01.12.2016, Naturefund Pressemitteilung

Naturefund startet Dynamischen Agroforst in Europa

Pflanzaktion Köln
Foto: Naturefund

Seit fünf Jahren arbeitet die Naturschutzorganisation Naturefund in verschiedenen Projekten in Latein- und Südamerika und auf Madagaskar mit der naturnahen Aufforstungsmethode.

Hervorragende Ergebnisse

„Der dynamische Agroforst zeigt hervorragende Ergebnisse vom bolivianischen Tiefland bis in die Anden auf eine Höhe von 4.000 Metern“, berichtet Katja Wiese von Naturefund. „Jetzt gilt es herauszufinden, ob die Methode auch in den klimatischen Verhältnissen Europas so überzeugend funktioniert und wie sie an die westliche Landwirtschaft angepasst werden kann.“

 

Beim dynamischen Agroforst werden verschiedene landwirtschaftliche Nutzpflanzen, Fruchtbäume und eine Vielzahl einheimischer Pflanzen, insbesondere Büsche und Bäume, zusammen auf einer Fläche angepflanzt. Durch die Artenvielfalt und einen besonderen Rückschnitt der Pflanzen wird die Bodenfruchtbarkeit verbessert, Erosion verhindert und der Wasserhaushalt stabilisiert. „Wir nutzen die Mechanismen der Natur, verzichten auf Pestizide und chemischen Dünger und können dabei hohe Erträge erwirtschaften“, fasst Katja Wiese von Naturefund weitere Vorteile der Methode zusammen.

Die Erfolge sprechen für sich:

In seinen Projekten in Madagaskar konnte Naturefund feststellen, dass Bananen, die normalerweise erst nach einem Jahr Früchte tragen, in den umgestellten Parzellen bereits nach acht Wochen mit der Fruchtbildung begannen. Ebenso waren Kakaobäume nach nur 18 Monaten voller Früchte – ohne Chemie und Dünger und deutlich schneller als im konventionellen Anbau.

Start in Europa

Für die Erprobung in Europa haben die Naturefund-Experten gemeinsam mit Partnern begonnen, auf drei kleineren Test-Gebieten in Deutschland und einem in Rumänien aufzuforsten:

  • in Köln: mit den Firmen toom Baumarkt und Isover auf etwa 5.000 m2 im Kölner Grüngürtel

  • in Wiesbaden: auf etwa 10.000 m2 Fläche in Erbenheim mit dem Schwerpunkt Obstbäume

  • in Grenzach: auf dem BASF-Werksgelände auf etwa 2.000 m2 ehemals bebauter Fläche mit stark verdichtetem Boden

  • in Timisoara, Rumänien: gemeinsam mit der Universität Timisoara auf etwa 1.000 m2 gemischter Anbau

Die Flächen werden in den nächsten Jahren von Naturefund betreut. Geplant ist zudem, das Wissen und die Techniken der Anbaumethode parallel in Schulungen weiterzugeben. Eine erste Einführung konnte Agroforstexpertin Noemi Stadler-Kaulich, die mit dieser Methode erfolgreich in Bolivien arbeitet, Mitte November interessierten Obstbauern und Wissenschaftlern in Wiesbaden geben. Um die Verbreitung des dynamischen Agroforsts zu fördern, wird Naturefund unter anderem auch weiterhin über diese Methode informieren und eine Datenbank über das vorhandene Wissen aufbauen.

Mitmachen und die Einführung vorantreiben

Wer die Einführung des Dynamischen Agroforst unterstützen möchte, kann direkt auf das Spendenkonto von Naturefund spenden, Betreff: Dynamischer Agroforst, Naturefund e. V., IBAN: DE34 5105 0015 0101 2613 52, BIC: NASSDE55XXX, Nassauische Sparkasse. Oder eine SMS an die 81190 schicken (5 € pro SMS, 4,83 € gehen direkt an Naturefund).

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