01.03.2017, Naturefund Baumbrief

Ankafobe - der letzte Rest Hochlandwald von Madagaskar

Dyn. Agroforst Parzellen
Foto: Naturefund

Im Hochland von Madagaskar gibt es einen letzten, winzig kleinen Rest von Hochlandwald. Naturefund hat begonnen, hier wieder aufzuforsten.

Ankafobe, der letzte Hochlandwald

Liebe Leserin, lieber Leser,

Naturefund hat aktuell drei Projektstandorte in Madagaskar in denen wir aufforsten und bedrohte Wälder schützen:

  1. Makirovana im Nordosten. Mit 4.200 ha eines der letzten großen zusammenhängenden Regenwaldgebiete. Aktuell ist es massiv unter Druck, da die naheliegende Hafenstadt Sambava schnell wächst und Bauholz braucht. Hier helfen wir 80 Familien auf dynamischen Agroforst umzustellen und forsten auf.
     
  2. Orinjia, wo es im äußersten Norden einen sehr seltenen Küstensandwald auf etwa 1.000 ha gibt. Ein Schutzgebiet existiert zwar, doch leider wird der Wald derzeit von frei umher laufenden Ziegen und Rindern kahl gefressen. Hier helfen wir zwei Dörfern, auf dynamischen Agroforst umzustellen. So schaffen wir eine natürliche Pufferzone für den seltenen Küstensandwald und schützen die darin lebenden Arten.
     
  3. Und schließlich der Wald von Ankafobe. Nur noch 33 ha groß und ein winzig kleiner Rest des ehemals riesigen Hochlandwaldes. Dieser erstreckte sich einst über viele Hunderte von Quadratkilometern auf der Hochebene von Madagaskar in einer Höhe 1.200 -1.400 m über dem Meeresspiegel.

Dieser dritte Standort ist ein ganz besonderer - Ankafobe, der letzte Hochlandwald.

Kein Wald mehr – bis auf ein kleines Wunder

Einst war die Hochebene von Madagaskar mit dichten Wald bedeckt. Doch Jahrhundertelange Abholzungen und zahlreiche Feuer haben ein Mondlandschaft hinterlassen. Heute ist die Hochebene kahl. Es gibt keine Wald mehr, nur noch endlose, karge Graslandschaften. Doch mittendrin und wie durch ein Wunder hat in Ankafobe in einer Talsenke ein kleiner Rest dieses einstigen Hochlandwaldes die jährlichen Feuer und die Suche nach Holz überlebt.

Auf 33 ha wachsen 80 seltene Baumarten, darunter vermutlich der seltenste Baum der Welt, von dem es weltweit weniger als 100 Exemplare gibt! Außerdem finden drei Lemurenarten in diesem winzigen Flecken eine Heimat, nebst unzähligen Vögeln, Reptilien und Insekten. Ein Mischung zwischen Staunen, Fassungslosigkeit und auch Hilflosigkeit überfällt beinahe alle Besucher. So ging es uns zumindest bei unserem letzten Besuch im Sommer 2016.

Schutz vor Feuer, neue Bäume und mehr

Es ist ein wenig wie David gegen Goliath oder besser wie eine Ameise gegen Goliath, und wer da gewinnt, ist noch offen. Doch wir haben im September 2016 die ersten beiden Maßnahmen finanziert:

  • Wassertanks für die Feuerbekämpfung und eine Feuerbrigade, welche regelmäßig patrouilliert.
  • Aufzucht von 10.000 Baumsetzlingen gezogen aus Samen von den 80 Baumarten. Diese werden rund um die 33 ha Wald gepflanzt, ein lebender Puffer vor dem Feuer.

Rund um den Wald von Ankafobe leben 95 % der Menschen von der Landwirtschaft und das mehr schlecht als recht. Die traditionelle Anbauform verdichtet und verarmt den Boden. Die jährlichen Feuer in der Trockenzeit, die von den Menschen gelegt werden, um zumindest etwas frisches Gras für das Vieh zu haben, verschlimmert die Situation.

Dynamischer Agroforst rund um Ankafobe

Bei unserem Besuch ist uns ein junger Mann names Andonya Vohermin, kurz Ando, aufgefallen, hochintelligent und wissbegierig. Seit einigen Jahren hilft er unserem beiden Partnern vor Ort, Voisohisika und MBG, beim Schutz des Waldes. Er kennt fast alle Baumarten beim Namen – sogar die lateinischen!

Also finanziert Naturefund die Stelle eines Projektassistenten bei Voisohisika und schickte Ando jetzt im Januar 2017 nach Orinjia zu unserem Projekt im Norden. Dort erhielt er eine intensive Schulung im dynamischen Agroforst. Im Februar kam er zurück und hat in den letzten Wochen zusammen mit Maxime Zazarohavana, dem ersten Pilotbauern in Ankafobe, auf dessen Land eine Parzelle von a) von 960 m² und eine weitere Parzelle b) von 160 m² angelegt. Die zweite Parzelle befindet sich direkt neben einen weiteren winzig kleinen Rest vom ursprünglichem Hochlandwald auf einer Fläche von vielleicht 1.500 m².

Es ist der erste Schritt, es ist die Ameise gegen Goliath und doch, es ist ein Anfang und ein erster kleiner Hoffnungsschimmer. Und wenn wir einen großen und vermessenen Traum nennen dürfen für irgendwann in ferner Zukunft, so lautet dieser: Auf der Hochebene von Madagaskar wächst wieder Hochlandwald auf Hunderten von Quadratkilometern.

Hier können Sie sich selbst ein Bild machen:

Fotogalerie Ankafobe

Unterstützen Sie uns bei unserem Projekt! Helfen Sie mit, dem mächtigen Hochlandwald wieder zu alter Größe zu verhelfen:

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