Biber Biotop in Oberzell

Ein Biber frisst Weidenblätter.

Ein Biber frisst Weidenblätter.

Foto: Dietmar Nill

Naturefund hat gemeinsam mit der HGON Main-Kinzig ein 7.898 Quadratmeter großes Grundstück gekauft, auf dem Biber leben. Der Biber war in Hessen ausgestorben. Erst eine Wiederansiedlung vor 25 Jahren brachte das größte europäischen Nagetier zurück.

Biberlebensraum am Steiersbach

Die Biber haben am Steiersbach in Osthessen einen großen und zwei kleine Dämme angelegt. Zwei Teiche mit einer Feuchtbrache sind entstanden und ein einzigartiges Feuchtbiotop. Bereits seit 2008 gab es eine größere Burg in dem Bibersee.

Grunddaten

Lage

Südosthessen, Übergangsbereich vom Spessart zur Rhön, Gemeinde Sinntal

Größe

7.898  Quadratmeter

Tierwelt

In dem Gebiet und im Umfeld kommen Biber, Blindschleiche, Ringelnatter, Feuersalamander, Teich- und Grasfrosch, Bekassine, Rebhuhn, Wachtel, Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Sumpfschrecke, sowie als Nahrungsgast u. a. Eisvogel, Weißstorch und Schwarzstorch vor.

Pflanzenwelt

Prachtnelke, Bachnelkenwurz, Körnersteinbrech, Mädesüß.

Besonderheit

Die Fläche ist Teil des FFH-Gebietes „Hemmersbach, Bergwiesen bei Ziegelhütte“. Knapp 500 Meter entfernt beginnt das offizielle FFH-Gebiet „Biberlebensraum Hessischer Spessart“.

Das nächste besetzte Biberrevier befindet sich nur wenige hundert Meter weiter im Naturschutzgebiet Zienerwiesen von Oberzell an der Schmalen Sinn nahe der Landesgrenze nach Bayern. Das Biberrevier Zienerwiesen hat Naturefund bereits 2010 gekauft und dauerhaft gesichert. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Biberfamilien miteinander verwandt sind.

Hintergrund

Der Biber war in Hessen ausgestorben. Erst eine Wiederansiedlung von 18 Elbe-Bibern in den Jahren 1987 und 1988 brachte das größte europäischen Nagetier zurück. Die Tiere wurden im Spessart an den Flüssen Sinn und Jossa ausgesetzte und breitete sich von da schnell aus. Mittlerweile gibt es über 200 Biber in ganz Hessen.

Das Grundstück, dass Naturefund mit der HGON jetzt gekauft hat, liegt knapp einen Kilometer Luftlinie von der Sinn entfernt. Vor 10 Jahren wurde zum ersten Mal ein Biber hier gesichtet. Seit sieben Jahren gilt es als eigenständiges Biberrevier. Auf etwa 8.000 Quadratmeter hat eine Biberfamilie Dämme angelegt, Wasser aufgestaut und einen Teich mit einer Feuchtbrache geschaffen. Fische wie Äsche, Quappe und Bachneunauge sind zurückgekommen.

Auch Schmetterlingsarten wie Brauner Feuerfalter, Braunfleckiger Perlmuttfalter, Rotklee-Bläuling und am Waldrand mit Weichhölzern Schillerfalter kommen hier vor. Sie sind typisch für Berg- und Talwiesen.

Biber verändern Landschaften und es kommt mitunter zu Interessenkonflikten mit den Eigentümern und Nutzern. Um den Konflikt zu entschärfen und dem Biber dauerhaft einen sicheren Lebensraum zu bieten, haben wir die Fläche jetzt gekauft.

Partner

Eigentümer wird die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, kurz: HGON.

Betreuungskonzept

Da der Biber seinen Lebensraum selbst gestaltet, entfällt eine intensive Betreuung der Fläche. Lediglich eine Wegesicherung muss sicher gestellt werden.