Regenwald wieder aufforsten in Honduras
Ein Tucan blickt neugierig in die Kamera.
Foto: Asociación Patuca
Der letzte große Regenwald Mittelamerikas
Naturefund unterstützt seit 2007 den Schutz von Regenwald im Nationalpark Patuca in Honduras. Vom Südosten Honduras bis in den Norden von Nicaragua erstreckt sich ein letztes großes, zusammenhängendes Waldgebiet Mittelamerikas von 10.000 Quadratkilometern, eine Fläche so groß wie ein Viertel der Schweiz.
Der Nationalpark Patuca ist mit seiner Fläche von 3.756 Quadratkilometern dabei das zweitgrößte Schutzgebiet in Honduras. Zahlreiche seltene Arten wie Jaguar, Tucan und Großer Ameisenbär konnten hier überleben.
Doch dieser letzte große Regenwald ist akut durch Abholzung und Siedlungsdruck bedroht. Gemeinsam mit dem Management des Nationalparks, der Asociación Patuca, und den Menschen vor Ort hat Naturefund in den letzten Jahren über 100 Baumschulen aufgebaut, um abgeholzte Flächen wieder aufzuforsten. Jedes Jahr wachsen hier Tausende von Baumsetzlingen heran, die in der Regenzeit zwischen Oktober und Dezember ausgepflanzt werden.
Regenwald wieder aufforsten
Für die Jahre 2012 bis 2014will Naturefund nicht nur Baumsetzlinge aufziehen und auspflanzen, sondern im größeren Umfang Flächen wieder aufforsten. Von den 375.584 Hektar des Nationalparks Patuca sind nach einer Untersuchung im Jahr 2010 derzeit 97.651 Hektar abgeholzt. Das Ziel ist jetzt, bis 2014 etwa 6 % der abgeholzten Flächen, also 6.000 Hektar wieder aufzuforsten.
Zum Vergleich: Auf einem Hektar können im Schnitt 1.000 Baumsetzlinge gepflanzt werden. Nicht alle Setzlinge wachsen an, so dass nach 10 Jahren in der Regel noch 600 Bäume stehen und in 30 Jahren etwa 100.
Dynamik des Regenwaldes nutzen
Doch in dem dynamischen System eines Waldes, vor allem im Regenwald, leben zahlreiche Arten auf engstem Raum. Neben großen Bäume wachsen aus kleinere, Unterholz, Kräuter, Farne und vieles mehr. Daher sollen in den kommenden Jahren vor allem natürliche Mechanismen der Wiederbewaldung gestärkt werden, wie die natürliche Sukzession und der Einsatz von einheimischen Samenverteilern wie fruchtfressenden Fledermäusen.
Einführung der Methode Waldgarten
Seit 2011 ist Naturefund dabei, gemeinsam mit der Asociación Patuca und den Bauernfamilien die Methode der sukzessionalen Agroforstwirtschaft (kurz: Waldgarten) im Nationalpark zu testen. Die ersten Versuche 2011 waren erfolgreich und stießen auf großes Interesse bei den Bauernfamilien.
Das Prinzip Waldgarten soll in den kommenden drei Jahren ausgebaut werden. Begleitet wird die Einführung der neuen Methode von Studienarbeiten der Universität Tegucigalpa und dem forstwissenschaftlichen Institut von Catacamas (Instituto Nacional de Conservación y Desarrollo Forestal, kurz: ICF).
Grunddaten Aufforstung im Nationalpark Patuca
Lage
Der Nationalpark Patuca liegt im Südosten von Honduras an der Grenze zu Nicaragua.
Größe und Zahl der Bäume
Der Nationalpark Patuca umfasst eine Größe von 375.584 Hektar. Etwa 60 Prozent davon ist noch von unberührten Regenwald bedeckt. Doch 40 Prozent des Schutzgebiets sind mittlerweile entweder degradiert oder komplett abgeholzt. Naturefund und die Asociación Patuca wollen den noch bestehenden Wald schützen und abgeholzte Flächen wieder aufforsten. Das Ziel bis 2014 ist, 6.000 Hektar wieder zu bewalden und mindestens 50.000 Bäume zu pflanzen.
Tierwelt
Jaguar, Großer Ameisenbär, Baumozelot, Tucan und viele andere;
Pflanzenwelt
Caoba, Ceiba, Laurel, Cedro, Guanacaste, Mango Insorto, Aguacate, Mazica, Guapino und viele andere;
Besonderheit
Der Regenwald, der früher große Teile Mittelamerikas bedeckte, wurde in den letzten Jahrhunderten bis auf wenige Reste vernichtet. Das letzte große, zusammenhängende Waldgebiet von etwa 10.000 Quadratkilometern soll in drei großen Schutzgebieten erhalten werden: Im Nationalpark Tawahkas-Asangni, im UNESCO-Biosphären Reservat Rio Platano und im Nationalpark Patuca.
Von besonderer Bedeutung ist auch, dass die Tier- und Pflanzenwelt Nord- und Südamerika hier aufeinandertreffen. Im Nationalpark Patuca gibt es daher neben tropischen Tieflandregenwald in höheren Lagen auch ausgedehnte Nadelwälder.
Dieser einzigartige Wald ist akut durch Abholzung bedroht. Viehfarmen suchen Weideflächen für ihre Rinder, seltene Tropenhölzern erzielen hohe Preise auf dem Schwarzmarkt und zahlreiche arme Bauernfamilien leben in den Schutzgebieten, die für ihre karge Subsistenzwirtschaft den Regenwald stetig abholzen.
Doch die herkömmlichen Anbaumethoden sind für die Tropen meist ungeeignet. Nach einigen Jahren ist der Boden ausgelaugt und kann nur noch als Weideland genutzt werden. Auf der Suche nach neuen Einkommensquellen holzen die Menschen weitere Waldflächen ab. All dies führte dazu, dass im Zeitraum 2000 bis 2010 im Nationalpark Patuca der Regenwald jedes Jahr um etwa 5 Prozent abnahm.
Partner
Projektpartner ist die Asociación Patuca, eine gemeinnützige Naturschutzorganisation aus Honduras, die im Auftrag der Regierung von Honduras den Schutz und Erhalt des Nationalparks Patuca gestaltet und umsetzt.
Betreuungskonzept
Mit Hilfe der Wiederaufforstungen wird der bestehende Regenwald geschützt und kahle Flächen wiederaufgeforstet. In den letzten Jahren haben wir den Aufbau von Agroforstwirtschaft, also eine Landwirtschaft mit Bäumen wie Kakao, Kaffee, Mangos u. a. gefördert. Im Frühjahr 2011 haben wir die Methode der sukzessionale Agroforstwirtschaft, auch Waldgarten genannt, eingeführt. Sie bietet den Menschen Nahrungs- und auch Einkommensmöglichkeiten und fördert gleichzeitig eine natürliche Wiederbewaldung. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort versuchen wir auch, ein neues Verständnis über die Bedeutung des Regenwaldes zu fördern.
Mit 6,00 EUR einen Baum pflanzen
Sie können beim Schutz des Regenwaldes und bei der Wiederaufforstung mitmachen. Schon mit 6,00 EUR können Sie dort ein Baum pflanzen lassen. Damit leisten Sie auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Unser CO2-Rechner rechnet Ihnen aus, wie viele Bäumen Sie pflanzen müssten, um zum Beispiel den Spritverbrauch von Ihrem Auto zu neutralisieren.
Selbstverständlich können Sie Ihre Spende für die Bäume steuerlich absetzen!



