12.09.2018, Naturefund

Moorbrand bei Meppen

Zerstörerische Trockenheit

Im Emsland bei Meppen brennt ein mehrere Hektar großes Moor. Die Rauchentwicklung und der Brandgeruch sorgen für Feuerwehreinsätze in der gesamten Region. Sogar in Bremen und Hamburg kommt es zu Notrufen bei der Feuerwehr.

Brandgefahr wird unterschätzt!

Auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition in Meppen brennt seit fast einer Woche die Moor- und Heidelandschaft. Aufgrund der starken Südwestwinde zieht der Rauchgeruch inzwischen bis Bremen und Hamburg, wo besorgte Bürger bei der örtlichen Feuerwehr anrufen, um Brände zu melden. Eine konkrete Ortsangabe konnte niemand angeben, da die Herkunft der Geruchsbelästigung unklar war.

Aktuell ist offenes Feuer aufgrund der Trockenheit im Emsland verboten. Dennoch seien auf dem Testgelände Schießübungen durchgeführt worden, da für die Bundeswehr Ausnahmeregelungen gelten. Das nötige Spezialfahrzeug der Feuerwehr, das auf dem sumpfigen Boden eines Moores fahren kann, sei ausgefallen und man habe anfangs auf Lösch-Hubschrauber verzichtet, da die Brandgefahr des Moores unterschätzt wurde.

Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht. Nun kämpft die Bundeswehr mit Löschhubschraubern gegen den Flächenbrand an. Es handele sich nicht um ein offen brennendes Feuer, eher ein „ Kokeln der Vegetation“.

Löschungen können noch mehrere Wochen andauern

In der Regel würde ein Moor nicht brennen, da es natürlicherweise durch Niederschläge und austretendes Grundwasser ständig mit Wasser gesättigt ist. Durch die Trockenheit der Sommermonate gibt es vermehrt Stellen, an denen der Torf trocken liegt. Der Moorboden, den man Torf nennt, besteht aus den abgestorbenen Moorpflanzen und ist nur im trockenen Zustand brennbar. Allerdings brennt Torf im trockenen Zustand sehr gut. Der Heizwert ist vergleichbar mit Braunkohle. Durch die Verbrennung von Torf entsteht viel Asche mit teils unverbrannten Bestandteilen und er glüht sehr lange nach, was die Löscharbeiten erschwert. Zudem ist die Fortbewegung auf Moorböden nur mit speziellen Löschfahrzeugen möglich. Das heißt, es muss hauptsächlich mit Löschflugzeugen gearbeitet werden. Die betroffene Fläche ist etwa sechs Hektar groß und trotz vereinten Kräften könnte der Einsatz noch mehrere Wochen andauern.

Brände vermeiden – Moore wiedervernässen !

Heißes und niederschlagsarmes Klima, das verursacht durch den Klimawandel noch häufiger auf uns zukommen wird, lässt den Wasserspiegel im Moor sinken. Auch setzt fast jede Form der Nutzung von Mooren die Entwässerung voraus. Egal ob land- oder forstwirtschaftliche, gartenbauliche Nutzung oder für die Torfgewinnung. Der Wasserstand der Moore muss abgesenkt werden. Durch Entwässerung der Moore steigt das Risiko von Moorbrand erheblich an. Um die Brände von vornherein zu unterbinden, sollten die Moore in ihrem natürlichen, wassergesättigten Zustand belassen werden und die Nutzung der Moore vermieden oder rückgängig gemacht werden. Bereits entwässerte Moore können wiedervernässt werden und in ihren natürlichen Zustand gebracht werden, bei dem im Optimalfall langfristig keine weiteren Pflegemaßnahmen nötig sind.

Hamberger Moor

Das Naturefund-Projekt Hamberger Moor, das in der Nähe des brennenden Moors bei  Meppen liegt, sieht den Schutz des ehemals entwässerten Hochmoors vor. Worum genau es bei unserem Projekt geht, warum Moore als CO2 – Speicher dienen und darüber hinaus auch wichtige Lebensräume sind, erfahren Sie hier


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