Regenwald in Honduras
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10. Dezember 2007
12/2007 - Besuch bei den Gemeinden
Liebe Leserin, lieber Leser
Im November 2007 fuhr die deutsche Forstwissenschaftlerin Anke Henkelmann in das Aufforstungsprojekt im Regenwald von Honduras. Sie wollte sich eine Übersicht über den Stand der aktuellen Aufforstungen verschaffen. Anbei veröffentlichen wir ihren Bericht:
Was braucht der junge Baum?
Diese Baumschulen wurden sowohl von Einzelpersonen, als auch gemeinschaftlich in den Gemeinden sowie in den Schulen angelegt. Neben den Samen und den kleinen Plastiktüten bedarf es lediglich eines kleinen Stücks Land, einiger Palmenwedel und einiger starker Äste für ein einfaches Schutzdach, um vor der starken Sonne zu schützen.
Setzlinge vor Ameisen und Unkraut schützen
Die Baumsetzlinge sind Waldpflanzen und wachsen unter natürlichen Bedingungen zuerst im Schatten der großen Bäume. Und natürlich muss darauf achtgegeben werden, dass weder Unkraut noch Ameisen die Setzlinge schädigen. Besonders die über einen Zentimeter großen Blattschneideameisen (von den Anwohnern 'Zompopos' genannt) sind eine Bedrohung, denn hat erstmal ein Ameisenstaat die Baumschule entdeckt, dauert es nicht lange und man sieht die Ameisen wie auf einer Straße die Blätter abtransportieren.
Kleine Baumschulen sind von Vorteil
Eine Baumschule kann dabei in einer Nacht leer gefressen werden. Einen Schutz gegen diese Ameisen gibt es praktisch nicht, außer die Baumsetzlinge werden an einen anderen Ort getragen. Das ist auch einer der Gründe, warum kleinere Baumschulen von Vorteil sind, denn die Bäume können leichter umgesetzt werden, und im Falle einer Zerstörung ist der Schaden nicht zu groß.
Bedrohter Mahagoni vor allem gepflanzt
In Bezug auf die Baumarten wurden vor allem die Nutzhölzer Mahagoni (örtlicher Name 'Caoba') und Zeder in den Baumschulen ausgesäht. Vor allem Mahagoni ist ein sehr begehrtes Nutzholz, nicht nur für die Anwohner, sondern auch für die Holzhändler in Honduras und auf der ganzen Welt. Darum ist diese Art inzwischen vom Aussterben bedroht.
Fruchtbäume in 4 Schulen gepflanzt
Auch Fruchtbäume sind von den Anwohnern angefordert worden. Aus bereits existierenden Baumschulen wurden dabei in 4 Schulen je 30 Fruchtbäume gepflanzt. Die Schüler und Schülerinnen haben in der näheren Umgebung der Schulen von Matamoros, El Venado, Bermudaz und Valencia diese Fruchtbäume ausgepflanzt.
31 Gemeinden stimmten für Wiederaufforstung
Und zum Schluss dieses Berichts ein kurzes allgemeines Fazit zu den Baumpflanzungen: Die Anwohner des Nationalparks haben sich im Rahmen einer Versammlung von 31 Gemeinden aus dem Nationalpark eindeutig für die Wiederaufforstungen ausgesprochen. Die Wiederaufforstungen werden dabei mit dem Schutz der Wasserquellen der Dörfer verbunden. In den nächsten Monaten ist eine der Hauptaufgaben für die Dorfbewohner und -bewohnerinnen, ihren Nutzen aus dem Waldschutz und der Wiederaufforstung zu planen.
Potenzial der Wiederaufforstung wird überprüft
Somit sind Wiederaufforstungen ein wichtiger Bestandteil des Managements des Nationalparks. Welches Potential die Wiederaufforstungen im Nationalpark Patuca haben und auf welche Weise diese kurz-, mittel-, und langfristig durchgeführt werden, wird von November 2007 bis einschließlich Januar 2008 von einer deutschen Forstwissenschaftlerin studiert, welche durch die Arbeit von Patuca e. V. in Deutschland für das Team gewonnen werden konnte. Auch die Berichterstattung über die bereits in Durchführung befindlichen Aktivitäten ist ein Schwerpunkt ihrer Arbeit.
Herzliche Grüße
Ihr
Naturefund-Team
Vorsichtig wird ein Setzling getragen.
Foto: Asociación Patuca
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