12.10.2017, Naturefund Pressemitteilung

UN-Auszeichnung für Projekt zur Äskulapnatter

UN-Dekade Auszeichnung
Foto: F.Reimann

Das gemeinsame Engagement der Vereine Naturefund e.V. und Naturschutzhaus Wiesbaden zum Schutz der Äskulapnatter würdigte heute Umweltdezernent Andreas Kowol als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt.

Die Auszeichnung wird im Namen der Geschäftsstelle der UN-Dekade an Projekte vergeben, die vorbildlich dazu beitragen, die biologische Vielfalt zu erhalten.

Dank der beiden Vereine wird heute eine Fläche von über 3.000 m2 in Wiesbaden-Frauenstein geschützt – eines der letzten Verbreitungsgebiete der größten und seltensten Schlange Deutschlands. „Diese Auszeichnung bestätigt uns darin, uns weiter für die Artenvielfalt stark zu machen“, freut sich Katja Wiese von Naturefund: „Einen Teil der Fläche konnten wir dank zahlreicher Spenden kaufen, einen weiteren haben wir gepachtet und bereits zum Schutzgebiet ausgebaut.“

Das milde Klima im Rheingau sorgte dafür, dass sich in einem Tal bei Frauenstein eine Population der Äskulapnattern erhalten konnte. Hier findet sie zudem einen idealen Lebensraum vor: abwechslungsreiche, kleinteilige Landschaft mit Plätzen, die Deckung und ausreichend Nahrung bieten, zum Sonnenbaden einladen und für die Eiablage ideal sind. Von dem Schutzgebiet soll in erster Linie die auf der Roten Liste als „stark gefährdet“ eingestufte Schlange profitieren, aber auch weitere Arten werden dadurch geschützt.

Die Äskulapnatter kann als größte Schlange Europas bis zu zwei Meter lang werden. Sie ist jedoch für den Menschen völlig ungefährlich. Ihr nördlichstes Verbreitungsgebiet ist Wiesbaden und der Rheingau, durch den massiven Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und die zunehmenden Siedlungsflächen wird der Lebensraum der Schlangen aber immer kleiner. Zudem werden jedes Jahr zahlreiche Tiere im Straßenverkehr oder bei Mäharbeiten getötet.

Auf der geschützten Fläche bei Frauenstein hat die seltene Schlange jetzt die Möglichkeit zu überleben. Private Spender und Sponsoren haben das Projekt finanziert, Freiwillige und Mitarbeiter beider Vereine legen zudem bei Arbeitseinsätzen gemeinsam Hand an, um das Gebiet für die Schlangen zu gestalten und auszubauen.

Als Anerkennung für ihren Einsatz erhalten die Projektpartner zusätzlich zu einer Urkunde und einem Auszeichnungsschild einen „Vielfalt-Baum“ aus Holz, der symbolisch für die bunte Vielfalt und einzigartige Schönheit der Natur steht. Die Ehrung findet im Rahmen der Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde.

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