06.06.2012, Naturefund

Bericht über den 2. Besuch von Spezialisten von ECOTOP

Setzlinge im Nationalpark Patuca
Foto: Naturefund

Vom 26. September bis zum 7. Oktober 2011 erkundeten Spezialisten von ECOTOP Gebiete in Bolivien, um das beste Verfahren für die Eingliederung von Agroforstsystemen (SAF) zu entwickeln.

1. Ziele

  • Erfahrungsaustausch über die Eingliederung von Agroforstsystemen (SAF) als Folge-Kulturen im Schutzgebiet, zusammen mit Spezialisten dieses Themenbereichs.
  • Erkundung des Gebietes durch die SAF-Spezialisten, um Tipps über die für die Region an besten angepassten Verfahren geben zu können und Unterstützung für die Implementierung von
    Flächen von 1.000 m2 oder mehr an Agroforst-Parzellen (zunächst bei 12 Bauern, die sich neu für diese Anbauform bereit erklärt haben sowie bei 3 Bauern, die bereits Parzellen angelegt haben).

2. Entwicklung der Aktivitäten

2.1 Erkundung des Gebietes: ECA El Tigre

Unter Begleitung der Mitglieder der ECA El Tigre und dem jeweiligen Vermittler wurde die Finca des bäuerlichen Produzenten Vivtor Montoya besucht.

Mit der Gruppe ECA und weiteren Teilnehmern wurde ein Fachgespräch gehalten, in dem die bäuerlichen Produzenten ihre Erwartungen an den Wissensaustausch zum Ausdruck brachten und die Spezialisten von ECOTOP detailliert ausführten, welche bedeutenden Fortschritte sie auf den Parzellen unter Eingliederung der Agroforst-Kulturen erreicht haben.

Die Spezialisten von ECOTOP betonten die Wichtigkeit für die Bauern, die Vorschläge und Tipps von Dr. Milz, beim Besuch zuvor, anzunehmen. Es wurde festgestellt, dass landwirtschaftliche Kulturen wie Maniok und Ananas in die Fruchtfolge eingegliedert worden waren. Die Bauern hatten ebenfalls Fruchtbäume wie Kokos und Avocado auf den Zellen angepflanzt, und Sämlinge von Cedrela tubiflora (eine topische Zedern-Art) gezogen, die nun pflanzbereit waren.

Mit der Gruppe wurde zusammen die Einsaat der Samen der Bambara-Erdnuss, der Jackbohne und des Annatto-Strauchs geübt, sowie von weiteren Fruchtbäumen. Es wurden weiterhin Demonstrationsversuche von Schnitt-Techniken und Schattenregulierung durchgeführt.

Der Besuch wurde auf zwei weitere Bauernhöfe ausgedehnt, wo die Bauern ebenfalls über ihre Anbau-Erfahrungen berichteten und es wurden Fruchtfolge-Versuchsparzellen angelegt.

2.2 Erkundung des Gebietes: ECA La Palosa

Für diesen Termin wurde ein Treffen und Austausch mit den Bewohnern der Gemeinden La Palosa, El Tigre und Las Milpas vorbereitet, unter Teilnahme von Mitgliedern des Vereins Patuca und ECOTOP.

Ziel des ersten Austausches war, dass die Gäste über ihr Wissen und ihre erlernten Erfahrungen während des Prozesses der Errichtung von Kakao-Plantagen berichten.

Das Personal von ECOTOP hielt eine Reihe von Fachgesprächen und führte praktische Versuche durch, zum Beispiel über die Eingliederung von Agroforstsystemen, Pfropf-Techniken bei Obstbäumen (Spitzen-Pfropfen, Keil-Pfropfen, Kronen-Pfropfen und Pflastern / Verkleben), Bestäubung von Kakao und es gab Berichte über organisatorische Fragen von Bauern aus Alto Beni in Bolivien.

Diese Initiative hat zu einem guten Ergebnis geführt, was den Wissentransfer untereinander und die neuen Motivation der Bauern betrifft, sich im Kakao-Anbau unter Agroforst-Bedingungen gegenseitig zu untersützen.

2.3 Erkundung des Gebietes: ECA Las Milpas

Es wurden im Jahr 2010 Besuche auf 10 Fincas mit Kakao-Anbau durchgeführt. Dabei wurden Verfahren zur Verbesserung der Bodenbedeckung und der Beschattung des Kakaos angewandt, unter Anwendung von Aussat der Bambara-Erdnuss, des Annattostrauches, der Jackbohne und der Crotalaria (eine tropische Hülsenfrucht/Schmetterlingsblütler).

Es gelang nicht, neue Bauernhöfe in die SAF aufzunehmen, da die für die Parzellen ausgesuchten Flächen mit Trockenbrachen-Gras oder sekundären Wäldern bedeckt waren. Trotzdem wurden von den ECOTOP-Spezialisten Empfehlungen an die Bauern weitergegeben, damit sie die Pflanzenarten, die von Interesse sind, innerhalb der Parzellen selektiv behandeln.

Mit den Bauern wurden verschiedene Verfahren entwickelt: Von der selektiven Unkrautbekämpfung bis zur Einrichtung von Fruchtfolge-Parzellen (Beschattung).

3. Wichtige Anmerkungen

  • Die zur Ausaat empfohlenen Forstpflanzen-Arten sind: Der Heuschreckenbaum, der Annattostrauch, der Guama (Inga fagifolia), Orangen, veschiedene Zitrus-Arten, der Mango (Schattenreguleirung), der Rambutan (eine Litchi-Art), der Mamón-Baum, der Avocado, der Pfeifenbaum, Guaven, Lorbeer, Mahagoni, Zeder und weitere Spezies von wirtschaftlichem Wert.
  • Weitere Spezies (kurze Vegetationszeit, 1- oder 2-jährig): Bambara-Erdnuss, Annattostrauch, Mais, rote Bohnen, Zimt, Pfeffer, Vanille und Nelken-Pfeffer (Piment).
  • Es ist besser, wenn die Forstsamen in Baumschulen oder direkt in den Boden eingebracht werden.
  • Es ist von großer Wichtigkeit, sowohl für die Forst- als auch für die landwirtschaftlich genutzten Pflanzen, dass Ausdünnung und Schnitt oft und regelmäßig erfolgen.
  • Nach jahrelangen Erfahrungen raten die ECOTOP-Spezialisten zu einen Absand zwischen den Kakopflanzen von 4 x 4 m (625 Bäume pro Hektar).
  • Die grundsätzlich zu pflanzenden Spezies sind: Jackbohne, Annattostrauch, Bambara-Erdnuss, Maiok, Ananas, Malanga (eine knollige Xanthosoma-Spezies), Zitronengras, Zuckerrrohr, Fruchtbäume und Forst(Wald-)bäume.
  • Auf Flächen ohne Schatten sollten Schattenspender-Folge-Parzellen angelegt werden.
  • Frühzeitiger Erwerb und Vorbereitung des benötigten Saatgutes.
  • Bei langjährigen Pflanzen (Forstbäume) ist es ratsam, die lokalen, nativen Spezies einzusetzen und das genetische Material dieser Bäume immer wieder zu gewinnen (sammeln).
  • Beim Aufbau der SAF (Agroforstsysteme) ist es wichtig, an die Sicherstellung der Ernährung der Familien zu denken, indem man einjährige Nahrungspflanzen in die Flächen inkorporiert.
  • Die einheimischen Kakaosorten sollten bei den bestehenden Anbau-Plantagen priorisiert werden, und auch bei den neu anzulegenden Plantagen. Diesen Kakao sollte man mittels Saatgut anflanzen/vermehren
  • Systematisierung von Informationen.
  • Alternativen entwickeln, für die in den Schutzgebieten wohnenden Viehhalter.

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