Aufforstung in der Eifel, Wirftbach

Von Links: Giovanni Sepia (EURid), Winfried Sander (BUND Ahrweiler) und Katja Wiese (Naturefund) - und eine junge Esche.

Von Links: Giovanni Sepia (EURid), Winfried Sander (BUND Ahrweiler) und Katja Wiese (Naturefund) - und eine junge Esche.

Foto: Naturefund

Rechtszeitig zum Frühling haben Naturefund und EURid und der BUND Ahrweiler 100 Bäume entlang vom Wirftbach in der Eifel aufgeforstet. Das gemeinsame Ziel ist, europaweit entlang von Wasserwegen naturnahe Bruch- und Auwälder wieder aufzubauen.

Europäische Zusammenarbeit

Der Klimawandel führt zu einer Veränderung der Ökosysteme. Wie in früheren Zeiten werden Tiere und Pflanzen versuchen, in für sie geeignetere Lebensräume auszuweichen. Diese Anpassungsbewegungen werden in Europa jedoch häufig durch Straßen und Siedlungen erschwert. Bach- und Flussläufe bilden jedoch nach wie vor natürliche Korridore für die Wanderungsbewegungen der Arten.

Viele Wasserwege sind allerdings nur begrenzt naturnah. Hinzu kommt, das Auen und feuchte Niederungswälder entlang von Wasserwegen nur noch in Restbeständen vorhanden sind. Dabei kommen fast Zweidrittel aller Arten in Europa in Auwäldern vor.

Gelänge es, entlang von Bach- und Flussläufen Auwälder wieder aufzubauen, könnten damit europäische Klimakorridore gefördert werden. Das würde den Arten die räumliche Anpassung an den Klimawandel erleichtern und gleichzeitig den Verlust der biologischen Vielfalt in Europa eindämmen. Naturefund will daher mit EURid Bäume entlang von Bäch- und Flussläufen in Europa wieder aufforsten.

EURid ist im Auftrag der Europäischen Kommission verantwortlich für die Vergabe der „.eu“-Domains. Beim ersten gemeinsamen Aufforstungsprojekt 2012 stiftete EURid 500 seltene Elsbeeren, welche am 2. November 2012 in der Gemeinde Calden gepflanzt wurden.

Im 2. Projekt von EURid und Naturefund wurde entlang von zwei Bachläufen in der Eifel wieder aufgeforstet. Es handelt sich um den Wirftbach, um Bild zu sehen, und den Adenauerbach.

Grunddaten

Lage

Nördliches Rheinland-Pfalz in der Eifel nahe der Stadt Adenau und dem Nürburgring;

Größe

Ausgehend vom Quellbereich können auf 3 km entlang des Bachlaufes etwa 100 Bäume, vor allem Esche und Schwarzerle, gepflanzt werden;

Tierwelt

Aufgrund der guten biologischen Gewässergüte (II und III) kommen in diesem Mittelgebirgsbaches typische Arten wie Larven der Stein- und Köcherfliege, der Gemeine Flohkrebs und Fischarten wie Groppe und Elritze vor.

Pflanzenwelt

Beidseitig des Wirftbaches stehen Fichten, die bereits in den  letzten Jahre gelichtet worden sind und vom Forstamt Adenau weiter abgeholzt werden. Fichte ist keine typische Baumart für Bachläufe.

Teilweise sind typische Baumarten wie Schwarzerle und Weide von alleine nachgewachsen. Eine weitere Aufforstung bestimmter Baumarten ist allerdings sinnvoll und erforderlich.

Partner

Partner in diesem Projekt ist die BUND Kreisgruppe Ahrweiler. Die Flächen rechts und links vom Wirftbach sind im Eigentum der Nürburgring GmbH, der Gemeinde Nürburg und einer Kirche. Die Flächen werden, bis auf den angrenzenden Forst, nicht weiter genutzt.

Geschichte & Betreuungskonzept

Die BUND-Kreisgruppe Ahrweiler ist erst seit Herbst 2011 hier aktiv. Sie hat in den letzten Monaten vor allem kleinere, standortfremde Gehölze entfernt, Dämme abgebaut und damit das natürliche Bachbett wieder hergestellt. Die Bäume dienen dem Erosionsschutz und bieten Lebensraum für zahlreiche Arten sowie im Sommer Schatten, um den Sauerstoffgehalt des Gewässers zu stabilisieren.