzt.
Wilddiebe fangen jedes Jahr etwa 100 Tiere
Eine weitere Gefahr sind die Wilddiebe, die jedes Jahr bis zu 100 Tiere fangen und diese auf den illegalen Tiermärkten Boliviens verkaufen. 100 Tiere – das entspricht 10 Prozent der Gesamtpopulation, jedes Jahr.
110 Hektar kaufen und aufforsten
Zusammen mit der Asociación Armonia beabsichtigt Naturefund daher, 110 Hektar bzw. 1,1 Mio. Quadratmeter Land nördlich von drei Brutfelsen am Mizque Fluss zu kaufen, um damit den Papageien einen geschützten Lebensraum wie auch neue Nahrungsquellen zu ermöglichen.
Grunddaten für den andinen Trockenwald
Lage
Die Fläche liegt in Bolivien in der Provinz Chochabamba nördlich vom Mizque Fluss.
Größe
110 Hektar bzw. 1.100.000 Quadratmeter;
Tierwelt
Rotohr-Papagei, Luchssittich, Andenstärling, Rotbugamazone, Puma, Kleinfleckkatze;
Pflanzenwelt
Säulenkakteen, Akazien, Dornenbüsche, Soto-Baum, Bromelien;
Besonderheit
Nur noch wenige Rotohr-Papageien leben in freier Wildbahn. Das Land, das Naturefund kaufen will, würde ihnen einen geschützten Lebensraum und neue Nahrungsquellen für die Aufzucht ihrer Jungtiere bieten. Darüber hinaus würden durch den Kauf des Landes mehr als 20 andere endemische Arten geschützt werden.
Projetkpartner
Die bolivianische Naturschutzorganisation Asociación Armonia ist unser Projektpartner. Sie kümmert sich bereits seit Jahren um den Schutz der Vögel.


