Das Wunder der Moore - das Hamberger Moor ist geschützt

Hamberger Moor

Hamberger Moor

Foto: Naturefund

Naturefund hat die Chance genutzt, eines der letzten großen Moore in Norddeutschland dauerhaft zu sichern. Bedrohte und seltene Arten, wie der Graue Kranich, finden hier einen sicheren Lebensraum.

Am zweiten August 2018 haben wir es geschafft. Über 140.000 € sind für den Kauf des Moores zusammengekommen. Danke!

 

Die letzten Moore Deutschlands schützen

Das Hamberger Moor ist ein ehemaliges Hochmoor und Teil des bekannten Teufelsmoores. Es liegt nur wenige Kilometer vom berühmten Künstlerdorf Worpswede entfernt. Bereits seit einigen Jahren war das Hamberger Moor ein Landschaftsschutzgebiet. Im Frühjahr 2017 wurde es dann Teil des neuen und mit 27.000 ha sehr großen Naturschutzgebiet Teufelsmoor. Doch in Landschaftsschutz- und auch Naturschutzgebieten sind viele Flächen noch in Privatbesitz und werden landwirtschaftlich genutzt. Ein Eigentümer will jetzt knapp 30.000 m² im Hamberger Moor an Naturefund verkaufen, die mitten in der Kernzone liegen. Mit dem Kauf dieser Fläche könnte man beginnen, weitere angrenzende ehemalige Moorflächen von bis zu 100.000 m² wieder zu vernässen und damit zu renaturieren.

Zusätzlich haben wir die Chance weitere 33.000 m² im benachbarten Niedersandhausener Moor zu kaufen und für die Natur wieder zu renaturieren.

Moore sind wichtiger Lebensraum

Das Hamberger Moor und das Niedersandhausener Moor sind, wie viele andere Moore, heute ein wichtiger Lebensraum für viele seltene Pflanzen und Tiere, wie dem Sonnentau und der Kreuzotter. Über viele Jahrtausende hat sich eine große biologische Vielfalt in Mooren entwickelt. Auch der streng geschützte Graue Kranich (Grus Grus) findet hier ein Zuhause. Erst vor einigen Jahren tauchte der Kranich als Gast während der Vogelzüge auf. Dank einiger Renaturierungsmaßnahmen sind bereits ein paar flache Moorseen entstanden, ideal für Kraniche um geschützt vor Fressfeinden hier zu brüten. Mittlerweile vermutet man, dass ein Kranichpaar im Hamberger Moor auch brütet, was eine Sensation wäre. Weitere Arten, die im Moor vorkommen sind: Bekassine, Krickente, Uferschnepfe, Moorfrosch, die Libelle Mosaikjungfer und der sehr seltene Schmetterling Moorbläuling.

Klimawunder Moore

In Zeiten des Klimawandels ist der Schutz von Mooren extrem wichtig. Moore speichern Biomasse und damit CO2 im Torf und das über Jahrtausende. Wird das Moor entwässert und der Torf abgebaut, entweicht das CO2 früherer Jahrhunderte - auch noch - in die Atmosphäre. Gleichzeitig wird der CO2-Speicher Moor zerstört. Zwar bedecken Moore weltweit  gerade einmal 3% der Fläche, speichern aber volle 30% des natürlichen CO2! Dabei wachsen Moore, vor allem Hochmoore, sehr, sehr langsam, im Schnitt etwa 1mm pro Jahr. Ein Spaten voll Torf muss also 300 Jahre wachsen, bevor er in wenigen Sekunden zerstört wird.

Der Klimawandel verursacht auch Wetterextreme wie Trockenheit oder große Wassermassen. Auch hier sind Moore hocheffiziente Klimaschützer, denn ein Moor kann das 30-fache seiner Trockenmasse an Wasser speichern und ersetzen bei Überschwemmungen mit Leichtigkeit riesige, künstliche Rückhaltebecken.

Unsere Pflegemaßnahmen

Es handelt sich bei den meisten Flächen im Hamberger Moor um ein degeneriertes und entwässertes Hochmoor. Als erste Pflegemaßnahme wird entkusselt, das heißt Gehölze, vor allem Birken werden entfernt. Danach werden die meist alten Entwässerungsgräben abgedichtet oder verfüllt. Danach werden Polder eingerichtet, also Dämme gezogen, damit das Wasser in der Fläche bleibt. Mit der Zeit entwickelt sich das degenerierte Hochmoor zu einem Moor in Regenerationsstatus. Im besten Fall und langfristig sind keine Pflegemaßnahmen mehr notwendig. Oft, zumindest in den ersten zwei Jahrzehnten muss alle 5-6 Jahre wieder entkusselt werden, weil die Fläche nicht genug vernässt ist.

Wir halten Sie gerne auf dem Laufenden, was im Moor passiert und welche Arten das Moor zurückerobern. In unserem Landbrief informieren wir Sie regelmäßig über die Fortschritte in unseren Projekten.

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