03.12.2017, Naturefund

Naturefund Weihnachtsgeschichte zum ersten Advent

Die Naturefund Weihnachtsgeschichte zum 1. Advent. Die heutige Geschichte erzählt vom Familienvater Miaro aus Madagaskar

Weihnachtszeit

Hier in Madagaskar die heißeste Zeit im Jahr. Im Dezember kann die Temperatur schon einmal über die dreißig Grad klettern. Manchmal ist es sogar so heiß, dass man ganz schön ins Schwitzen kommt, wenn man draußen auf dem Feld arbeitet. Und trotzdem – Für Miaro ist es seine Lieblingsjahreszeit.

Seit dem ersten Dezember freut er sich schon auf das Weihnachtsfest. Am ersten Weihnachtsfeiertag kommt die ganze Familie – und Miaros Familie ist ziemlich groß. Dann geht man gemeinsam in den schicksten Klamotten zur Messe, man isst zusammen und feiert bis in die Nacht. Miaro ist zwar ein einfacher Bauer, aber er arbeitet hart um für seine Familie zu sorgen. Meistens ist das gar nicht so einfach. Und obwohl Weihnachten sein Lieblingsfest ist, macht er sich, seit seine beiden Kinder auf der Welt sind, in dieser Zeit oft Sorgen. Er hat Angst die Familie nicht versorgen zu können oder die beiden Kleinen an Weihnachten zu enttäuschen. Vor allem für die Kinder soll doch der Zauber nicht verloren gehen!

Als Miaro selbst noch ein kleiner Junge war, war in seinem Heimatdorf Ankorakabe noch vieles ganz anders. Das kleine Bauerndörfchen liegt direkt an dem Regenwald Makirovana. Hier leben viele der seltensten Tieren der Welt. Miaro ist als Kind oft durch den Wald gelaufen und hat Entdecker gespielt. Die kleinen Lemuren hat er am liebsten beobachtet.

Doch heutzutage sind dort, wo er sich zwischen Bäumen und Büschen versteckt hat, nur noch kahle Felder. Er als Bauer weiß, dass die Böden nun nicht mehr fruchtbar genug sind und die Ernte oft schlecht ausfällt. Er selbst kämpft um jede Pflanze und auch wenn er sie nicht mit großem Gewinn verkaufen kann, ist sie am Ende doch Essen oder Brennholz für seine Familie.

Leider ist es in Madagaskar üblich und oft auch überlebensnotwendig im Wald heimlich Bäume zu fällen, damit man genug Brennstoff für den Herd hat. Strom gibt es selten und er ist sehr teuer, deshalb müssen die Familien in Madagaskar noch mit Holz schüren. Damit neue Felder angelegt werden können, werden oft ganze Waldfächen abgebrannt. So nehmen die Waldbestände, die so üppig waren in dieser Gegend Madagaskars, immer mehr ab. Miaros Kinder kennen nur noch einen kleinen Teil von dem Regenwald, in dem er als Junge noch spielen konnte.

Es ist ein Tag vor dem ersten Advent und Miaro ist auf dem Weg nach Hause. Er ist betrübt. „Eigentlich wollte ich immer alles besser machen, als meine Eltern damals.“, denkt er, „Sie hatten nie große Chancen als Bauern und als Kind fand ich immer sie arbeiten eher gegen als mit der Natur. Nun mache ich leider alles genauso.“ Außerdem fragt er sich, was er seinen beiden Kindern wohl schenken könnte. Sie freuten sich so sehr auf Weihnachten und dieses Jahr hat er wegen der schlechten Ernte leider wenig Geld übrig. Er seufzt: „Ich will doch nur das Beste für sie.“

Als er den Weg zwischen den Häusern entlangläuft, hört er auf einmal ein Knirschen. Er schaut nach unten und musste grinsen. Jemand hatte wohl eine Litschi fallen lassen und er ist draufgetreten. Sie sind typisch in der Adventszeit in Madagaskar. Jeder nascht sie und die Straßen sind gepflastert von den Schalen und Kernen der kleinen süßen Früchte. Diese hier hat es leider zu sehr erwischt, als dass er sie noch hätte essen können. Der runde Kern kam schon zwischen der aufgebrochenen Schale zum Vorschein. Da kam Miaro eine Idee.

Er würde jedem seiner Kinder einen Samen für einen Baum schenken. Gemeinsam könnten sie diesen auf ihrem Feld anpflanzen und sich darum kümmern. Mit den Kindern würde der Baum älter werden. Irgendwann anfangen Früchte zu tragen und sie zu ernähren. Vielleicht könnten sie irgendwann noch mehr Bäume dazu pflanzen. Miaro hebt den Kern der Litschi auf und lacht. „Mit dir fange ich an“, denkt er und steckt den Kern in seine Hosentasche. „Ein kleiner Wald für meine Kinder und in Zukunft genug Nahrung für sie und meine Familie...“

 

Hat Ihnen die kleine Geschichte gefallen? Dann pflanzen Sie doch mit uns zu Weihnachten einen

Baum in Madagaskar