Urwald in den Anden in Bolivien

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10. Mai 2016

Baumbrief 05/16 - Essbare Wälder auf 4.000 m ü NN!

Naturefund baut weitere Waldgärten in Bolivien auf. An einem Standort auf 2.750 m wachsen mehr als 40 Pflanzenarten in einem grünen Paradies. Knapp 4.000 ü NN im Quecha Dorf Kaspicancha, wo Lamas eine wichtige Einnahmequelle sind, pflanzen wir ebenfalls die ersten Obstbäume.

Stolze Ernte in Bolivien

Liebe Leserin, lieber Leser,

für uns aus Europa kaum vorstellbar, doch in den Anden von Bolivien bauen wir essbare Wälder in Höhen von 2.750 bis 4.000 m über dem Meeresspiegel auf! Über 40 Bauernfamilien haben sich mittlerweile getraut und ihr Land auf die Methode dynamischer Agroforst umgestellt. Einer von ihnen ist Alejandro, der uns anlacht, als wir zu seiner 280 m² großen Parzellen kommen. Stolz hält er eine große Zwiebel hoch. Nahe der Ortschaft Arani im Hochtal von Cochabamba kultiviert er auf 2.750 Meter über NN mehr als 40 Pflanzenarten. Beim Anblick der trockenen und degradierten Felder um sein Grundstück herum fragt man sich, wie er das schafft. Verwendet er Dünger und chemische Pflanzenschutzmittel? Nein!

Die Parzellen von Alejandro sind keine gewöhnlichen landwirtschaftlichen Produktionsflächen. Beim genaueren Betrachten der Parzelle fällt auf, dass sich hinter dem Mais eine Saubohne versteckt. Daneben wächst ein Pfirsichbaum. Alejandro ist Student der Fachrichtung Agroforst an der staatlichen Universität Mayor de San Simón und wendet auf seiner Parzelle dynamischen Agroforst an. In jeder Reihe kombiniert er Kulturpflanzen wie Mais, Weizen, Hafer etc. mit Fruchtbäumen und einheimischen Bäumen und Büschen.

Pflanzen Sie jetzt Bäume und unterstützen Sie die essbaren Wälder!

Zum aktuellen Bericht aus Bolivien

Von Lamas, Rindern und Schafen zu Obstbäumen

Mehr als 1.000 Meter höher auf fast 4.000 m ü NN befinden sich die strohgedeckten Steinhütten des Quechua Dorfes Kaspicancha. Seit Generationen leben die Menschen vom Vieh wie Lama, Rinder, Schafe. Daneben haben sie kleine Kartoffeläcker. Das Klima ist sehr viel kühler und wir stehen hier mit dicken Jacken und Mützen. Der Boden ist steinig und die Humusschicht dünn. Weit und breit sind kaum Bäume zu sehen.

Doch auch hier funktioniert der kombinierte Anbau von Kulturpflanzen und Bäumen und hat einen sichtbar positiven Einfluss auf das Pflanzenwachstum. Während des Rundgangs durch die Parzellen sehen wir mit eigenen Augen, dass junge Obstbäume in unmittelbarer Nachbarschaft eines einheimischen Strauches viel besser gedeihen als andere ohne solche natürlichen Begleitpflanzen. So unterstützt die eine Pflanzenart die andere, wobei ein resilientes, also gegen negative Einflüsse gewappnetes produktives System heranwächst.

Es ist ein schwieriger Weg von der konventionellen Anbauweise hin zu einer Landwirtschaft mit den Kräften der Natur. Der Wandel findet vor allem in den Köpfen statt. Mit jedem Baum unterstützen Sie diesen Wandel:

Mehr Bäume pflanzen

Wir wünschen Ihnen einen schönen Mai!

Herzlichst
Ihr Naturefund-Team

 

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Größe: 15.000 Bäume
gesichertgesichert: 12.896 offenoffen: 2.104
Paten & Patinnen: 584  Bisher gespendet: 77.416 €