Misteln im Streuobst

Mistelentfernung mit vielen Helfern

Mistelentfernung mit vielen Helfern

Foto: Naturefund

Zu Weihnachten hängen sie an vielen Türen, doch die wurzellosen Misteln (wissenschaftlich: Viscum album) sind neben Weihnachtsschmuck auch Schmarotzer, die alte Obstbäume stark belasten können.

Halbschmarotzer im großen Stil

Wenn im Winter keine Blätter mehr an den Bäumen sind, fallen die immergrünen Misteln in den Bäumen besonders auf und sind wohl auch deshalb ein altes Symbol für Fruchtbarkeit und Leben. Doch die Phytoparasiten (also pflanzliche Parasiten) leben auf Kosten des Wirtsbaumes, dem sie Wasser und Nährstoffe entziehen, während sie selbst Fotosynthese betreiben. Sie streben im allgemeinen nicht danach, ihren Wirt zu töten und daher ist EINE Mistel für die meisten Bäume kein Problem. Aber Misteln kommunizieren nicht untereinander und so ist der Zahl der Misteln auf einem Baum keine Grenze gesetzt. Bleibt die Krone eines Baumes im Winter nahezu gänzlich mistelgrün, investiert der Baum seine Ressourcen nicht mehr in das eigene Überleben sondern in das der Misteln.

Vögel und Pflege

Misteln verbreiten sich über die Kerne der weißen Scheinfrüchte, die von Vögeln gefressen werden. Die unverdaulichen Kerne werden auf dem nächsten Ast ausgeschieden und dort wächst eine neue Mistel heran. Früher wurden die Misteln gerade auf Streuobstweisen beim regelmäßigen Baumschnitt mit entfernt, sodass die Belastung für die Bäume erträglich blieb. Viele alte Streuobstwiesen werden jedoch nicht mehr regelmäßig geschnitten. Die fehlende Pflege führt zu einer starken Ausbreitung der Misteln und zu einer Gefährdung der alten Apfelbäume. Damit geht ein wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen, ein Zeugnis der historischen Landnutzung und ein unvergleichliches Naherholungsgebiet verloren.

Kein besonderer Schutz

Neben der fehlenden regelmäßigen Pflege ist auch der mögliche Schutzstatus der Mistel ein Problem. Die Mistel steht entgegen einer weitverbreiteten anderslautenden Meinung unter keinem besonderen Schutz. Sie unterliegt lediglich dem allgemeinen Artenschutz nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz und darf nicht für gewerbliche Zwecke geschnitten werden. In der Roten Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Deutschland wird die Mistel als ungefährdet eingestuft.

Helfen Sie uns beim Streuobstschutz!

Naturefund engagiert sich seit 2012 im Streuobsterhalt in Wiesbaden und hat schon viele Bäume von Misteln befreit, denn wenn nichts gegen die Misteln unternommen wird, droht der Abgang vieler wertvoller Streuobstbäume und der Verlust von Sorten, Lebensräumen und Erholungsgebieten.

Helfen Sie mit! Für nur 5 € können Sie 1 m² Streuobstwiese langfristig erhalten und uns bei der Entfernung von Misteln aus schwer belasteten Obstbäumen unterstützen. Oder Sie legen selbst Hand an und helfen bei einer unserer Streuobstaktionen mit!

 

P.S.: Trotz der Gefährdung dieses wertvollen Lebensraumes sollte die Entfernung der Misteln nicht ohne fachgerechte Anleitung und keinesfalls ohne das Einverständnis des Eigentümers vorgenommen werden.

Infos und Tipps zum Mitmachen

Mitmachen: Wir freuen uns über jede, die uns bei der Streuobstpflege hilft. Schicken Sie einfach eine Email an streuobst@naturefund.de und wir informieren Sie über die nächste Aktion.

Infos: Aktuelle Informationen und Veranstaltungen finden Sie auch auf unserer Facebook-Seite: https://www.facebook.com/naturefund/


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